Die Demokratie ist das Problem

Von Alfonso Sexto am 02. Februar 2013 auf Resistencia Castellana veröffentlicht; übersetzt von Ruy Díaz.

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Viele beten die Demokratie heutzutage an wie das goldene Kalb. Das Wort hat einen strahlenden Nimbus, der uns Ehrfurcht einflößt. Dies liegt nicht daran, dass uns die Demokratie gegenwärtig so gut bekommen würde, sonderen allein an der Machtstellung gewisser Eliten, die in „unserer“ Demokratie alleine das Sagen haben. Es handelt sich um ein weiteres Tabuthema. So gut wie niemand traut sich, die Demokratie an sich infrage zu stellen. Wer dies dennoch tut, „stellt sich außerhalb des allgemeinen Konsens demokratischer Grundwerte“ und ist als „Nazi“ verschrien. Die ganzen Schweinereien, die eine abgehobene „Elite“, welche inzwischen oft nicht einmal durch Wahlen an die Macht gekommen ist und die niemandem Rechenschaft schuldet, mit uns anstellt, sind jedoch Teil unserer gelebten „Demokratie“ und nur durch diese möglich. Momentan sind wir eine Herde Schafe, die zwischen einem Löwen und einem Wolf als Entscheidungsträger wählen kann und sich gegenseitig ständig versichert, dass dies doch die beste und einzig akzeptable Lebensweise sei. Bei fortschreitendem demographischen Niedergang (d.h. von den Eliten geplantem Genozid an uns) werden wir einige Schafe sein, die mit einem zahlenmäßig überlegenen Wolfsrudel abstimmen dürfen. Es ist Zeit, sich Gedanken zu machen. 

Sternbald

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morpheus

Auch wenn ich Gefahr laufe, mich zu wiederholen, halte ich es für notwenig, darauf zurückzukommen, worum es sich bei der Demokratie handelt. Ja, ich weiß schon: Uns allen haben sie in der Schule beigebracht, dass es sich um „eine Regierung des Volkes, durch das Volk und für das Volk“ handele. Dieses Sprüchlein könnt ihr getrost vergessen, denn es ist falsch. Die Masse hat zu keinem Zeitpunkt Kontrolle über irgend etwas. Die Masse wird durch die Massenmedien und die Lügen der politischen Parteien gesteuert, bei welchen es sich keinesfalls um natürliche und unvermeidliche Entitäten handelt. Niemand wird als Mitglied einer Partei geboren, aber wir alle werden dazu gezwungen, die Parteien zu subventionieren. Es handelt sich um künstliche Entitäten, welche allein von ihrem eigenen Nutzen und dem der Banken geleitet sind, von deren Krediten die Parteien abhängen. Selbst Izquierda Unida [die spanische Linkspartei] hat Schulden bei den Banken. Ohne diese Schulden wäre kein Wahlkampf möglich. Hat irgendjemand einmal davon gehört, dass die Linke Cayo Lara die Verstaatlichung der Banken im Parlament fordert? Jetzt wisst ihr, warum sie das nicht tut.

Ein weiteres Merkmal der liberal-kapitalistischen Demokratie ist das Gleichmachen der Menschen. Gleichheit klingt sehr gut in einer vom Christentum geprägten Gesellschaft, in der uns von klein auf in die Ohren gesäuselt wird, dass „die Letzten die Ersten sein werden“ und dass wir als Gottes Kinder alle gleich sind. Dies ist falsch. Die Menschen sind alle unterschiedlich. Nicht ich sage das, sondern unser Erbgut. Jeder Mensch ist eine Welt, jedes Land ist unterschiedlich von den anderen, und jede Rasse hat ihre eigene Lebensweise. Genauso sind Männer und Frauen unterschiedlich, ob es den Feministen gefällt, oder nicht. Aber inwiefern macht Demokratie gleich? Sehr einfach. Wie viele Wissenschaftler, Professoren, Philosophen, Musiker, Schriftsteller und allgemein gebildete Menschen seht ihr auf der Straße? Sehr wenige. Die große Mehrheit der Bevölkerung sticht durch nichts hervor. Sie lebt ihr Leben und ist mit dem zufrieden, was sie hat. Nichts von dem, was man ihr erzählt, stellt sie infrage. Kurzum: Die Mehrheit ist mittelmäßig. Demzufolge ist alles Herausragende in der Minderheit. In Spanien ist dies mehr als offensichtlich. In einer liberal-kapitalistischen Demokratie ist die Stimme einer herausragenden Persönlichkeit genauso viel wert wie die eines Schwachsinnigen oder eines Dummkopfes. Folglich wird das Herausragende in der Mittelmäßigkeit ertränkt.

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In Folge dieser Gesetzmäßigkeiten erhält bei Wahlen niemals der beste Kandidat oder die beste Partei die Mehrheit der Stimmen. Die Masse wählt, angeleitet von der Parteipropaganda, welche mit dem Geld der Banken finanziert wird, die Partei, die vorgeblich am gemäßigsten, am wenigsten radikal und am wenigsten schädlich ist (am wenigsten schädlich für die Banken). Man wählt das kleinere Übel. Wenn dies über Jahrzehnte geschieht, degeneriert eine Gesellschaft. In dem das kleinere Übel gewählt wird, wird definitiv das Übel unterstützt, und nicht das Gute. Zum Beispiel: Ich wähle PSOE [die Sozialisten], sie machen es schlecht – folglich wähle ich PP [die „Konservativen“], sie machen es schlecht – folglich wähle ich PSOE… usw. PSOE und PP sind wie zwei Fraktionen einer Blockpartei, weswegen man sie besser bei ihrem wirklichen Namen nennen sollte: PPSOE.

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Die liberal-kapitalistische Demokratie geht mit einem Wirtschaftssystem einher. Es handelt sich um ihr Herz, das kapitalistische System. Was ist Kapitalismus? Kurz gefasst ein System, in dem der Geldwert und der Gewinn einer Minderheit über dem Wohl der Mehrheit steht. Um systematisch den Gewinn dieser Minderheit zu garantieren, muss produziert und verkauft werden, und um zu verkaufen, muss konsumiert werden. All dies geschieht in einem Teufelskreis, der von einem Bankensystem betrieben wird, welches die nötigen Kredite bereitstellt, damit das Rad nicht stillsteht. Kapitalismus ist ohne Schulden nicht denkbar. Seid ihr euch bewusst, dass es in dieser Gesellschaft unmöglich ist, ohne ein Bankkonto zu leben? Wisst ihr, dass die Bank jeden Euro, den ihr auf euer Konto einzahlt, 50 Mal weiterverleiht? Wucher ist die Grundlage des Bankgeschäfts, und genau dies ist die Grund für die gegenwärtige Wirtschaftskrise. Zu hohen Zinsen verliehenes Geld, das eigentlich gar nicht existiert. Virtuelles Geld, welches die Banken geschaffen haben, um Menschen zu versklaven. Hitler fasste das Prinzip des Wuchers meisterhaft in diesem Satz zusammen: „Wenn ich dir einen Kleiderschrank leihe, gibt du mir nicht eineinhalb Kleiderschränke zurück, sondern einfach nur den Kleiderschrank. Wenn aber eine Bank dir 100 Mark leiht, gibst du ihr 150 Mark zurück, und von diesen 50 Mark lebt der Wucherer, ohne zu arbeiten“. Geld ist das Einzige, was von Banken geschaffen wird. Geld, welches durch keinen materiellen Wert gedeckt ist und welches durch kein Gesetzt reguliert wird. Wird das Bankwesen jedoch verstaatlicht, ist das Problem behoben. Nimmt man dem Kapitalismus die Banken, nimmt man ihm das Gehirn. Ich komme darauf zurück: Hat irgendjemand von irgendeiner Partei die Forderung gehört, die Banken zu verstaatlichen? Sogar von Sozialdemokraten wurde ich als „Utopist“ bezeichnet, weil ich gefordert habe, dass die Geldschöpfung allein in der Hand des Staates liegen darf.

