Das Relative und das Absolute

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Kürzlich habe ich mich wieder mit der Biographie Vincent van Goghs beschäftigt. Dieser Mensch war ein gottbegnadeter Künstler, und seine geistige Veranlagung war klar dadurch erkenntlich, dass er sich in der Welt nie wohl fühlte. Er hatte ein gutes Herz, was sich u.a. darin zeigte, dass er mehrere Jahre für eine Prostituierte und deren Tochter sorgte, die ihm Modell stand, obwohl er selbst kaum etwas besaß. Und er kannte die Bibel und versuchte sich in jungen Jahren als Laienprediger.

Van Gogh hatte also alle Voraussetzungen, um durch seine Erdenprobe ein wahres Gotteskind zu werden und sein Seelenheil für die Ewigkeit zu sichern. Aber er beging Selbstmord. Trotz der geistigen Veranlagung und der Kenntnis der Bibel hatte er Grundlegendes anscheinend nicht verstanden und suchte sein Glück in der irdischen Welt – was aufgrund seiner geistigen Veranlagung unmöglich erreicht werden konnte.

Die richtige Schlussfolgerung aus den Lehren der Bibel wäre es gewesen, geduldig und demütig sein Erdenleben so gut wie möglich zu Ende zu bringen und das Glück zu genießen, herrliche Kunst zu schaffen, Freude an der Schöpfung (welcher Maler täte das nicht?) und am Dienst am Nächsten zu empfinden, bis der Schöpfer ihn abberuft.

Nach allem, was uns offenbart wurde und was ein geistig erwachter Mensch im Herzen fühlt, wäre er nach einem derart geführten Leben nach dem leiblichen Tod in einer geistigen Umgebung verblieben, die wir in unserer Sprache als den „Himmel“ bezeichnen. Nach gleichem Wissen ist davon auszugehen, dass er nach seinem Selbstmord als erbärmlich zugerichtete Seele in der geistigen Dunkelheit landete, wo er sich möglicherweise jetzt noch aufhält.

Möglicherweise ist er mittlerweile auch näher am Licht, hat durch die Gnade Gottes die Chance eines zweiten Versuchs auf Erden bekommen, oder er ist sogar schon bei Gott. Seit seinem Selbstmord im Jahr 1890 sind 132 Jahre vergangen.

Aber wie immer auch seine jetzige Situation aussieht, wenn er auf sein kurzes irdisches Leben (1853-1890: 37 Jahre) zurückblickt und zu der hier beschriebenen Erkenntnis kommt, dann dürfte er das darin empfundene Leid, das damals so erdrückend erschien, dass es ihn zum Selbstmord bewegte, als sehr relativ bewerten. Was ist die Bürde eines Lebens in bescheidenen Verhältnissen und ohne die eigentlich verdiente Anerkennung durch die Welt im Vergleich zur ewigen Seligkeit oder einer äußert langen Quälerei im Jenseits und möglicherweise einer weiteren Inkarnation, die sicherlich auch ihre Leiden mit sich bringt?

Hier haben wir also ein Beispiel für die Relativität. Dieser Begriff ist heutzutage in aller Munde, er ist sozusagen inflationär. Was überhaupt nicht mehr in Mode ist, ist der Gegenbegriff dazu: das Absolute.

Das von van Gogh erfahrene Leid ist relativ, aber van Gogh selbst ist absolut. So wandelbar auch seine Gedanken, sein Selbstbild, seine Ideale und sein Glaube sein dürften (so wie bei jedem Menschen, dessen Menschlichkeit u.a. dadurch definiert wird, dass er sich entscheiden kann und sich entwickelt), so unwandelbar ist die Tatsache, dass er eine einzigartige Seele ist, die mit den Entscheidungen, die sie im Verlauf ihres Lebens trifft, weiterleben muss.

