AKTUELL: Hochwasserhilfe NRW – was du tun kannst

Vielen Dank an das Kollektiv der Speerspitze für diese Informationen!:

Eine furchtbare Hochwasserkatastrophe ist über Westdeutschland hergezogen. Einige Tage nach dem Starkregen wird das wahre Ausmaß der Schäden sichtbar: Viele Menschen sind gestorben, noch mehr haben wirklich alles verloren. Auch die Niederlande und nun Bayern und Österreich haben „Land unter.“ Der Staat übt sich in Untätigkeit. Ein Empörungsartikel zu Hintergründen und unfassbaren Entwicklungen im Zusammenhang mit der Katastrophe findet sich hier, wichtiger ist jetzt aber erst einmal, dass die Menschen Hilfe bekommen.

Wir beschäftigen uns hier mit der Lage in NRW, konkret im Raum Euskirchen, wo das Unwetter große Schäden angerichtet hat. Ggf. erweitern wir im Laufe der nächsten Tage und Wochen diese Seite um Informationen zu anderen betroffenen Regionen.

Du willst helfen, weißt aber nicht wie? Dann lies bitte weiter!

  1. Infos sammeln

Wenn du bei Telegram „Überschwemmung NRW“ eingibst, findest du Gruppen, die Hilfe organisieren und kannst dir auch über Augenzeugenberichte ein besseres Bild machen, als über die MSM. Leg dir einen Ordner an, in dem du die Informationen sammelst. Wenn du wichtige Hinweise hast, nimm Kontakt mit uns auf, wir veröffentlichen das dann hier.

Das Sammeln von Informationen dient einerseits dazu, dass wir besser einordnen können, was wirklich passiert und wer wo am meisten Hilfe benötigt, andererseits rufen wir auch dazu auf, Beweise für die unfassbare Untätigkeit der Behörden zu sammeln. Nur so, für später.

Fang hier an: t.me/into the light news

  1. Was jeder tun kann: Sachspenden

Es wird quasi alles benötigt: Wasser, Nahrung, Tierfutter, Kleidung, Werkzeug, etc. Schau, was du entbehren kannst, aber bedenke: Gerade hier ist gut gemeint mal wieder das Gegenteil von gut. Kleidung muss gewaschen und intakt sein, Frische Nahrungsmittel verderben schnell, Dosenfutter, Nudeln, etc. halten sich länger. Es gibt in vielen Regionen keinen Strom, d.h. die Leute können unter Umständen auch nichts kochen. Gas- und Campingkocher, Batterien, Akkus, Solarladestationen, etc. sind also auch eine gute Idee. Wenn du gerade nichts Entsprechendes aus deinem Haushalt entbehren kannst, überlege dir, was und wie viel du einkaufen kannst und willst.

Pack die Sachen in Kartons, die Du gut lesbar und genau beschriftest und fahre sie zu einer der Sammelstellen:

18146 Rostock-Dierkow Dierkower Allee 5 16.07. 18-20 Uhr
40472 Düsseldorf DEG Platz 1
41334 Nettetal Steyler Str. 131 17.07 bis 14 Uhr
44339 Dortmund Evingerstr. 505
46535 Dinslaken Heinrich-Nottebaum-Straße 24
50825 Köln Maarweg 143 9-18 Uhr
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler Adenbachhütte
53501 Grafschaft Dr. Hans und Paul Riegelstr. 1
53520 Nürburg Otto-Flimm-Straße Nürburgring
53757 Sankt Augustin Schulstr. 5 Parkplatz Rewe
54533 Niederscheidweiler Hauptstraße 58 bis 18.07
55116 Mainz Große Langgasse 3
55268 Nieder-Olm Am Engelborn 26-28
55270 Essenheim Käferbeinstraße 3
56070 Koblenz St. Maternus Straße 1
56305 Puderbach Haupstraße 13
56564 Neuwied Eishalle 17.07. 12-15 Uhr
56593 Horhausen Forstr. 15
59067 Hamm Hafenstadt 90 bis 16 Uhr
63486 Bruchköbel Am Sportpl. 17.07. 7-11 Uhr
66606 St. Wendel Eichsfelder Weg
66649 Oberthal Schulstr. 16

(Liste wird ggf. ergänzt)

Schau auch hier, das ist ein Forum, wo man Hilfe suchen und abieten kann.

