Agape

„Einen neuen Auftrag gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt. So wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr untereinander in Liebe verbunden sein. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Schüler seid, wenn Liebe unter euch waltet.“ (Joh. 13, 34-35)

„Dieses ist die zentrale Christusbotschaft, von der Liebe, der Agape. Um sie und um nichts anderes geht es im Christentum: um die Agape. Sie macht das Leben Jesu Christi aus. Ob jemand Christ ist oder nicht, hängt nicht so sehr von seinem Bekenntnis oder seiner Erkenntnis ab, sondern allein von seinem Anteil an der Agape.“ (Johannes Hemmleben: Evangelist Johannes. Rowohlt, 1972, 48)

Wer nicht vom heiligen Geist erfüllt ist, der mag diese zentrale Stelle der Bibel missverstehen, wahrscheinlich im Sinne eines „verweichlichenden Christentums“, einer „Religion der Schwäche“ etc. In der Offenbarung sagt Jesus der Gemeinde in Ephesus (Off. 2,6): „Aber das hast du, dass du die Werke der Nikolaiten hassest, welche ich auch hasse.“ Was Gott zuwider ist, ist hassenswert, und wenn ein Christ jemandem gegenüber steht, der etwas Gottwidriges vertritt oder tut, so muss er klar Stellung beziehen. Wünschenswert wäre natürlich, dass der Sünder sich zum Guten und zu Gott bekehrt und dann als Bruder geliebt werden kann.

Vor allem ist hier aber festzuhalten: Der Mensch kann nur Gutes erreichen, wenn er im Grunde seines Wesens von der Liebe geleitet ist, und dies gilt umsomehr, wenn es sich um eine Gemeinschaft handelt. Wie soll das deutsche Volk bestehen, wenn selbst die Deutschen untereinander sich nicht lieben, ja nicht einmal die sogenannten Patrioten untereinander?

Bevor sich jemand um sein Volk Sorgen macht, sollte er sich zunächst um die Rettung seiner eigenen Seele sorgen, und da ist der Auftrag Jesu, die Agape zu erwerben, zentral. Wenn dies gelingt, stellt sich vielleicht auch mehr Gemeinschaft ein. So habe ich es zumindest erlebt.

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