Warum scheiterte das Heidentum?

von Varg Vikernes

übersetzt von Nino

Wir können unsere heidnischen Vorfahren und ihre Religion, Kultur und Weltsicht glorifizieren so viel wir wollen, aber all dies tönt eher albern in dem Moment, wenn uns jemand diese einfache Frage stellt: „Wenn das Heidentum eine solch grossartige Religion war, warum wurde sie denn durch das Christentum ersetzt?“ Das Christentum siegte wegen Verrat? List und Lügen? Gewaltsamer Unterdrückung? Bestimmt, aber dies ist nicht der Hauptgrund, warum das Christentum obsiegte.

Die Heiden aus Südeuropa werden vielleicht nicht gerne hören, was ich nun sagen werde, aber es ist eine Tatsache, dass unsere europäische Religion in Südeuropa bereits in den ersten paar Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung entkräftet war. Wenn wir einiges von der alten Literatur lesen, können wir sehen, dass schon die alten Griechen – inklusive Homer – verdutzt waren ob gewisser Fakten in ihren Geschichten. Sie waren nicht immer vertraut mit den Bräuchen der Leute, über die sie schrieben, denn die alte griechische Gesellschaft war zu diesem Zeitpunkt schon dekadent geworden. Die heidnische Religion funktionierte in Südeuropa nicht länger, wie sie sollte, und die Erklärung dafür ist Bevölkerungswachstum!

Der Punkt des Bevölkerungswachstums ist sehr wichtig, denn die heidnische Religion ist eine Mysterienreligion, mit komplexen Ritualen und einer unermesslichen Reihe von Symbolen und Gottheiten. Nur die Initiierten wussten wirklich, was vor sich ging, und verstanden die Liturgie. Die Erkenntnis, die man durch die Teilnahme an den Mysterien erreichte, gewann man Schritt für Schritt, im Laufe der Zeit. In einer grossen Gemeinde konnte nur ein kleiner Prozentsatz eingeweiht sein, weil jeweils nur eine Person pro Mysterium eingeweiht werden konnte. Ferner hatte dies an einem bestimmten Tag der Woche, des Monats oder Jahres zu geschehen, wenn der Kandidat in einem bestimmten Alter war und die nicht eingeweihten Personen der Gemeinde würden dann in der Tat Aussenseiter bleiben oder allenfalls unwissende Zuschauer, die nicht wissen, was vor sich geht, selbst in den öffentlichen Riten. Als die Gemeinden zu einer grossen Menge anwuchsen, wie sie das in Südeuropa wegen des Bevölkerungswachstums taten, war das Resultat, dass letztendlich die meisten Leute in den südeuropäischen Gemeinschaften dem Zweck der ganzen heidnischen Religion gegenüber unwissend waren . Selbst in der frühen Eisenzeit dienten die öffentlichen Rituale den meisten nur als Theater, als eine Art schleierhafte Unterhaltung. „Nette Musik, spektakuläre Schau, aber was ist der Zweck?“ Hätten die Priester die Geheimnisse der Mysterien den Uneingeweihten gegenüber enthüllt, nur um sie wissen zu lassen, was vor sich ging, und ihr Interesse zu bewahren, hätte dies auch die ganze Erfahrung für sie ruiniert, denn die Erleuchtung kommt nur, wenn dem Kandidaten der Inhalt jedes Mysteriums zuvor unbekannt ist. Sie hatten sie geheim zu halten, oder die Mysterien würden keiner Bestimmung mehr dienen.