Wie so viele andere Sachen existiert der Kapitalismus vor allem deswegen, weil seine Prinzipien uns von klein auf eingehämmert werden. Vielen scheint gar kein anderes Wirtschaftssystem denkbar zu sein. Tatsächlich ist der Kommunismus nichts anderes als ein Staatskapitalismus, in welchem das Privateigentum und damit die Grundlage der Zivilisation abgeschafft wird (wer sein Haus nicht besitzt, ist nicht Herr im Haus). Natürlich gilt dies nur für die bedauernswerten Menschen, die nicht zur Führungsriege der Kommunistischen Partei gehören.

Die liberal-kapitalistische Demokratie befördert darüber hinaus den moralischen Relativismus. Alles hängt von der Zustimmung der Masse ab. Die Masse liegt immer richtig, sie kann sich nicht irren. Wenn die Masse abstimmt, dass der Himmel grün ist, ist er grün. Wenn die Masse für die Zerstörung der Familie wählt, ist es gut so. Wenn die Mehrheit sich dafür entscheidet, sich von Landsleuten zu trennen, mit denen sie Jahrhunderte zusammengelebt, gekämpft und Geschichte geschrieben hat, ist dies ein Fortschritt. Die Demokratie stellt sich über den Schöpfer selbst. Und wenn das System zusammenbricht, so wie gegenwärtig in Spanien, stürmen die Massen wütend auf die Straßen und fordern mehr Demokratie, „echte“ Demokratie oder eine „demokratische Erneuerung“. Die Gesellschaft trägt einen fauligen Tumor in ihrer Brust und verlangt nach einem frischeren und angenehmer anzuschauenden Tumor. Und alle, die es wagen, dieses politische System zu kritisieren, werden mit den schlimmsten Beschimpfungen bedacht: Faschisten, Rassisten, Nazis, Völkermörder…

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Du musst verstehen, dass die meisten Menschen immer noch Teil des Systems sind. Du musst verstehen, dass die Mehrheit der Menschen nicht bereit ist, abgekabelt zu werden. Und viele von ihnen sind derart unselbstständig, derart hoffnungslos abhängig vom System, dass sie kämpfen werden, um es zu verteidigen.

Habt ihr jemals beobachtet, dass sich ein Ameisenvolk versammelt, um über seine Zukunft zu abzustimmen? Habt ihr jemals gesehen, dass sich ein Wolfsrudel zusammenfindet, um über Kriterien der Jagd und der Fortpflanzung zu diskutieren? Und trotzdem geben die Demokraten vor, die radikalsten Verteidiger einer Natur zu sein, die wir, eingeschlossen in unsere Ameisenhaufen gleichenden Städte, nicht mehr verstehen können. Opfer, Kampf, Hierarchie, Aristokratie – dies sind die leitenden Prinzipien der Natur, und nicht wir.

In Spanien haben 35 Jahre seit der Auflösung eines autoritären und hierarchischen Regimes, wie es der Frankismus (mit all seinen Licht- und Schattenseiten) darstellte, gereicht, um das Land in einen schwindelerregenden Abgrund der moralischen Verkommenheit, Korruption, Zwietracht und Selbstzerstörung zu stürzen. Für Spanien ist die Demokratie wie ein Strick um den Hals. Aber bevor die Krise zu spüren war, waren Alle glücklich, auch wenn jeder wusste, dass alle Politiker Diebe sind. Der Konsum machte glücklich. Durch Konsum vermittelt die Demokratie ein falsches Gefühl der Freiheit. Damit du dich frei fühlst, ohne frei zu sein. Sie riecht nicht, sie hat keinen Geschmack, und wir bemerken sie kaum, auch wenn wir alle von ihr betroffen sind. Es ist nichts anderes als die vollkommendste aller Diktaturen. Die Demokratie hat keine Fehler; sie ist der Fehler.

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Ausgewählte Kommentare zur Erstveröffentlichung der deutschen Übersetzung:

Nino:

Wenn der Verfasser von der “liberal-kapitalistische[n] Demokratie” schreibt, gesteht er doch implizit ein, es gäbe noch eine andere Form der Demokratie. Ergo kann man den Wunsch nach einer “wirklichen” Demokratie nicht einfach als Hirngespinnst abtun.

Zudem; der Verfasser liegt natürlich mit seiner (ironischen?) Feststellung, die Masse könne sich nicht irren, Meilenweit neben dem Sinn und Zweck der Demokratie. Natürlich kann die Masse sich irren. Genauso wie sich auch ein König, ein Diktator oder eine Aristokratie irren kann. Die Demokratie sagt eigentlich nur aus, dass die Bürger eines Staates selber über ihr Schicksal bestimmen sollen und nicht nur eine gewisse Schicht von Bürgern. Die alten Athener schlossen aus dem Recht der Bürger, selber über ihre Geschicke zu bestimmen, es sei unzulässig, dass sich über der Volksversammlung überhaupt noch eine Regierung befindet. Nun vergleichen wir das mit der heutigen Zeit: Nicht nur haben alle Demokratien Regierungen, diese werden mancherorts sogar nicht einmal durch die Bürger gewählt. Statt dessen werden in Gruppen zusammengefasste Bürger gewählt, die danach sagen, welche Regierung das Volk bekommt.

Diese gewählten Gruppen wiederum bestimmen dann 4-5 Jahre lang den Kurs eines Landes, ohne dem Bürger ein korrigierendes Mittel in die Hand zu geben. Da stellt sich dann tatsächlich die Frage, inwiefern man bei den heutigen Demokratien von Demokratien sprechen darf.

In die selbe Richtung geht im Beitrag auch die Bemerkung über die Abschaffung des Trägers der Demokratie; das Volk. Mit welchem Recht könnte sich bspw. eine Monarchie Monarchie nennen, wenn der Träger der Monarchie sich selbst entleibt und seine Macht in die Hände Fremder gibt? Niemand würde danach noch behaupten, man lebe in einer Monarchie. Nur bei der Demokratie haben alle das Gefühl, man könne den Träger dieser Regierungsform abschaffen, ohne dass man die Regierungsform selbst abschafft. Der Irrtum rührt vom Irrglauben, Demokratie bezeichne nicht mehr als ein blosses Mehrheitswahlrecht.

Es ist mMn unzulässig, jetzt einfach zu sagen, die Demokratie sei das Problem. Ein Monarch kann genauso gut in die Abhängigkeit von Banken geraten, wenn er kein Geld hat, um die Wünsche seiner Untergebenen zu befriedigen. Wenn er also vor lauter Inkompetenz um seine Machtstellung fürchten muss. Man darf aber auch nicht das Gefühl haben, eine Demokratie sei ein gesundes Regierungssystem, wenn der Träger dieses Systems krank ist. Das hängt aber mit der Propaganda der letzten 50 Jahre zusammen. Wer stellt denn heute überhaupt noch irgendwelche Fragen an seine parlamentarischen Vertreter. Es ist heute selbstverstädlich, dass jeder, führt er auch ein noch so verabscheuungswürdiges Leben, zum Politiker werden kann. Nur ein Beispiel, das womöglich sogar ein wenig trivial erscheint: Lies sich früher ein Politiker scheiden, so war seine Karriere meist beendet. Heute werden problemlos Leute gewählt, welche irgend eine osteuropäische Millieuarbeiterin heiraten, welche sie notabene bei der Arbeit kennengelernt haben. Das ist ein Beispiel (welches der eine oder andere als nicht so tragisch betrachten mag), aber es zeigt, dass wir heute keine moralischen Massstäbe mehr an irgendwelche politischen Amtsträger haben. Es werden sogar Leute wieder gewählt, welche offen zugeben, sie hätten die Leute belogen!

Dem könnte man entgegentreten, indem jeder Politiker am Ende seiner Amtszeit einen Rechenschaftsbericht ablegen muss. So könnte jeder Bürger nachprüfen, ob die Versprechungen gehalten wurden, wie oft man Sitzungen geschwänzt hat etc.