Genauso absolut sind alle anderen geistigen Wesen, und dies gilt natürlich auch für Gott und Jesus Christus. Wenn das Universum eine sich materiell manifestierende Schöpfung auf geistiger Grundlage ist, mit Gesetzen und in ihm waltenden Kräften, einer Ordnung und der Möglichkeit der Erkenntnis und der Entwicklung, dann kann es auch nur einen Schöpfer geben. Genauso absolut wie der Schöpfer, der ja ebenso ein Geist ist wie wir, die wir nach seinem Ebenbild geschaffen sind, sind auch die in seiner Schöpfung tätigen Kräfte der Liebe und des Todes (der alle zur Sünde führenden Kräfte wie den Hass, den Geiz etc. in sich vereint bzw. deren unvermeidliche Folge ist).

Ist man zu dieser Erkenntnis gelangt, dann wird offensichtlich, dass der moderne Kult der Relativität eine List des Teufels ist, die uns von Gott und von unserer eigenen Verantwortung ablenken will. Alle „Philosophen“ und Gurus, die den Relativismus propagieren sind Handlanger des Teufels.

Ein Kernpunkt der „New Age“ Esoterik ist die Beliebigkeit im Glauben und in den Werten. Es wird suggeriert, alle Religionen und Glaubenslehren seien gleichwertig, was bedeuten würde, dass es in Wirklichkeit keine echte Erkenntnis und Entwicklung gibt und das Verhalten des Menschen beliebig ist.

Dies hat zur Folge, dass viele geistig veranlagte Menschen mit dem Potential echte Gotteskinder zu werden, sich an zahllose geistige Identitäten wenden, die alle nicht der Schöpfer und damit unser einziger Vater sind.

Genaugenommen wenden sie sich damit an Satan. Die Engel Gottes wissen alle, dass Gott unser Schöpfer und Vater ist, und haben sich deswegen seinen Willen vollends zu eigen gemacht. Es ist eine Absurdität sich an die Engel zu wenden, die Helfer des Vaters sind, wenn wir uns direkt an den Vater selbst wenden können.

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Alle geistigen Wesen, die sich nicht den Willen des Vaters zu eigen gemacht haben, gehören nicht zu Gott und befinden sich damit in Rebellion zu Ihm und auf der Seite Satans. Dies gilt z.B. für die „aufgestiegenen Meister“. Ein echter Erleuchteter, ein Kind Gottes wird jedem Suchenden sagen: „Tue den Willen des Vaters und nimm sein Wort auf, wenn Du Dein Seelenheil finden willst“. Damit wird der Suchende die höchste Lehre direkt aus der Quelle des Ursprungs aufnehmen und sich direkt an seinen Schöpfer wenden, was geradeaus zur Erlösung führt.

Es liegt auf der Hand, dass jede anders geartete Lehre nicht zur Quelle und zum Ziel und damit auf Abwege, möglicherweise sogar in die Hölle führt. Denn wenn man die Lehren der zahlreichen Gurus und „großen Geister“ analysiert, dann haben sie alle versteckte Rechtfertigungen für den Egoismus, die Selbsterhöhung und moralische Beliebigkeit. Den Suchenden wir suggeriert, sie seien „große Seelen“, hätten „alles schon in sich“ und müssten „nur die Angst verlieren“, wären in ihrem Inneren mit „unendlicher Weisheit“ begabt und könnten deswegen „ihren eigenen Weg gehen“ etc. Daraus resultiert dann ein moralischer Relativismus, weil man sich so alles zurechtlegen kann und sich je nach Belieben eine eigene Definition von Gut und Böse schafft.

Wer dies nicht geistig nachvollziehen kann, wird durch leidvolle Erfahrung früher oder später zu dieser Erkenntnis geführt werden, eventuell auf ähnlich schmerzvolle und langwierige Art und Weise wie Vincent van Gogh. Ich wünsche allen Lesern, dass sie möglichst geradlinig zu Gott dem Schöpfer, der sich uns als sein Sohn Jesus Christus offenbart hat, finden, dem A und O der Schöpfung und dem absolut Guten.

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