Die alte Demokratie im Heidentum

von Varg Vikernes

übersetzt von Nino

 

Die alte skandinavische Gesellschaft bildete sich aus Häusern (das heißt Sippen, Familien) Stämmen und Nationen. Letztere wurde definiert als „grösserer Stamm“ und bildete sich aus einem Verband kleinerer Stämme. Der grössere Stamm in Norwegen zum Beispiel, wurde durch die Stämme gebildet, welche uns (unter ihren latinisierten Namen) bekannt sind als die Halogi (Adogit), Rani, Haroþi (Arothi), Rugi, Augandzi/Egdi, Raumi, Granni und Ragni.[1] Die kleineren Stämme bildeten sich allesamt aus einem Verband von Häusern. Das Fundament der alten Gesellschaft war eine gemeinsame Abstammung, so dass das Individuum zuerst und vor allem dem Haus gegenüber loyal war, dann dem kleineren Stamm und schliesslich dem grösseren Stamm. Je stärker die Blutsbande war, desto grösser war die Loyalität.

Den Männern war es bedacht, für immer mit ihrem Haus (und demnach mit dem Stamm und dem grösseren Stamm) verbunden zu sein, aber Frauen konnten Teil eines anderen Hauses werden, durch Heirat mit einem Mann eines anderen Hauses. Aus diesem Grund, übernahm, als es (in der Spätantike) normal wurde Vornamen zu gebrauchen, die Frau immer den Familiennamen ihres Gatten wenn sie heiratete, weil die Frau in die Hausgemeinschaft ihres Ehemannes eintrat und nicht anders herum. Ein Mann konnte nie Teil eines anderen Hauses werden; nicht einmal wenn er von Mitgliedern eines anderen Hauses gefangen wurde, denn Leibeigenen war es nicht bedacht ein Teil des Hauses zu sein. Leibeigene waren bloss Besitztum, wie etwa der Viehbestand.[2] Wenn ein Leibeigener ausriss wurde er ein Gesetzloser, ohne irgendwelche Rechte. Weibliche Leibeigene konnten den Mann des Hauses heiraten, wie andere Frauen, wurden dann aber als filler („Mätresse“) betrachtet, eine Art zweitklassige Frau. Jedes Kind aus einer solchen Beziehung wurde andererseits als rechtmässiger Bestandteil der Hausgemeinschaft des Mannes betrachtet (oder konnte als solcher betrachtet werden).

Die Leibeigenen im alten Skandinavien machten etwa 10% der ganzen Bevölkerung aus und der Rest fiel in zwei Kategorien; sie waren entweder Adlige oder freie Männer. Die Definition eines Adligen war „ein freier Mann mit einem (erbeigenen) Besitz.” Dies war  alles, was sie von freien Männern unterschied. Das skandinavische Wort für adlig, adelig, leitet sich vom Wort óðal ab. Das skandinavische[3] Wort adelig ist im Grunde das selbe wie „óðal-haft“ oder „óðal-ig“ und adelskap (Adel/Adelsstand) heisst prinzipiell “óðal-ität”.

Heutzutage muss man in Norwegen einen Bauernhof nur 20 Jahre lang führen, bevor man ihn als óðal(en) Besitz[4] geltend machen kann. Aber in der heidnischen Vergangenheit hatte das Haus (Sippe, Familie) einen Bauernhof mehrere Generationen zu besitzen und zu führen, bevor es das selbe tun konnte. Ein verheiratetes Mitglied der Familie hatte zuerst geboren zu werden, zu heiraten, zu leben und wenn es starb, auf dem Gut (nördlich des Bauernhauses) begraben und wiedergeboren zu werden (als ein neues Mitglied des Hauses), bevor der Besitz óðal(er) Besitz wurde. Der Grund dafür war, dass, um adlig zu werden, der freie Mensch zuerst zum Göttlichen erhöht werden musste, um die ásamál („Sprache der Götter“) zu lernen und grundsätzlich ein Gott oder eine Göttin zu werden hatte. Der Grabhügel des Hauses, im Norden des Bauernhofes gelegen[5], war ein Portal zum Reich der Götter und bis dieses Portal „entriegelt“ und „geöffnet“ war, existierte auf dem Gut keine mystische Verbindung zwischen Himmel und Erde. Wenn keine solche Verbindung existierte, konnten die Götter und Göttinnen normalerweise nicht am Leben der Lebenden teilhaben, und wenn die Götter das nicht tun konnten, konnten die Lebenden nicht zum Göttlichen erhöht werden.

In der skandinavischen Sprache wurde der Ehemann unter anderem ektemann („wahrer Mann“) genannt und in der Vergangenheit wurde auch die Ehefrau eketone („wahre Frau“) genannt. Dies ist so, weil unverheiratete Adelsmänner nicht als ganze („wahre“) Menschen betrachtet wurden. Der Adelsmann war nicht vollständig bis er mit einer adligen Frau in der Ehe vereint war und andersherum. Die Heirat war ein Initiationsritus die den Mann zum Göttlichen erhob, sie in Freyja verwandelte und ihn in Freyr (und wir kennen dieses Mysterium gut vom Märchen von Aschenputtel). Wir nennen deshalb in Skandinavien immer noch feine, reiche und Oberschichtenfrauen Fruer (sg. Frue) und in Deutschland Frauen (sg. Frau). Heute meint beides, Frue und Frau, einfach “Frau”, aber diese Bezeichnung kommt vom Namen der Freyja (urnorwegisch Fraujar, urgermanisch Fraujaz). Dies war ein Titel der für Frauen benutzt wurde, die zum Göttlichen erhöht wurden. Diese Frauen wurden Freyja auf Erden.

So war das heidnische Hochzeitsritual ein Initiationsritual, das sie erhöhte und göttlich machte, aber dies war offensichtlich nur möglich, wenn das Haus (Sippe/Familie) in das hinein geheiratet wurde, adlig war (das heißt sie lebten auf einem Gut mit einem entriegelten und geöffneten Zugang zu den Göttern). Die Männer und Frauen auf Erden brauchten einen Zugang zu Ásgarðr (auch bekannt als Troja/Troy) um erhöht und göttlich zu werden.

Wenn wir dies wissen, wird uns klar, warum die skandinavischen Adligen diar (“Götter”) genannt wurden wenn sie männlich waren und disir (“Göttinnen”) wenn sie weiblich waren und wie der Gott seine Göttin, Freyja, auf Erden, auf die Felder nehmen konnte und sie die Feldfrüchte segnen liess, wie es in den geschichtlichen Aufzeichnungen beschrieben ist.

Mit alle diesem Wissen im Hinterkopf, sollte es ziemlich leicht sein zu verstehen, warum es nur verheirateten Männer aus adligen Häusern erlaubt war an einem alten þing(„Parlament“, „Thing“) Einspruch zu erheben, zu stimmen und zu sprechen. Nur die Adelsmänner waren von den göttlichen Kräften beeinflusst und nur die verheirateten Edelmänner waren selbst zum Göttlichen erhöht. Nur sie waren Götter[6], so war es natürlich nur ihnen erlaubt den Kurs der Nation zu beeinflussen. Nur sie waren wirklich gute Menschen.

Nun, die Griechen nannten dieses System Demokratie, das heißt „die Herrschaft des Volkes“. Wir können immer einwenden, dass nicht jedermann das Recht hatte zu stimmen im alten Skandinavien und darum sei es keine wahre Demokratie gewesen. Wie auch immer, auch in modernen, so genannten, Demokratien ist es nicht jedermann erlaubt zu wählen, aber wir nennen sie trotzdem noch Demokratien. Heute hat man 18 Jahre alt zu sein und jeder der jünger ist, ist ausgeschlossen. Diejenigen Individuen, die jünger sind als 18, dürfen nicht wählen, weil wir glauben, dass sie zu jung, zu unerfahren, zu unverantwortlich, zu einfach zu manipulieren und grundsätzlich zu töricht und ignorant sind, um zu wissen was das beste für unsere Nationen ist. Sie sind schlicht zu unqualifiziert um zu wählen. In der heidnischen Vergangenheit glaubten sie, dass jene, die nicht zum Göttlichen erhöht waren, zu unqualifiziert waren um zu wählen, aber davon abgesehen ist das System identisch; in beiden Systemen ist es nur einem Teil des Volkes erlaubt zu wählen.

Was die modernen Demokratien so verachtenswert macht, ist zuallererst die Tatsache, dass heutzutage jeder wählen kann, ungeachtet ihrer Loyalitäten, Abstammung, Gesetzestreue, intellektuellen Fähigkeiten, Gesundheit und allgemeinem Benehmen, so lange sie nur 18 Jahre alt sind. Es gibt keine Qualitätstests. Selbst moralisch bankrotten Drogendealern, Serienvergewaltigern, unheilbaren Pädophilen, abscheulichen Sadisten, ekelhaften Homosexuellen, Share Brokern und allen anderen Degenerierten und Kriminellen unserer Gesellschaften ist es erlaubt zu wählen! Mohammedanern, Juden, Freimaurern und Christen, welche Europa alle hassen und die uns, unsere europäischen Nationen und Kulturen als minderwertig und primitiv betrachten, ist es erlaubt zu wählen! Absolut einfältigen Individuen, die kaum wissen was Kultur ist, ist es erlaubt zu wählen! Selbst Fremden, die sich noch nicht einmal genug um ihre eigenen Nationen kümmerten, so dass sie zuhause geblieben wären, ist es erlaubt zu wählen. Alles was diese Individuen benötigen um den Kurs unserer Nationen zu beeinflussen, ist 18 Jahre alt zu sein.