Im letzten Abschnitt des Artikels könnte man ebensogut an Stelle von “Demokratie” irgend eine andere Regierungsart einsetzen und die Aussagen würden wohl nicht weniger wahr.

Tagträumer:

Ich hätte auch einen Vorschlag zu machen, auch wenn dieser eine Demokratie und ein Wahlsystem und natürlich ein ethnisch homogenes Volk voraussetzen würde. Das Wahlrecht sollte abgestuft bzw. hochgestuft werden. Eine einzige Stimme sollte ein volljähriger Wahlberechtigter haben, zwei jemand mit einer Berufsausbildung, drei jemand der Wehr- oder Zivildienst geleistet hat, vier Stimmen jemand der eigene minderjährige Kinder hat, fünf bis zehn jemand der ein Nettosteuerzahler ist, also jemand der mit der eigenen *produktiven* Arbeit (also nicht so etwas wie Genderbeauftragter oder Parteifunktionär) mehr Geld dem Staat und der Gesellschaft gibt, als er entnimmt. Weitere Stimmen können vergeben werden, wenn jemand Kinder erzogen hat, die produktiv und selbständig sind (z.b. Frauen, die ihre Kinder selbst erzogen haben) jemand, der mit seinem Vermögen und auf sein Risiko ein Unternehmen betreibt und Leute angestellt hat und für diese Verantwortung trägt oder jemand der sich besondere Verdienste um Land oder Volk erworben hat.

Dieses System würde endlich mal die fleissigen, produktiven, lebenserfahrenen Leute belohnen und die faulen, parasitären Elemente behindern. Das System, so wie es jetzt ist, daß alle nur eine und die gleiche Stimme haben, egal wieviel sie bisher in ihrem Leben geleistet haben ist absolut dysfunktional und zum Scheitern verurteilt. Genauso sollte das passive Wahlrecht ausgestaltet werden. Kandidat kann nur jemand werden, der die obigen Voraussetzungen erfüllt, Parteifunktionäre ohne Berufsausbildung und Lebenserfahrung, die noch nie in ihrem Leben irgendetwas sinnvolles selbständig auf die Reihe gebracht haben, die moralisch und intellektuell absolut unterste Stufe sind, würden dann nicht mehr so wie heute alle Parlamente bevölkern und das Schicksal eines ganzen Volkes lenken.

Sternbald:

Angesichts dessen, dass der Autor des Artikels sich auf einen konkreten Ist-Zustand bezieht (nämlich die Situation in seinem Heimatland Spanien) finde ich seine Demokratiekritik absolut zutreffend. Der Artikel ist nicht theoretisch, sondern konkret realitätsbezogen.

Dies sind meine Gedanken zur Theorie:

Bei einer tiefgreifenden Reform des Wahlrechts mit einer intelligenten Gewichtung der Stimmen und einer besseren Kontrolle der Mandatsträger könnte eine demokratische Regierungsform in dafür geeigneten Staaten hervorragend funktionieren und die beste Lösung sein.

Ohne überhaupt zu diskutieren, in welchen Ländern ein solches Demokratiemodell ausführbar wäre, muss die Frage nach der derzeitigen Wahrscheinlichkeit/Möglichkeit seiner Einführung wohl negativ beantwortet werden. Auf demokratischem Weg werden die gegenwärtigen europäischen “Demokratien” sich nie in Idealdemokratien verwandeln lassen; dafür bräuchte es einen Diktatoren, der die Umstellung in die Hand nimmt. D.h., selbst wenn man die Demokratie als beste Lösung ansieht, dürfte man zu ihrer Verwirklichung nicht um undemokratische Vorstufen und Methoden herumkommen.

Apelle an die Vernunft haben keine Wirkung, wenn sie an anonyme Massen gerichtet sind. Dann greifen andere Mechanismen. Genau darauf will der Autor hinaus. Und deswegen kommt die Parteienkleptokratie voll zum Zuge.

Unter welchen Umständen könnte eine “gute” Demokratie aber überhaupt funktionieren? Mehr oder weniger hat es damals in Athen geklappt, und Rousseau nennt seine Heimatstadt Genf als Beispiel, dabei anmerkend, dass eine richtige Demokratie seiner Meinung nach nur auf lokaler Ebene und in Städten bis zu einer gewissen Größenordnung funktionieren kann. So kannte sich sowohl in Athen als auch in Genf wohl jeder, wodurch eine ganz andere Kontrolle der einzelnen Akteure automatisch gegeben war, v.a. weil Sittlichkeit noch ein bestimmendes Prinzip war.

Heutzutage leben wir aber in anonyen Massengesellschaften, und der von Alfonso Sexto beschriebene Nivellierungseffekt ist meiner Meinung nach zutreffend. Was meint Ihr? Könnte die Idealform der Demokratie in unserer modernen Massengesellschaft überhaupt verwirklicht werden? Und wenn nicht: Lohnt es sich dann überhaupt, diese Idealform ausgiebig zu diskutieren?

Osimandia:

Wenn wir die leistungsbezogene Stimmengewichtung wie hier vorgeschlagen jetzt einführen würden, hätten wir mit großer Wahrscheinlichkeit andauernd – alternativlos sozusagen – eine CDU-Regierung. Wenn man nur die kinderzahlbezogene Stimmengewichtung jetzt einführen würde, hätten wir wohl eher andauernd eine SPD-Regierung. Bei einer Mischform vermutlich das gleiche wie jetzt.

Wenn man Wehrpflicht/Pflicht zum sozialen Jahr hat, ergibt eine Bevourzugung bei der Wahl für diese Leute keinen Sinn, da Pflicht ja bedeutet, dass es jeder machen muss (auch diejenigen, die es hassen)- es fielen nur Schwerbehinderte raus, sowie sehr junge Menschen, die noch nicht fertig mit dieser Pflicht sind. Damit eine solche Gewichtung sinnvoll ist, müsste das freiwillig sein. Was “nett” ist, aber wirkungslos. Damit belohnt man nämlich Gutmütigkeit – Gutmütigkeit geht aber keineswegs mit politischem Verstand oder Weitsicht einher und schon gar nicht mit einer geringeren Beeinflussbarkeit durch Medien. Letzteres im Gegenteil: Wer sich dazu beeinflussen lässt, ein Jahr seines Lebens ohne Verdients für die Gemeisnchaft zu rbeiten (in jungem Alter!), lässt sich auch dazu beeinflussen, ausländische Fachkräfte zu importieren oder die Banken zu retten, wenn das nur als “gut für die Gemeinschaft” verkauft wird.

Mit Gutmütigen treibt man die Welt um, heißt eine alte Redensart. Die Erfinder der Demokratie wissen das.

Sie verkaufen es doch so! Sie sagen bei weitem nicht mehr nur “wir müsssen den armen Menschen Asyl gewähren” sondern viel mehr “das ist gut für Deutschland” und “WIR brauchen das.” Gutmenschen sind keine hedonistischen, egoistischen Asozialen.

In den USA sind gerade die fahenenschwingenden Patrioten, die freiwillig und aus tiefer Überzeugung, etwas für ihr Land zu tun, zur Army gehen, die schlimsmten Sheeple, die auf jeden False Flag Anschlag und jede noch so dämliche Propganda von bösen Feinden, (der barabarische “Hunne” im 1. WK) und ihren armen Opfern, die man befreien muss, reinfallen.

In einer Demokratie bestimmt nicht das Volk die Politik sondern die Medien. Einzelne lassen sich zwar nicht beeinflussen, aber Einzelne zählen nicht bei Mehrheitsentscheidungen.

