Horst Mahler

Macht, dass Horst Mahler schweigt ...

„Macht, dass er schweigt!“
sagte die Macht
und hat ihre Fratze gezeigt:
„Viereinhalbtausend und eine Nacht
in den Kerker, bis es ihn umgebracht,
es sei denn, dass er sich beugt.“

„Zwängt seinen Geist
hinter Gitter und Stein
bis er verdämmert, vergreist
und nicht mehr fragt, nichts beweist.
Grußwort hinaus, Grußwort herein,
doch ansonsten kein Wort!
So soll es sein!“

Wie unter Dächern von Blei
Giordano hat überdauert
vereinsamt, verstummt und vermauert,
umwacht, entrechtet , umlauert
liegt einer, sich selber getreu.

Vergeblich sucht hier nach Sinn
der Krämer. Nach „Soll“ und nach „Haben“!
Und sicher wähnt sich die Macht
denn sie weiß ja die Wahrheit begraben.
Blind für die wuchernde Schande
auf ihrem Namen im Lande
mit jeder einzelnen Nacht
die ein Rufer im Kerker verbracht.

„Rückkehr ist nicht gewollt“,
so tönt es aus finsteren Akten
denn ihr zittert vor Worten und Fakten
und wahrlich: Euch droht Gefahr
mit jedem verhängtem Jahr,
aus den Schlünden von tiefen Archiven
wo Wahrheiten jahrelang schliefen.

In all der Enge der Zwänge
in den Tagen, die ihm verblieben,
ferne der Sonne, der Lieben
verblieb doch ein tiefes Glück:
Für Wahrheiten büßen zu müssen
die Weltreiche stürzen ließen
ins Bodenlose zurück,
dürften die Völker sie wissen.

Gerd Honsik

***

Lesen Sie auch: Politisch Verfolgte in der BRD und Europa

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: