Der Betrug der Volkswirtschaftslehre

Zusammengesetzt aus verschiedenen Kommentaren von Karl

Die Ökonomen der Österreichischen Schule waren von Anfang an ein Teil des angloamerikanischen politischen Netzwerkes, mit dem das GB und die USA beherrschende Großkapital (Rockefeller/Morgan etc.) Einfluss auf Kontinentaleuropa nahm. Später waren die Chicago-Boys von Milton Friedman (in Lateinamerika zur Zeit des polnischen Papstes ganz entscheidend vom Opus Dei unterstützt) ein zentrales Werkzeug der globalen Weltpolitik dieser vor allem auf die USA gestützten Hochfinanz für Lateinamerika und die Dritte Welt und dann auch für die ehemaligen Ostblockstaaten, die asiatischen Industriestaaten und China. Zu diesem Thema ist besonders lesenswert Die Schock-Strategie von Naomi Klein.

Die Austrian Economics baut auf der angloamerikanischen Klassik und Neoklassik mit Ricardo und Say auf, und war von Anfang an dafür gedacht, die deutsche Historische Schule zu zerstören.

In Deutschland beherrschte seit der Reichsgründung 1871 die Historische Schule die Universitäten bis zur Niederlage im Ersten Weltkrieg, und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie durch die Angloamerikaner völlig ausgelöscht. Die deutsche Historische Schule war der Ansicht, dass nicht der Modellbau und die Zirkelschlüsse aus den Annahmen über Gesetze der Ökonomie das ökonomische Denken bestimmen dürften, sondern die auf historische und gesellschaftliche Untersuchungen gestützte Beschreibung der tatsächlichen Vorgänge und Zusammenhänge. Das scheint auf den ersten Blick ganz vernünftig, bringt aber auf jeden weiteren Blick zum Beispiel geldpolitisch verursachte Wirtschaftskrisen in den Mittelpunkt der interessierten Betrachtung und deren Ursachen und Hintergründe an die breite Öffentlichkeit. Das galt es zu zerstören, denn Rumpelstielzchen arbeitet gerne unerkannt.

Die besseren Argumente wären der deutschen Historischen Schule sicher nicht ausgegangen, aber sie verlor durch die politische Entwicklung jeden Einfluss an den Universitäten zugunsten des VWL-Modellbaus mit seinen Gleichgewichtskurven und mathematischen Formeln ohne jeden Bezug zur Geschichte der Ökonomie und den aus ihr zu gewinnenden Lehren und Erfahrungen.

Dass die österreichischen Ökonomen die Gegner der deutschen waren, hatte seinen tieferen Grund in den Spannungen zwischen Österreich und Preußen im 19. Jahrhundert und war sozusagen eine Folge der Schlacht von Königgrätz im Jahr 1866. Das britische Empire hat sich damals die Gelegenheit nicht entgehen lassen und zu seinen Anhängern in Österreich sehr enge Beziehungen aufgebaut, die weit über alle Fragen der Ökonomie hinaus reichten und spätestens mit dem Zusammenbruch der Monarchie in Österreich in eine offene Agententätigkeit für die USA und GB ausarteten.

Zum Glück hat uns Ludwig von Mises ziemlich brauchbare Erinnerungen über seine Aktivitäten in Wien und seinen Einfluss auf die Politik nach dem Ersten Weltkrieg hinterlassen, die vom Herbst bis zum Dezember 1940 niedergeschrieben und erst nach seinem Tod von seiner Frau veröffentlicht wurden. Manche Leser werden versucht sein, seine Darstellungen für übertrieben zu halten. Dagegen kann ich nur anraten, ihn sehr genau zu lesen und ernst zu nehmen; er zählte zu den Eingeweihten der angloamerikanischen Politik und seine Vorhersagen, etwa der Weltwirtschaftskrise, der politischen Entwicklung in Deutschland und des Zweiten Weltkriegs, waren keine nachträglichen Erfindungen und Wichtigtuereien, sondern das Ergebnis seiner Einblicke in diese Politik.