Ich habe leicht den Eindruck, dass all die Vorschläge zur Verbesserung der Demokratie von dem Wunsch getragen sind, genau die Politik durchzusetzen, die man selber gerne haben möchte (das halte ich nicht für schlimm, sondern für legitim!), sie aber unbedingt “demokratisch legitimiert” haben möchte. Also im Grunde eine wohlwollende Diktatur, bei der die Stimmengewichtung so optimiert ist, dass sie immer gewählt wird, aber die Leute nicht merken, dass es eine Diktatur ist.

Ich halte die Demokratie deswegen für eine falsche Regierungsform, weil die Leute sie nicht wollen.

Sie möchten sie derezit haben, weil sich das so gehört und weil es der Eitelkeit schmeichelt (“das Volk ist der Souverän und meine Stimme ist wichtig”) aber sie lesen deswegen noch lange kein Parteiprogramm oder eventuell sogar todlangweilige Rechenschaftsberichte ihres Abgeordneten. Aber wenn in der Zeitung steht “Abgeordneter XYZ hat seine Putzfrau schwarz bezahlt”, dann wählen sie ihn nicht mehr.

Sie wollen sich einfach nicht um Politik kümmern, bzw. tun es – derzeit unter massivem moralischem Druck (“Nichtwählen ist sehr verantwortungslos und so etwas möchte ich nicht sein. Die armen Menschen in Nordkorea und Saudiarabien und damals unter Hitler und Stalin wären froh, wenn sie wählen dürften”) – so wie man alles tut, was man unter Druck tut: Oberflächlich und mit möglichst geringem Zeit- und Denkaufwandm nach dem nächstbesten Schlagwort, das ihnen im Gedächtnis geblieben ist. Das ist das Einfallstor für Medien.

Hope

Das korrupte (divide et impera) Parteiensystem muß weg – soweit scheinen sich alle einig zu sein. Direkte Demokratie mit Stimmengewichtung soll her – auch gut und richtig. Was ich vermisse, ist der die Einsicht, daß bei aller direkten Demokratie auch ein Anteil an repräsentativer Demokratie vonnöten ist – irgend jemand muß hauptberuflich die vorgegebenen Ziele auch verwirklichen – und auch den zentralen Ansatz der unbedingten und unteilbaren Verantwortlichkeit. Nämlich Verantwortlichkeit jener, die im Namen des Volkes die – nennen wir sie so – Regierungsgeschäfte auf Zeit übernehmen, jederzeit abrufbar im Falle von Fehlverhaltens natürlich.

Gute, sicherlich noch auszubauende Ansätze hierzu finden sich zB in Johannes Heinrichs “Demokratiemanisfest für die schweigende Mehrheit” (auch von Prof Schachtschneider empfohlen) mit seinem vom Volk direkt gewählten 4-Kammersystem (Witrschaft-Politik-Kultur-Legitimation) – sehr lesenswert!

Was mir bislang noch niemand präsentieren konnte (mich selbst eingeschlossen), ist ein funktionierendes Kontroll-System, um Machtanhäufung/zementierung/mißbrauch zu verhindern. Ein Baustein hierzu dürfte jedoch das unveräußerliche (durch keinerlei Einschränkungen und Abgaben behinderte) Recht des unbescholtenen Bürgers auf eigenen Boden/Besitz und das Besitzen, Tragen und Benutzen (ggüber jeden, der diese Ordnung und die eigene Sicherheit in Frage stellt, nach dem Motte “wer in mein Haus eindringt, hat sein Recht auf Unversehrtheit und Leben abgegeben”) von Waffen zu sein.

Osimandia:

„Es gibt in einer Demokratie keinen Zwang zur Teilnahme. Wer nicht will, der muss auch nicht. Wer am Sonntag lieber zum Angeln fährt als abstimmt, kann das tun. Somit scheiden schon eine Menge desinteressierter Leute aus.“

Das ist ja teilweise schon verwirklicht, ein beträchtlicher Teil der Nichtwähler wird aus Desinteressierten bestehen. Ich finde das gut, wenn Desinteressierte nicht wählen. Aber es ist m..E. noch nicht ausreichend, es wird ja gerade das Gegenteil andauernd propagiert. Nichtwählen gilt als sehr böse und verantwortungslos, weswegen viele Desinteressierte trotzdem wählen gehen. Weniger wegen der Außenwirkung (das ist nur in sehr kleinen Orten so, wo einen die Wahlhelfer kennen, in größeren Gemeinden merkt das keiner), sondern schon eher aus einem inneren Gefühl “man sollte vielleicht doch… und man kann ja noch kurz vor dem Angeln hingehen und seine Bürgerpflicht erfüllen, man ist ja schließlich kein verantwortungsloser Assi, sondern ein guter Bürger”.

Ich würde die Verbreitung der umgekehrten Ansicht besser finden: “Überlegen Sie sich gut, ob Sie wählen wollen! Wenn Sie keine Zeit haben, sich intensiv mit ihrer Wahlentscheidung zu beschäftigen, ist eine Stimmenthaltung sehr verantwortungsvolles Verhalten.” (Zumal das auch der Wahrheit entspricht, in anderen Bereichen macht man das nämlich auch, zu sagen: Ich möchte mich zu der Entscheidung nicht äußern, weil ich mich nicht genug mit den Konsquenzen befasst habe).

Eventuell könnte man auch direkt an das Wählen einen kurzen Arbeitseinsatz binden. Nur wer im letzten halben Jahr vor der Wahl vier Wochenenden lang den Wald fegt oder fürs Altersheim Kuchen backt, darf wählen, wobei man sich selber drum kümmern muss, etwas zu tun zu finden. Staatliche Hilfen dabei oder gar Vereine, die das organisieren, sind nicht zulässig. Nicht um Gutmütigkeit zu belohnen, sondern um das Wählen unangenehm und anstrengend zu machen, und somit alle, die es nicht wirklich wollen, auszusortieren. Es nicht zu tun, sollte aber auf keinen Fall als minderwertig oder gemeinschaftsschädigend gelten – sondern der vollkommen neutrale Normalfall sein. Es zu tun, etwas Besondere – wie es jetzt ehrenamtliche Tätigkeiten auch sind.

Damit hätten wir eine sehr geringe Wahlbeteiligung, wahrscheinlich könnte man sie schon mit einer Wahlgebühr von 20 Euro auf deutlich unter 50% drücken. Und wem das Wählen keine 20 Euro alle vier Jahre wert ist, sollte es wirklich besser sein lassen.

Das Gegenargument wäre wahrscheinlich, dass dann nur noch “Fanatiker” wählen und extreme Parteien stark davon profitieren würden. Das stimmt wohl, die Volksparteien, die sich alle in der “Mitte” drängen, würden ins Bodenlose fallen. Aber wäre das so schlecht? Ist “Fanatiker” nicht einfach nur ein Schimpfwort für diejenigen, die sich wirklich Gedanken machen, weil die Demokratiesimulation die beeinflussbare Masse braucht, um genau diese Leute immer zu überstimmen?

Dunkler Phoenix:

Mit einem Aspekt des Artikels habe ich ein Problem:

Es wird gesagt, der Sinn des Kapitalismus sei Konsum und immer mehr Konsum. Das kann nicht stimmen.

Es wäre möglich uns allen, inklusive den Arbeitslosen,jeden Monat doppelt so viel Geld aufs Konto zu überweisen. Nur ein Bruchteil des Reichtums in der Welt ist überhaupt in Umlauf, der allergrößte Teil befindet sich in den Händen einiger Weniger.

Wenn es diesen Wenigen darum ginge, dass wir möglichst viel konsumieren, damit sie möglichst viel verdienen, müssten sie uns einfach mehr Geld geben, dann könnten wir mehr kaufen. Das wird aber nicht gemacht, im Gegenteil, es wird überall künstliche Knappheit geschaffen! Die Autofabriken laufen seit Jahrzehnten nicht auf volle Leistung, eher auf halbe Leistung und weniger, weil nicht jeder von uns alle zwei Jahre ein neues Auto braucht (erinnert euch an die Abwrackprämie!). Nur als Beispiel, auch in vielen anderen Bereichen wird nicht so viel produziert, wie möglich wäre.