So brachte die heidnische Religion, anders als im kaum besiedelten Nordeuropa, nur einem kleinen Teil der Bevölkerung Südeuropas einen Nutzen. Dort betrachtete der einfache Mann die Religion als schleierhaft, die Riten waren zu komplex für ihn, oder sie, um sie zu verstehen und selbstredend schenkten sie ihm oder ihr keine spirituelle Erleuchtung. Als die Römer ein paar Jahrhunderte später das Christentum kreierten, eine Religion wie massgeschneidert für die mittelmäßigen Massen, die vom heidnischen Kult vernachlässigt wurden, war es nicht wirklich schwer in Südeuropa Anhänger für diese neue Religion zu finden. Das Christentum bot ein einziges Symbol, eine einzige Gottheit und einen Erlöser und war selbst für die intellektuell schwächeren Individuen nachvollziehbar. „Knie vor dem Kreuz, akzeptiere Jesus Christus als deinen Heiland und bist gerettet!“ Warum nicht? Zu dieser Zeit ließen die heidnischen Gemeinden nur die Elite der Gesellschaft in ihre Kulte und der Rest war im Prinzip ausgeschlossen. Warum sollte der Rest nicht einem Kult beitreten – dem Christentum – wo sie auch gerettet werden konnten und wo sie sogar sofort gerettet werden konnten? Viele Leute mussten so gedacht haben, denn in den nächsten paar Jahrhunderten breitete sich das Christentum über ganz Südeuropa aus. Die Dörfer in Südeuropa blieben länger heidnisch, offensichtlich weil die heidnischen Kulte in Dörfern kein Problem mit zu grossen Gemeinden hatten – und ich kann hinzufügen, dass dies anscheinend in erster Linie der Grund ist, warum wir die europäische Religion Heidentum (Paganismus) nennen, da paganus „Dorfbewohner“ auf lateinisch bedeutet. Das Christentum war zuallererst eine Religion für die uneingeweihten und unwissenden Massen in den größeren Städten.

West- und Osteuropa hatten das selbe Problem mit dem Bevölkerungswachstum und darum boten sie nur wenig Widerstand gegen das Christentum, aber Nordeuropa blieb ein kaum besiedeltes Gebiet. Zur Wikingerzeit lebten Zig-Millionen Leute in West-, Zentral-, Süd- und Osteuropa, aber nur gerade 250.000 Leute lebten in ganz Skandinavien. So blieb, während der Rest Europas christianisiert wurde, Skandinavien eine heidnische Gesellschaft. Vor allem wegen der Tatsache, dass die Leute in winzigen Gemeinschaften lebten, wo jeder am heidnischen Kult partizipieren konnte und mit einbezogen war. Skandinavien ist nie dekadent geworden und es gab keine Vakuum, welches durch das Christentum gefüllt werden konnte.

Das Resultat davon war, wie wir wissen, dass Nordeuropa sich gegen den kulturellen und religiösen Imperialismus des Christentums verteidigte, mit allen Mitteln die sie hatten. Überlegene Schiffstechnologie und Todesverachtung war nicht genug, wenn 250.000 Skandinavier den Zig-Millionen Christen Europas gegenüberstanden. Dennoch brannten sie die wenigen Klöster, die in Skandinavien schon gebaut waren, nieder, erschlugen oder warfen die Christen raus, die schon da waren, und kämpften 250 Jahre (!) heldenhaft, bevor der Widerstand gebrochen war und die Skandinavier schliesslich zustimmten zu heucheln, dass sie das Christentum annehmen.

Das Heidentum scheiterte nicht als Religion. Das Heidentum scheiterte nur daran, die offizielle Religion zu bleiben, weil es keine Religion für die Massen ist. Es ist eine Religion für gesunde Gemeinschaften, die aus wenigen Individuen bestehen die in Harmonie mit der Natur leben. Es ist eine Religion für die Starken, die Reinen, die Schönen und Gesunden, und für diese Leute ist es nach wie vor die einzige Religion, die es wert ist, praktiziert zu werden.

Wenn der Rest der Welt vor die Hunde geht wegen des Konsumismus, dem Kapitalismus, dem Internationalismus und den judäo-christlichen Religionen ist das nicht wichtig, weil die Heiden unverfälscht und stark zurückbleiben und in ihren eigenen gesunden und autarken Gesellschaften auf dem Land leben werden. Nichts und niemand kann unsere Kultur oder Rasse zerstören wenn nur wenige von uns unserer Religion bleiben, und sie können unsere Gedanken auch nicht beschmutzen mit ihrem asiatischen Dreck, wenn wir in Gemeinschaften leben in denen jeder eingeweiht ist – durch die heidnischen Mysterien. Wenn wir sie nicht lassen, können sie uns auch nicht mitreissen wenn sie in den Abgrund stürzen und ihr modernes Sodom und Gomorra sich selber zerstört. Die Heiden werden den Niedergang der Zivilisation überleben, weil sie daran nicht partizipieren und weil sie rein bleiben.

Varg “Lífþrasir” Vikernes
(12.10.2005)

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