Vom Wesen des Materialismus

Nachdem H. Ludwig auf dem Fassadenkratzer sehr überzeugend dargelegt hat, dass die geistige Blockade und damit die Unfähigkeit, die Virentheorie zu hinterfragen, im Materialismus begründet ist (1), hat das Kollektiv Speerspitze daran anknüpfend einige Überlegungen zur Geschichte des Materialismus und seinen philosophischen Grundlagen angestellt (2). Um das Phänomen noch besser zu verstehen, scheinen mir dazu einige Anmerkungen zum Wesen des Materialismus hilfreich zu sein. Dem Leser sei vor ihrer Lektüre empfohlen, sich mit den beiden erwähnten Artikeln vertraut zu machen.

Die Speerspitze verweist zutreffend auf die Bedeutung der Epoche der Aufklärung als Grundlage des heutigen Materialismus und der Wissenschaftsgläubigkeit. Während der Materialismus erst ab der „Aufklärung“ als bestimmendes Merkmale einer Epoche auftritt bzw. wahrgenommen wird, ist er allerdings ein sich aus dem Wesen des Menschen erklärendes und damit zeitloses Phänomen. Der moderne Materialismus ist nur die ideologische Systematisierung der im Folgenden zu erklärenden Prinzipien.

Die Speerspitze schreibt von Seele und Geist als „Ideen“, die von den Materialisten abgelehnt werden. Natürlich sind sie dieses, wenn theoretisierend über sie gesprochen wird, da ihr Wesen nicht sichtbar und offenkundig und daher für die meisten unklar ist. Im Grunde handelt es sich bei ihnen aber um Tatsachen, was man auch leicht veranschaulichen kann.

Alle Menschen leben und agieren beständig auf seelischer und geistiger Ebene, allerdings in den meisten Fällen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Der Materialismus könnte auch treffend als ein durch das Primat der Materie definierter Wahrnehmungsmodus beschrieben werden. Der Materialist ist selbst eine geistige und seelische Realität, aber seine Wahrnehmung und sein Denken sind derart auf das Materielle ausgerichtet, dass er sich dessen nicht bewusst ist. Seine Vorstellung und sein Wollen fokussieren materielle Güter (menschliche Körper, Gegenstände, Nahrungsmittel, Orte und Gebäude) und sind durch an sie geknüpfte Konzepte (Genuss, Wollust, Macht, Selbstwert) bestimmt.

Wie man hier sieht, ist bereits die zweite Kategorie selbst nicht materiell, aber sie wird vom Materialisten nicht als seelische und geistige Realität wahrgenommen, sondern sie beherrscht ihn, so wie ein Reiter ein mit Scheuklappen bewehrtes Pferd durch die außerhalb des Sichtfeld des Tieres liegenden Zügel lenkt. Es ist das Wesen der Laster und Sünden, den von ihnen befallenen Menschen blind zu machen. Im Mittelalter wurde dies sehr schön als ein auf dem Rücken des Menschen sitzender und diesem die Augen und Ohren zuhaltender Dämon dargestellt.

Während die Wahrnehmung des Materialisten durch den Fokus auf die Materie bestimmt ist, findet das Entscheidende auch bei ihm auf geistig-seelischer Ebene statt. Die schöne Frau, der Sportwagen, der Chefsessel im Büro etc. sind nämlich nur äußerliche Objekte, auf die sich das Innere fixiert. Maßgeblich dafür sind Wollust, Gewinn- und Machtgier, also geistig-seelische Phänomene.

Wer frei von Lastern und Sünden ist, sieht klar. Wahrnehmen, Empfinden, Denken und Wollen sind sich dann nämlich wunderbarer Weise ihrer selbst bewusst, und es besteht auch ein kritisches Bewusstsein für die Macht der Gedanken und Vorstellungen. Während der Sünder blind dem Trieb folgt, merkt der gewissenhafte Mensch, wie ein sündiger Gedanke seine Seele verdunkelt und sein Befinden beeinflusst.

Genau dies ermöglicht es erst, Geist und Seele als Wirklichkeit wahrzunehmen, auch wenn sie nicht visuell oder durch Messungen erfasst und abgebildet werden können. Die Tatsache, dass Krankheit im Wesentlichen gleichbedeutend mit einem geistig-seelischen Ungleichgewicht ist, wird in diesem Zustand evident.

Hierzu noch ein Einschub der Erklärungen dazu im durch Jakob Lorber geoffenbarten Großen Evangelium Johannes: Beim mit Gott verbundenen Menschen wächst der Geist und erfüllt und beherrscht zunehmend die Seele, die dadurch förmlich mit Licht durchflutet und sehend wird. Der Fleischkörper ist hier nur ein temporäres Vehikel, dem sich die Seele nicht verhaftet, weswegen sie automatisch eine gesunde Lebensweise führt (kein Exzess durch Laster) und sehr widerstandsfähig ist, mit dem Ergebnis einer nahezu unerschütterlichen Gesundheit. Im Gegensatz dazu bindet sich die sündige Seele ans Fleisch und ist wegen eines schwachen oder sogar abgetöteten Geistes blind. Die Folgen sind nicht nur eine große Anfälligkeit für Krankheit (nicht zuletzt wegen einer durch Laster bestimmten Lebensweise), sondern auch die Notwendigkeit von Krankheit und Schmerzen, damit die Seele sich überhaupt wieder vom Fleisch lösen kann und nicht mit ihm stirbt. Die gesunde, gottverbundene Seele hingegen verlässt den Körper gerne und ohne Mühe.

Der blinde Sünder kann diese Zusammenhänge aber, wie gesagt, nicht wahrnehmen und muss daher zwangsläufig für alles rein materielle Erklärungen annehmen. Diese Tatsache besteht bereits seit Erschaffung der Menschheit, doch bieten natürlich die Fortschritte in den Bereichen der materiellen Wissenschaft und Technik erst die Grundlage eines systematischen Materialismus bzw. der Wissenschaftsgläubigkeit. Diese sind heutzutage das dominante Paradigma der modernen, westlichen Welt.

Sehr schön sieht man hier, dass die zunehmende Sündhaftigkeit und der Abfall vom Glauben tatsächlich die Grundlage nicht nur von Lügen wie der Virentheorie und dem spezifischen Plandemiebetrug, sondern des gegenwärtigen endzeitlichen Geschehens überhaupt sind.

Dass alle diese Phänomene zusammenhängen und letztendlich nur heilsgeschichtlich in ihrer Tiefe zu begreifen sind, wird allerdings nur derjenige wahrnehmen können, dessen Seele stark genug vom Geisteslicht durchflutet ist, was, wie uns die Evangelien und die Offenbarung des Johannes ankündigen, in der Endzeit nur für die Allerwenigsten gilt. Die Menschheit rennt deswegen gerade blind in ihr Verderben und schenkt den wenigen Mahnern und Aufklärern keine Beachtung.

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