Im Gegenteil, unser Einkommen wird knapp gehalten und wird durch Preissteigerungen auch immer knapper (aktuell insbesondere: Strom, Sprit). Nicht die mögliche Produktionsleitung, sondern die Verteilung des Reichtums ist das Problem.

Wenn das wirklich “Kapitalisten” in diesem naiven Sinne wären, dann wären sie ja froh, wenn jeder von uns zwei Fernseher und drei Autos hätte und sich Strom und Benzin leisten könnte um den ganzen Tag fernzusehen und Auto zu fahren.

Ich glaube wir werden absichtlich “arm” gehalten (relativ arm. Im Gegensatz zu manch anderem Volk sind wir immer noch reich, im Vergleich mit dem, was volkswirtschaftlich möglich wäre, sind wir arm).

Ich glaube, den “Wenigen” geht es nicht darum, dass wir Produkte kaufen und ihnen dafür Papiergeld geben. Ich glaube, es geht ihnen beim Anhäufen von Geld nur darum, sich echte Sachwerte (Gold, Immobilien, Grundstücke, Produktionsstätten) anzueignen. Unser Konsum und ihr Verdienst von Geld ist nur ein Mittel dazu. Denn sie wissen, dass die Euro- und Dollarnoten nichts weiter als Klopapier sind, sobald die Konsumenten das Vertrauen in die Währung verlieren, sie wissen, dass unsere Altersvorsorge nur aus Einsen und Nullen in ihren Computern besteht.

Sie werden nicht ruhen, bis ihnen alles gehört.

Eine gute Nachricht habe ich aber auch: Verträge kann man zerreißen, Geldnoten verbrennen. Eigentum, das sich Parasiten unrechtmäßig erworben haben, darf ein Volk sich wieder beschaffen, bzw. ist das eine der großen Aufgaben, die wir unter dem Begriff “Befreiung” subsumieren.

Deep Roots:

Also ich sekundiere dem einsamen Streiter nino.

Zwar hat Alfonso Sexto recht mit seiner Kritik am Bankensystem und am internationalen Kapitalismus, die beide wesentliche Schöpfungen der Juden sind (welche er übrigens mit keinem Wort erwähnt).

Nur: Diese beiden Systeme haben eine wesentlich ältere Geschichte als die Demokratie in Europa und Amerika. Sie sind unter vordemokratischen Verhältnissen groß geworden.

Auch hat er recht damit, wenn er das Parteiensystem kritisiert und schreibt, daß sie es alle schlecht machen, egal, welche davon er wählt. Baron Bodissey hat das im Original-Kommentarstrang zu Zwei Wölfe und ein Schaf: Demokratische Tyrannei treffend beschrieben:

„Ah, aber der Trick ist der: wenn die Leute etwas wollen, das all die Eliten einfach nicht erlauben werden, dann stellen die Türsteher sicher, daß kein bedeutender Kandidat für ein nationales Amt jemals diese Position unterstützt.
Netter Trick! Also unterstützen beide Großparteien die Amnestie [für illegale Einwanderer, d. Ü.]. Man kann für Pepsi oder Coke stimmen, aber nicht für Whiskey oder Gatorade.“

Nur: wie sind diese Türsteher, also die Juden und ihre Lakaien, erst in ihre Türsteherposition gekommen? Sie sind mit ihrem Geldtrick unter Monarchien mächtig geworden. Unter „herausragenden Leuten“ also, die es hätten besser wissen müssen und ihnen trotzdem diesen Aufstieg ermöglicht haben, weil sie sich gern ihrer Finanzmacht bedient haben. Unter ihnen sind die Juden also hochgekommen, so weit sie diese gelassen haben, worauf diese alten Eliten durch einen jüdisch inszenierten Putsch einer Gegenelite gestürzt wurden (z. B. Robespierre bis Napoleon in Frankreich, oder Cromwell in England). Napoleon emanzipierte sie, Cromwell ließ sie wieder nach England zurückkehren. Auch der Aufstieg und die Emanzipation des Judentums in Deutschland geschahen bereits im Kaiserreich, was dem kaiserlichen Deutschland gedankt wurde, indem die Juden den Ersten Weltkrieg anzettelten, um gemäß der Balfour-Deklaration Palästina zu bekommen, das der mit Deutschland verbündete osmanische Sultan nicht rausrücken wollte.

Keine dieser Eliten ist aus den Erfahrungen ihrer Vorgänger gescheiter geworden, obwohl manche von ihnen die Früchte ihres Verrats recht lange genießen konnten, zum Beispiel die amerikanischen Freimaurer und Großgrundbesitzer mit ihrer Sezession von Großbritannien. Und auch den derzeitigen pseudodemokratischen Eliten wird es nicht besser ergehen, mit Ausnahme der Juden unter ihnen und vielleicht einigen der treuesten goyishen Pudel.

Und wie Trainspotter in Zähmung der Eliten schrieb, hat uns jede einzelne Elite verraten, also großteils ebenfalls „herausragende Leute“. Wieviele Wissenschaftler unterstützen den weißenfeindlichen Climatology-Kult? Auch die Medienmanipulation funktioniert nur deshalb so, wie sie es tut (wenn auch nicht so gut, wie die JWO es gern hätte), weil die Medien großteils in einer Hand sind – des vernetzten Judentums – und der Rest durch Drohung mit Entzug von Werbeaufträgen erpreßt werden kann. In einem Land ohne Juden gäbe es zwar ebenfalls Versuche, die Öffentlichkeit medial zu beeinflussen, nur würde die von Seiten verschiedener Interessengruppen geschehen, die nicht alle dieselben Ziele hätten.

Auch die Vergleiche mit Körperzellen oder Beispielen aus dem Tierreich (z. B. Ameisen) finde ich unzutreffend. In einem menschlichen Körper gibt es eine unauflösliche organische Überlebensgemeinschaft verschiedener Zellen, bei denen auch die Hirnzellen nicht ohne Muskelzellen überleben oder diese gegen fremde austauschen könnten, abgesehen davon, daß einzelne Zellen nicht denken können. Bei Ameisen haben wir es mit einer Familie zu tun, mit einer Mutter, der Königin, die als einzige fortpflanzungsfähig ist, und ihren unfruchtbaren Töchtern, den Arbeiterinnen. Selbst die egoistischste von diesen hätte also keinen größeren Fortpflanzungserfolg als die altruistischste; der Fortpflanzungserfolg dieser instinktgesteuerten Tiere besteht also einzig in der Unterstützung des Fortpflanzungserfolgs ihrer Mutter, die auch eine kleine Zahl fruchtbarer Geschlechtstiere als Nachkommen hat. Dagegen sind offen oder auch verdeckt autoritär herrschende Eliten durchaus in der Lage, sich ein neues Volk zu importieren oder das heimische Volk durch Importe zu verdünnen.

Wie ihr seht, entspricht dieser Artikel von Alfonso Sexto ganz und gar nicht meiner Meinung. Dennoch ist er auch aus meiner Sicht wertvoll, und zwar indem er eines meiner Hauptargumente gegen autoritäre Staatsformen unterstreicht, nämlich die Volksverachtung der Elitisten, die sich solche wünschen. Alfonso Sexto meint also, daß die Mehrheit des Volkes „nichts Besonderes“ ist und deshalb nicht das Recht haben sollte, über ihre Lebensumstände mitzubestimmen. Könnt ihr euch vorstellen, wie sich das längerfristig entwickeln würde, wenn eine aus Leuten wie ihm bestehende Elite die Macht über eine Mehrheit hätte, die ihr ausgeliefert wäre? Aus der Ansicht, daß „die Masse“ (also der Großteil des Volkes) nicht zählt, würde bald die Haltung, daß das Volk wirklich nicht zählt und eigentlich für die Elite da ist, und man würde sich über seine Lebensinteressen hinwegsetzen. Man würde zunehmend Versuchungen nachgeben, die für die Elite zunächst Vorteile bringen und deren Nachteile zunächst nur die einfachen Leute spüren. Selbst wenn die Juden bei Gründung dieses Systems rausgeschmissen würden, wären sie wohl bald wieder da oder würden von außen die wachsende Unzufriedenheit des Volkes schüren und einen Umsturz herbeiführen. Und wenn es nicht die Juden tun, dann irgendeine andere auswärtige Macht.