Oder rufe hier an: 0163-8653376 (LSV Landesverband)

Auch die Partei „die Basis“ sammelt Sachspenden. Wenn Du dort Kontakte hast oder über diesen Link Kontakt aufnehmen möchtest, ist das auch eine Möglichkeit.

3. Geld spenden

Boris Reitschuster nennt hier Konten von Hilfsorganisationen. Wir sind da eher skeptisch, weil diese Organisationen nicht immer zuverlässig sind. Wenn du die Möglichkeit hast, Geld direkt an Betroffene zu überweisen oder noch besser, ihnen Bargeld zukommen zu lassen, weißt du auch, dass es ankommt. Auch hier kann man über Telegram und co direkte Kontakte mit Betroffenen und Helfern knüpfen und absprechen, wie finanzielle Hilfen am Besten ankommen.

4. Vor Ort helfen

Bevor du deinen PKW mit Hilfsgütern bestückst und dich in eine der betroffenen Regionen aufmachst, bitte folgende Dinge beachten:

Es gibt Berichte, dass Helfer von den Einsatzkräften wieder nach Hause geschickt werden. Einige Orte z.B. im Raum Euskirchen, sind mit handelsüblichen Fahrzeugen auch gar nicht erreichbar. Im Moment wird dort vor allem benötigt:

  • Bagger, schweres Gerät, LKWs und große Fahrzeuge, die Schrott abtransportieren können
  • Menschen, die anpacken können, die mit einer Kettensäge umgehen können, etc.
  • Sauberes Trinkwasser, Frischwassertanks, Hydrauliker, Menschen, die Reifen von großen Fahrzeugen reparieren können

Fahr nicht auf „Gut Glück“ irgendwohin. Nimm vorher Kontakt mit Helfern oder Betroffenen auf und stelle sicher, dass die Dinge und Dienste, die du anbieten kannst, dort benötigt werden. Sollten Behördenmitarbeiter dich dann auf dem Weg dahin abzuweisen versuchen, dann sage ihnen, dass du direkt angefordert worden bist und setze durch, dass man dich auch reinlässt.

Fahr aber nicht irgendwo hin, wo du dich selbst gefährdest! Keinem ist geholfen, wenn ein weiteres Auto aus irgendeiner Riesenpfütze gezogen werden muss bzw. wird das im Zweifelsfall gar nicht möglich sein, weil es gerade andere Prioritäten gibt.

Es kann dir passieren, dass du stundenlang im Stau stehst oder wenn du vor Ort angekommen bist, erst einmal nicht mehr wegkannst. Plane das ein!

Es wird damit gerechnet, dass im Raum Euskirchen bis Ende des Jahres keine Stromversorgung da sein wird. Im Zweifelsfall hast du also auch noch in den nächsten Wochen genügend Gelegenheit aktiv vor Ort zu helfen.

  1. Menschen oder Tiere aufnehmen

Es gibt über Telegram und die verlinkten Seiten die Möglichkeit anzubieten, obdachlos gewordenen Menschen oder ihren Haustieren ein Dach über dem Kopf anzubieten, wenn du Platz hast.

Das Kollektiv hat weitereführende Analysen und Stellungnahmen zum Thema:

https://speerspitzedeswiderstands.wordpress.com/2021/07/18/hochwasser-arroganz-und-hohn/

https://speerspitzedeswiderstands.wordpress.com/2021/07/18/hochwasser-trauer-und-wut/

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