„Erinnerungen von Ludwig v. Mises“, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1978 (pdf)

Einleitend behandelte Mises, der seine Erinnerungen gleich mit dem Kapitel „I. Der Historismus“ begann, seine Ablehnung der Untersuchung ökonomischer Fragen an realen, also historischen Beispielen. Seine Begründung war selbstverständlich nicht, dass diese der Wahrheit zu nahe kommen könnte, sondern dass jede historische Forschung Dummheit und Faulheit bei Studenten wie Professoren begünstigen würde.

Wohin man auch schaut, findet man nur Verbrecher im Dienste Jenerwelchen.

Mittlerweile glaube ich, dass die deutsche Historische Schule mit ihren Erfolgen und durch die von ihr ausgehende Gefahr der Aufdeckung der wirtschaftlichen Machenschaften der Juden der Hauptgrund für unsere geplante Vernichtung war und ist.

Um die deutsche Historische Schule kurz zu charakterisieren und damit der Unterschied zum angloamerikanischen Liberalismus deutlich wird, nachfolgend ein Zitat aus Wikipedia zu Gustav von Schmoller, dem führenden Vertreter der deutschen Nationalökonomie:

In den 1860er Jahren fielen die letzten Zunftschranken in Deutschland; die Gewerbefreiheit wurde 1869 in der Gewerbeordnung des Norddeutschen Bundes verankert. Schon der Hinweis Schmollers auf Schwachstellen einer uneingeschränkten Gewerbefreiheit brachte ihm Widerspruch und Angriffe vom „Kongress für Volkswirte“ ein, in dem sich damals Manchester-Liberale und Smithianer zusammengefunden hatten. Heinrich Bernhard Oppenheim prägte den Begriff der „Kathedersozialisten“, um damit Schmoller als Vertreter eines anti-liberalen Staatsinterventionismus zu brandmarken (1871). Kritik an den Schattenseiten des Liberalismus wurde von den Liberalen nämlich oft pauschal als Sozialismus gewertet, auch wenn diese Kritik nicht aus dem sozialistischen Lager kam.

Die Gründung des „Vereins für Socialpolitik“ 1872 in Eisenach unter maßgeblicher Beteiligung Schmollers, in dessen Haus die Vorgespräche mit Adolph Wagner, Hildebrand und Conrad stattgefunden hatten, war die Konsequenz dieser Einstellung. Schmoller war langjähriger Vorsitzender des noch heute existierenden Vereins, durch den er starken Einfluss auf die Wirtschaftspolitik ausübte. Noch ins gleiche Jahr fiel die Berufung Schmollers an die neubegründete Reichsuniversität Straßburg. In dieser Zeit entstand auch sein Werk „Die Straßburger Tucher- und Weberzunft“.

Die Verbindung nach Preußen ließ Schmoller nicht abreißen und verbrachte jährlich einen Teil der Semesterferien in den preußischen Archiven in Berlin und wurde regelmäßiger Mitarbeiter der Preußischen Jahrbücher. In seinen Aufsätzen und Vorträgen erwies sich der Kathedersozialist als unbestechlicher Verfechter einer sozialen Gerechtigkeit. Seine sozialpolitischen Forderungen trugen ihm Ablehnung wie auch Zustimmung ein: Heinrich von Treitschke (1875) sah in ihm einen „Gönner des Sozialismus“; Bismarck versicherte ihm 1875 bei einem Besuch der Straßburger Universität, selbst ein Kathedersozialist zu sein. Für Schmoller stand fest, dass es möglich sei, die Kultur der unteren Klassen zu heben, dass ein sozialer Fortschritt, eine gerechtere Verteilung erreicht werden könne – auch ohne sozialistische Revolution.

Wikipedia: Gustav von Schmoller

Aus der Rede zum Antritt des Rektorats 1897:

Mögen sie also im Einzelnen irren, mag mancher sog. Praktiker ihnen an Specialkenntnissen in diesem oder jenem Zweig der Volkswirthschaft überlegen sein: dafür spricht doch die allergrösste Wahrscheinlichkeit, dass, wenn sie über gewisse Grundzüge und Tendenzen der socialen Reform trotz aller sonstigen persönlichen Verschiedenheit übereinstimmen, dies doch wohl Folge der wirklichen Fortschritte der Wissenschaft und nicht einseitige Parteinahme für eine Klasse sei. Und weiter können wir hinzufügen, so weit in die Urtheile der academischen Lehrer vielleicht doch gewisse Gefühle der Sympathie mit den arbeitenden Klassen sich eingeschlichen haben mögen, so ist die Frage, ob das nicht in Uebereinstimmung sei mit den grossen idealen und berechtigten politisch-socialen Tendenzen der Zeit. Der Standpunkt der socialen Reform, den sie einnehmen, ist weder der des einseitigen Arbeiterinteresses, noch der des Unternehmeroder Capitalinteresses. Es ist ein Standpunkt, wie er sich aus der Wiederbelebung religiöser und ethischer Potenzen unserer Tage, aus dem machtvoll angewachsenen Staatsgefühl, aus dem gesteigerten Sinn für Recht und Gerechtigkeit ergeben hat. Die socialen Fragen geben unserer Zeit und dem kommenden Jahrhundert seine Signatur.

Gustav Schmoller: Wechselnde Theorien und feststehende Wahrheiten im Gebiete der Staats- und Socialwissenschaften

Die VWL-Professoren argumentieren mit einem Trick, vergleichbar dem Gaukler, der das Publikum ablenkt, während er das Kaninchen aus dem Zylinder zaubert wie der Professor den Beweis aus dem Modell. Die VWL-Modelle mit ihren versteckten Annahmen und Voraussetzungen sind das Kaninchen im Zylinder, von dem mit äußerst schwierigen Berechnungen von Kurven und Schnittpunkten aus kompliziertesten mathematischen Formeln abgelenkt wird, bis die feierliche Präsentation des Kaninchens aus dem Zylinder erfolgt, also der ökonomische Trugschluss aus den Annahmen und Voraussetzungen des Modells. Die Professoren verbergen hinter diesem ausgefeilten mathematischen Formelschleier ihre völlig lächerliche zirkuläre und tautologische Argumentation. Die makroökonomische These, die mit den Annahmen und Voraussetzungen des ökonomischen Modells schon vorgegeben war, soll den Studenten als Ergebnis hoch wissenschaftlicher Rechnungen erscheinen.

Die VWL argumentiert nicht deshalb mit Modellen, weil ökonomische Zusammenhänge so kompliziert wären, sondern weil sich nur aus konstruierten Modellen die den herrschenden Interessen dienenden Behauptungen herleiten lassen. Tautologie und Zirkelschluss auf der Grundlage der Annahmen und Voraussetzungen dieser Modelle sind dabei die wesentlichen Argumentationsweisen der VWL-Professoren.

„Ricardo bietet uns die höchste geistige Leistung, unerreichbar für schwächere Geister, eine hypothetische Welt außerhalb der Wirklichkeit anzunehmen, als ob sie die Welt der Wirklichkeit wäre, und dann beständig in ihr zu leben. Die meisten seiner Nachfolger konnten dem gesunden Menschenverstand nicht den Einbruch verwehren – unter Verletzung ihrer logischen Folgerichtigkeit.“

(Keynes, Allgemeine Theorie, Berlin 1983, S. 161)

Ein Blick auf die Geschichte der Wirtschaft könnte die vielen von der Geldpolitik verursachten Krisen und deren Hintergründe aufdecken. Deshalb ist eine Untersuchung der ökonomischen Zusammenhänge am Beispiel der Wirtschaftsgeschichte in der VWL nicht erlaubt und einst bekannte historische Werke und Schulen werden totgeschwiegen. Statt um historische Erfahrungen geht es nur um Modelle, von denen die klassischen und neoklassischen Modelle die Absatzkrisen ganz grundsätzlich leugnen, während die angeblich keynesianischen Modelle in der VWL eine dreiste Verdrehung des wirklichen Keynesianismus und eine gezielte Täuschung der Studenten und des Publikums sind. Bis heute werden an den Universitäten die Fälschungen und Irreführungen der Gegner von John Maynard Keynes als keynesianische Modelle gelehrt, vor allem das IS-LM-Modell der sogenannten Neoklassischen Synthese von Hicks und Samuelson. Die meisten Studenten glauben wirklich, sie hätten mit dem völlig absurden IS-LM-Modell die Lehren von Keynes studiert, und wollen sich nie mehr näher mit dessen Theorien und originalen Schriften beschäftigen, was genau das Ziel der Professoren war.

“I don’t care who writes a nation’s laws – or crafts its advanced treaties – if I can write its economics textbooks.”

Samuelson, 1990

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