Aus diesen Gründen bin ich grundsätzlich gegen autoritäre Regierungsformen. Meine Vorstellung bezüglich einer Gesellschaftsordnung habe ich in Heinleins Sternenkrieger (4): Geschichte(n) und Moralphilosophie dargelegt, wo auch die ersten drei Kapitel aus Heinleins „Starship Troopers“ verlinkt sind.

Daß das Volk sehr wohl Interesse an Mitbestimmung hat und selbst unter den gegenwärtigen Verhältnissen der Medienmanipulation trotzen kann, zeigt das Beispiel der Wehrpflicht-Volksbefragung in Österreich (siehe diesen Kommentar von mir zu „Eine Armee schafft sich ab“):

Obwohl es nur eine Volksbefragung und keine bindende Volksabstimmung war, obwohl die Medien so taten, als sei die Sache sowieso „a g’mahte Wiesn“ und die Mehrheit würde für ein „Profi-Heer“ entscheiden (was sowohl Wehrpflichtbefürwortern als auch –gegnern den Eindruck vermittelt haben kann, daß ihre Teilnahme entweder nicht notwendig oder vergebens sei), sind 49 % der Wahlberechtigten hingegangen. Und obwohl die Medien sehr massiv und einseitig für ein Berufsheer geworben haben und auch die 16-18jährigen stimmberechtigt waren, haben knapp 60 % für die Beibehaltung der Wehrpflicht gestimmt.

Ich bin stolz auf meine Landsleute, und ich würde nicht wollen, daß sie zur Verfügungsmasse von Elitisten degradiert werden, die sie verachten.

Überhaupt halte ich diesen Elitismus, der in der rechten Szene immer mehr in Mode kommt, für einen gefährlichen Irrweg, einen vielleicht sogar von ihnen gewollten Irrweg.

„Weg vom Schuldgeldsystem“ ist eine Forderung, die auch ich unterstütze, Ulrich Heider. Das Freigeldsystem von Silvio Gesell halte ich allerdings für totalen Unsinn. Allein schon dies: Wie soll man sich etwas ansparen, um etwas Größeres ohne Kreditaufnahme anschaffen zu können (z. B. ein Auto oder ein Haus), wenn das Geld während des Ansparens schon wieder einen verordneten Wertverlust erleidet?

Deine Vision bezüglich des Verträgezerreißens und der Wiederbeschaffung von Eigentum durch das Volk gefällt mir sehr, Dunkler Phönix.

Osimandia:

Dass das Volk mitbestimmen will, glaube ich auch, Deep Roots. Und auch, dass es recht gut in Sachfragen mitbestimmen kann. Daher halte ich das verpflichtende Rerendum zu größeren Sachfragen für ein sehr wichtiges Element, das in eine Verfassung muss. Ich habe da auch keine Berührungsängste zu modernen Technik, das muss nciht aufwändig mit Papier und Wahltag sein, das ließe sich recht leicht ohne Stimmzettel mit Computern (in öffentlichen Stellen) machen. Auch sicher gegen Hacker, Online-Banking funtioiniert auch, ohne dass es andauernd gehackt wird. Und wer zu faul ist, hinzugehen, der ist zu faul – das ist auch gut.

Ich glaube nur nciht, dass das Volk so dringend bestimmen will, WER die Regierungsgeschäfte führt. Und mehr als das darf es in der Demokratie nicht. Aber das führt zu einem Abspeisen und einer Verantwortungsverlagerung.

Aber eine kleine Gruppe muss die Alltagsgeschäfte der Politik machen. Das ist ja auch in der Demokratie so. Das lässt sich praktisch gar nicht vermeiden.

Ich halte den Gedanken für sachlich falsch, dass es irgendeine Form von Mitbestimmung des Volkes bedeutet, diese kleine Gruppe wählen zu dürfen. Und mehr dürfen wir in der Demokratie nicht. Es ist nämlich recht unwichtig, WIE diese kleine Gruppe an die Macht gekommen ist. Wichtig ist, dass diese kleine Gruppe als alleinverantwortlich für alle politischen Entscheidungen (außer Referenden) betrachtet wird. Denn sie IST es. Auch in einer Demokratie.

Wichtig ist, dass Zwänge in der Verfassung formuliert sind, die diese Gruppe zwingen, volksfreundlich zu handeln – das Belöhnung-Strafe-System des Wiedergewähltwerdens oder Nicht-Wiedergewähltwerdens (der Demokratie) funktioniert offensichtlich nicht. Es ist nicht schlimm für einen Politiker, nicht wieder gewählt zu werden – so ein MInisterposten ist ein Dreck gegen das, was ihm “einflussreiche Kreise” für die Kooperation bieten können. Und womit sie drohen können.

Die Erpressbarkeit durch kreditgebende Juden könnte man sowohl in der Demokratie als auch in der Monarchie dadurch leicht entfernen, dass Kredite an Staat/den Monarchenv verboten sind. Wenn sie dennoch widerrechtlich und heimlich gegeben werden, sind die Verträge nichtig, und es muss nichts zurückbezahlt werden und Zinsen auch nicht. Den Juden möchte ich sehen, der utner den Bedingungen Monarchen oder dem Staat noch Geld leiht.

Wenn unvorhergesehen Belastungen kommen, muss die Regierung eben Geld drucken (die Fed tut das bei Kreditaufnahme der Regierung ja auch) oder dem Volk erklären, warum die unvorhergesehene Sache wichtig ist, dafür werben und um freiwillige Zahlungen für deise spezielle Sache bitten. Wenn diese ausbleiben, wird die Sache eben nicht gemacht. Das wäre ein sehr hohes Maß an Mitbestimmung. . Die Spendenbereitschaft bei der Oderflut war z.B. sehr hoch. Ich glaube nicht, dass die Spendenbereitschaft für den Afghanistaneinsatz genauso hoch gewesen wäre.

Sachgebundene Steuerzahlungen wären auch eine Idee der Mitbestimmung, d.h. dass zumindest ein gewisser Prozentsatz der Steuern nur für einen bestimmten Zweck verwendeet werden darf, den der Steuerzahler festlegt. Die Regierung hätte massenhaft Geld für Schulen und Straßen, aber sehr wenig für Kriege in Weitfortistan oder Genderbeauftrage und Asylanten, da bin ich recht sicher. Und in dem Fall ist es komplett egal, wie diese Regierung an die Macht kam – ob durch silbernen Löffel im Mund oder Wahl.

Aber die Medien sind und bleiben immer ein Problem, wie man deren Einfluss ausschaltet, weiß ich auch nicht.

Georg Mogel:

…Der Adel aller Frühzeiten war der Stand im ursprünglichsten Sinne gewesen, die fleischgewordene Geschichte, die Rasse in höchster Potenz. Das Priestertum trat als Gegen-Stand neben ihn, überall Nein sagend, wo der Adel bejahte, und damit die andere Seite des Lebens durch ein großes Sinnbild zur Schau stellend.

Der dritte Stand, innerlich ohne alle Einheit, wie wir sahen, war der Nichtstand, der Protest in ständischer Form gegen das Ständewesen, und zwar nicht gegen diese oder jene, sondern gegen die sinnbildliche Form des Lebens überhaupt. Er verwirft alle Unterschiede, die von der Vernunft und durch den Nutzen nicht gerechtfertigt sind, aber trotzdem »bedeutet« er selbst etwas, und zwar mit voller Deutlichkeit: er ist das städtische Leben als Stand dem ländlichen entgegengesetzt; er ist die Freiheit als Stand gegenüber der Verbundenheit. Aber er ist von sich selbst aus betrachtet keineswegs der Rest, wie es von den Urständen aus erscheint. Das Bürgertum hat Grenzen; es gehört zur Kultur; es umfaßt im besten Sinne alle ihre Zugehörigen, und zwar unter der Bezeichnung Volk, populus, demos, wobei Adel und Priestertum, Geld und Geist, Handwerk und Lohnarbeit als Einzelbestandteile ihm eingeordnet werden.