Die alte Demokratie ist ganz anders, weil in diesem System nur jene, die eine enge und vertrauliche Beziehung zu dem Land haben, in welchem sie leben, das Recht haben zu wählen. Nur jenen, die etwas zu verlieren haben, wenn die Dinge schief laufen, ist es erlaubt zu wählen. Nur jenen die der Nation mit Blut verbunden sind, ist es erlaubt zu wählen. Nur den adligen, guten und erleuchteten Söhnen unserer Nationen war es in der alten Demokratie erlaubt zu wählen.

Nun, ich höre schon paar Frauen jammern ob der Tatsache, dass es nur adligen Männern erlaubt war, abzustimmen, aber ich will an die Tatsache erinnern, dass Ehemann und Ehefrau als eines betrachtet wurden. Sie waren eine Einheit. Von der Frau wurde erwartet ihren Mann zu beeinflussen, ihm Ratschlag zu geben und ihm zu helfen die richtigen Entscheidungen zu treffen, genauso wie Frigg und Saga dies in den Mythen in ihrer Beziehung zu Óðinn wiederholt tut. Man erinnere sich, dass, wenn der Mann unverheiratet war, es ihm erst einmal gar nicht erlaubt war zu wählen. Unverheirateten Adelsmännern war es nicht nur nicht erlaubt zu wählen weil sie als zu unverantwortlich und unreif betrachtet wurden, sondern sie hatten auch keine weise Freyja an ihrer Seite um ihnen Ratschlag zu geben und darum war es ihnen nicht gestattet mitzubestimmen. Der Ehemann repräsentierte seine Familie und stimmte im Namen von beiden, ihm selber und seiner Frau. Sie waren eine Stimme und wurden beim þing durch ihn repräsentiert. „Eine Familie, eine Stimme“. Keine Frau, keine Stimme.

Anders als im Rest der heidnischen Gesellschaft, gab es im Haus (Sippe/Familie) selbst keine Demokratie, weil, wie wir alle wissen, man Kindern nicht das Recht geben kann, ein Veto einzulegen, zu wählen und ein Mitspracherecht zu haben, was die Familie zu tun hat. Wenn sie älter und weiser sind können sie Ratschläge geben, aber der Kopf der Familie hat das Sagen.

Demokratie funktioniert nur, wenn es nur den verheirateten Adelsmännern erlaubt ist, ein Veto einzulegen und zu wählen, wie dies in der alten Demokratie der Fall war. Wenn es anderen auch erlaubt ist, das Sagen zu haben, wird es nicht mehr als eine verabscheuungswürdige Ochlokratie („Herrschaft des Pöbels“) geben, wie die so genannten Demokratien von heute.

Varg Vikernes

(January 2005 & February 2006)

 

“More people are elected between sunset and sunrise than between sunrise and sunset.”

(A US statesman)


[1] Wohnhaft in Hålogaland (inklusive Trøndelag), Møre/Haflon (Avalon!), Hordaland, Rogaland, Agder, Romerike, Grenafylke, und Ragnariki (heute Bohuslän in Sweden) respektive, entlang der Küste von Ultima Thule, dem alten Norwegen, vom Norden zum Süden.

[2] Gemäss dem alten Rechtssystem war eine Kuh mehr wert als ein Leibeigener. Wenn man jemand anderes Kuh tötete, hatte man eine höhere Buße zu bezahlen, als wenn man den Leibeigenen von jemand anderem tötete.

[3] Es gibt geringe Unterschiede zwischen Dänisch, Norwegisch und Schwedisch, aber ich behandle sie alle wie eine Sprache, aus gründen der Einfachheit.

[4] Gemäss meiner Kenntnis ist Norwegen das einzige Land, das immer noch das alte óðal Recht praktiziert, aber dieses Recht war auf die gleiche Weise in ganz Europa geläufig, oder es war zumindest im germanischsprachigen Raum gebräuchlich.

[5] Darum sagen wir in Skandinavien, die Dinge gehen nord og ned („nördlich und runter“) wenn sie schief gehen. Nördlich und runter bedeutet ins Grab (und zu Hel)

[6] Ich fühle, dass ich absolut klar machen sollte, dass das Wort „Gott“ („god“ im englischen Original [d. Übers]) „gut“ („good“ [d. Übers.]) bedeutet und einfach vom Wort „gut“ stammt. „Gott“ und „gut“ ist grundsätzlich das selbe Wort.

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