Diesen Begriff findet die Zivilisation vor und vernichtet ihn durch den Begriff des vierten Standes, der Masse, der die Kultur mit ihren gewachsenen Formen grundsätzlich ablehnt. Es ist das absolut Formlose, das jede Art von Form, alle Rangunterschiede, den geordneten Besitz, das geordnete Wissen mit Haß verfolgt. Es ist das neue Nomadentum der Weltstädte,39 für das die Sklaven und Barbaren in der Antike, der Tschudra in Indien, alles was Mensch ist, gleichmäßig ein flutendes Etwas bilden, das mit seinem Ursprung gänzlich zerfallen ist, seine Vergangenheit nicht anerkennt und eine Zukunft nicht besitzt. Damit wird der vierte Stand zum Ausdruck der Geschichte, die ins Geschichtslose übergeht. Die Masse ist das Ende, das radikale Nichts.

Oswald Spengler,
“Der Untergang des Abendlandes”
(2. Band: Welthistorische Perspektiven
4. Kapitel: Der Staat)

Sir Toby:

„Bei diesen Vorteilen fällt es mir schwer daran zu glauben, dass der Grund warum wir eine Demokratie haben, darin liegen soll, dass diese so unsagbar gut für das Volk ist.“

Also zunächst einmal sollten wir uns einfach daran erinnern können, daß wir diese Demokratie haben .. weil die ‘Sieger der Weltgeschichte’ das so wollten. Daß es aber überhaupt ‘Demokratien’ gibt, liegt doch nicht nur daran, daß irgendwelche Hintermänner das so wollten … – es muß – und wenn nicht sämtliche Geschichtsbücher in ALLEM falsch sind, was ich eben nicht glaube, ist bzw. war es auch so – doch ein breites Bedürfnis danach gegeben haben über sich selbst, über das eigene Schicksal bestimmen zu können … und nicht einfach nur Funktion eines fremden Willens zu sein. Und einfach so zu tun, als ob die ‘Puppenspieler’ schon immer da waren, weil sie jetzt halt da sind … und in Zukunft dann eben halt auch immer da sein werden, ist … na ja, ich meine, wozu schreiben wir dann noch? NUR, um sich die Zeit bis zum Tod zu vertreiben??

Es gibt doch eine Geschichte, ein laaaaange Geschichte unendlich mühevoller Anstrengungen – geistiger Anstrengungen! – zu zeigen was richtig und was falsch ist … in der Politik. Und daß beispielsweise Leibeigenschaft falsch ist … – und eine Folge dieser Anstrengungen war es doch, daß die Leibeigenschaft, die es ja gegeben hat (jedenfalls nach den Geschichtsbüchern, aber wenn ich meine heutige vielfältige Versklavung sehe, dann zweifle ich ganz bestimmt nicht daran) eben irgendwann abgeschafft wurde. Und all die kleinen und größeren Lichter, die jahrhundertelang gearbeitet haben, um Mitbestimmung in der Politik erreichen zu können … die alle mal eben großzügig zu negieren, indem man erklärt: Die Puppenspieler warns! Die haben entschieden, daß es Demokratie geben soll … weil es bequemer für sie ist ihre Herrschaft auszuüben. Also ich weiß nicht … – wozu machtst du dir dann noch die Mühe eine eigene Seite im Netz zu unterhalten und auf anderen Seiten zu schreiben … wenn doch eh alles sinnlos ist, weil … du und alle anderen ja eh nur schreiben als Funktion des eigentlichen Wollens der ‘Puppenspieler’.

Und ob nun die Demokratie so unsagbar gut für das Volk ist, ist ja, wenn man es mal aus meiner Perspektive sieht, der ich zwar an die Macht, aber nicht an die Allmacht von Puppenspielern glaube, nicht der primäre Grund warum es überhaupt Demokratie gibt. Sondern weil es davor eben ein so starkes Bedürfnis einer starken gesellschaftlichen Gruppe – eben des Bürgertums, daß es ja noch nicht soo lange gibt – gab (und vielleicht auch wieder geben wird), das Gefühl haben zu können über das eigene Leben, über die Bedingungen der eigenen Existenz, politisch mitbestimmen zu können, daß sie nach einem System gesucht haben, das ihnen hilft dieses tiefe Bedürfnis zu befriedigen. Ob nun die Demokratie prinzipiell das einzige System ist, das dieses Bedürfnis befriedigt, ist damit ja noch nicht gesagt. Es ist halt nur das, was aktuell das einzig Bekannte ist.

Sachse:

Die griechische Demokratie hatte noch etwas, das die heutige “Demokratie” nicht hat, das Ostrakon. Mit Ostrakon wäre es ein bißchen besser, aber nicht viel, weil die zwei Grundprobleme paritätischer Kompromisse erhalten blieben.

Das erste ist, daß Zielerreichung nur strategisch möglich ist. Nehmen wir an, es gibt drei Parteien, eine will die unbedingte Abschiebung aller Ausländer (A), eine will keinen weiteren Zuzug (B) und eine will Einwanderung (C). Wenn alle drei Fraktionen gleich stark sind, wird sich der Kompromiss irgendwo in Richtung “keine weitere Einwanderung” bewegen. Das sieht an sich ganz gut aus, weil es ein Modell ist. Nehmen wir nun an, Partei A gibt es nicht mehr. Dann sind die Kompromissaushandler diejenigen, die keine weitere Einwanderung wollen und diejenigen, die sie wollen. Nehmen wir an, die Blöcke sind gleich gewichtet, dann würde der Kompromiss natürlich auch wieder in der Mitte liegen: es gäbe also WENIGER Einwanderung, als C will, und B hat sein Ziel vollkommen verfehlt, weil das Ziel von B indeterministisch ist, das Ziel von C aber nicht; C gewinnt, B verliert. Damit B gewinnt, müßte B eine Forderung aufstellen, die “keine weitere Einwanderung” als Kompromiss zur Folge hätte – B müßte also die Absiedelung fordern. In der Realität sieht das so aus, daß zunächst C B überzeugt, daß A undemokratische und menschenfeindliche Ansichten hat und deshalb von der demokratischen Willensbildung ausgeschlossen werden muß. Wenn diese Hürde genommen ist, dann spielt die Meinung von B keine Rolle mehr, weil der Kompromiss zwischen B und C sein wird, die Forderung von A strategisch erhoben werden müßte, was aber nicht geschieht, da zwischen B und C Konsens besteht, daß diese undemkratisch und menschenfeindlich sei. In der Tat ist die in der Zeit der Demokratie zwischen A, B und C vermeintlich starke Position von B die schwächste überhaupt, weil sie indeterministisch ist – sie ist ganz und gar UNGEEIGNET für eine verhältnisbasierte Lösungsfindung, weil sie nur punktgenau erreicht werden kann.

Das zweite Problem ist ein Verlaufsproblem: wenn ich heute keine weitere Zuwanderung mehr will und eine Partei aufbaue, die genau diese Forderung hat, dann geht die Zuwanderung währenddessen weiter. Die Forderung nach “keine weitere Zuwanderung” kommt natürlich nicht aus sich selbst, sondern aus ganz konkreten Erfahrungen, aus qualitativen und quantitativen Problemniveau. Je länger die Zeit nun ist, bis zu der meine Partei, die Zuwanderung verhindern will, politisch mitbestimmen (siehe erstes Problem) oder gar politisch bestimmen kann, um so mehr Zuwanderung gibt es zwischen dem Zeitpunkt des Problembewußtseins und dem Zeitpunkt der möglichen Durchsetzung dieser Forderung. Das bedeutet, daß sich währenddessen das Problemniveau qualitativ und quantitativ erhöht: wenn ich also zu dem Problemniveau gehen will, an dem ich meine Forderung artikulierte, dann muß ich zwangsweise absiedeln.

Hier liegt auch der Knackpunkt: dieses System ist so effektiv, weil die Materialisten verstanden haben, daß die Masse diese Mechanismen überhaupt nicht begreift. Indem also einerseits die persönliche Verantwortlichkeit der Politiker (Ostrakon) entfernt wurde und andererseits Antipoden zum eigenen Progressivismus, also Rückabwickler, vom demokratischen Prozeß ausgeschlossen wurden, konnte die gesellschaftliche Gegenwehr auf eine bloße statische Masse reduziert werden, die in sich zwar träge ist, aber aufgrund mangelnder Initiative oder aber ungerichteter Initiative (alles soll so bleiben, wie es ist) sich zwangsweise mit bewegt, wenn diese kleine Minderheit in eine bestimmte Richtung geht.

Die Behauptung, die “Demokratie” sei ein Fehler, ist so auch nicht haltbar: das, was wir haben, ist keine Demokratie, und selbst wenn man es als solche bezeichnen würde, dann wäre es kein Fehler, sondern vorsätzlicher Betrug. Der Unterschied zwischen Demokratie und Führerstaat ist, daß eine wahre Demokratie die Eigenschaften der Führer des Volkes nivelliert, abmildert, während der Führerstaat diese im Guten wie im Schlechten ungeglättet weitergibt. In der Demokratie herrscht das Mittelmaß, im Führerstaat das außergewöhnliche. Diese an sich wertfreie Feststellung sagt nun noch nichts über den Wert eines Staates aus, aber da halte ich mich an größere Namen: der Wert eines Staates bemißt sich aus seinem Vermögen, das staatstragende Volk zu erhalten. Nun mag es sein, daß ein Volk ab und an eine Staatsform wählt, die nicht ihrem Naturell entspricht, aber in Gänze kann man wohl sagen, daß jedes Volk in sich die Anlagen besitzt, die sich dann in seinem Staat manifestieren: ein Volk, daß wert ist, zu bestehen, wählt sich langfristig eine Staatsform, in der es am besten bestehen wird. Daß die Demokratie da meistens ausscheidet, das liegt daran, daß sie die komplizierteste, die dynamischste Staatsform ist und dadurch für diejenigen, die die Wirkmechanismen einmal begriffen haben, am leichtesten zu manipulieren. Auch da steckt noch keine konkrete Aussage drin, wie die BRD und deren augenscheinliche Akzeptanz bei der Masse zu bewerten ist. Der Phillip Rösler der Nationalbolschewisten verlautbart ja immer, wir Deutsche seien ein Volk von obrigkeitshörigen Drückebergern, aber das greift deutlich zu kurz: wenn man erst einmal akzeptiert hat, daß der alliierte Vorbehalt existiert, dann ist die augenscheinlich schizophrene Geisteshaltung unserer Volksgenossen durchaus das, was die Basis des Volkstumes, das Volk an sich, am besten erhält.

Zum Zusammenhand Wirtschaft / politische Ordnung: da diese Diskussion mit politischen Kampfbegriffen geführt wird, ist dies in der Kürze nicht abhandelbar. Faktisch ist das derzeitige System am besten als “Staatssozialismus” zu bezeichnen, weil der Staat auf allen Ebenen die Umverteilung organisiert. Im Gegensatz dazu war die DDR ein Staatskapitalismus, weil der Staat die Produktionsmittel kontrolliert hat. Für das, wofür der Kapitalismusbegriff gemeinhin verwendet wird, die Herrschaft von Reichen, gibt es ein eigenes Wort, Plutokratie. Wobei auch das nicht genau zutrifft, denn es herrschen nicht “die Reichen”, sondern nur bestimmte, auch eine Einschränkung auf “Bankokratie” ist augenscheinlich unzutreffend, weil auch Konzerne Einfluß auf die Politik nehmen. Das Problem bei der Verwendung politischer Kampfbegriffe ist, daß eine Diskussion zum Erkenntnisgewinn nungleich schwerer wird, weil eben die Begriffe politisch aufgeladen sind und dadurch die Tendenz besteht, daß die Diskussion politisiert wird, also eben nicht sachliche Wahrheitsfindung im Fokus steht, sondern die Erlangung einer Meinungshegemonie. Derridas Wirken ziel auch darauf ab: da die Sprache das Fenster zum Denken ist, verwehrt eine Diskussion mit schwammigen Begriffen im Allgemeinen eine sachliche Auseinandersetzung und ermöglicht das unredliche Obsiegen nicht der Wahrheit, sondern eines Diskutanten. Derrida sagt subversiv, daß die Umdeutung von Begriffen der Schlüssel zur Diskurshegemonie ist. Am deutlichsten wird das in dem Vanity-Fair-Interview zwischen Friedman und Mahler: Mahler spricht vom Konzept “Jude”, Friedman münzt das um auf den Menschen “Jude”, wenn es ihm vorteilhaft erscheint, und wenn nicht, dann bleibt er beim Konzept, und wenn auch das nicht hilft, dann vermischt er beides. Genau das ist auch mit anderen Begriffen passiert, “Kapitalismus” z.B., was nichts anderes im Wortsinn bedeutet, als die Abhängigkeit aller von der Erzeugung und damit indirekt vom Produktionskapital, den Betriebsmitteln, wurde für einen Aspekt der Diskussion umgemünzt in “Herrschaft einer international tätigen Plutokratie” – gegen den Kapitalismus sein ist der Kampf gegen diese Plutokratie -, in einem anderen Aspekt der Diskussion jedoch, der Lösungsfindung, wird der Kapitalismusbegriff wieder wortentsprechend verwendet, nämlich als Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln und Überführung dieser in die Kontrolle der Avantgarde des Proletariats. Die “Lösung” für das Problem der Knechtung aller durch international tätige Plutokraten soll also die “Verproletarisierung” aller sein, also die Überführung aller anderen unter die Hegemonie der Avantgarde des Proletariats. Und Marx lügt nichteinmal, indem er die “Ungerechtigkeit” beenden will mit seinem System, denn wenn alle anderen Arbeiter sind, dann sind diese in der Tat gleich. Die Lüge ist, daß er die Überführung der Ausbeutung der Arbeiter durch die internationale Plutokratie in die Verknechtung ALLER durch die Kommunisten als Freiheit verkauft. Marx’ “Lösung” für die “Widersprüche des kapitalistischen Systems” ist, daß er alle zu lohnabhängigen Arbeitern machen will – ganz großes Kino -, anstelle das Parasitemtum an sich zu bekämpfen und jedem ermöglichen, vom selbst erzeugten zu behalten.

In der Tat ist es ermüdend, mit jemandem zu diskutieren, der je nach Gusto Begriffe umdeutet, weil dies Hintertüren offen läßt und ermöglicht, bei Aussagen mit einer klaren Bedeutung einem die Worte im Munde umzudrehen. Wenn man aber erstmal verstanden hat, was genau passiert, dann wird klar, daß man nur die Definition eines Begriffes abfordern muß bzw. nachliefern muß, und schon sind die Umdeuter in der Defensive. Hier liegt auch die mächtigste Waffe im Diskurs: Hinweis auf die Irrtümer (bei wohlgesonnenen Diskutanten) oder Entlarvung der unredlichen Diskussionsweise, des Betrugsversuches (bei nicht wohlgesonnenen).

Nino:

Danke für diesen Beitrag, Sachse, er war sehr infomativ. Vielleicht muss man zum Scherbengericht (Ostrakismos) noch hinzufügen, dass es in Athen auch keinen Bestand hatte. Die Idee war ja, die eine Partei in die Verbannung zu schicken (respektive deren Wortführer), damit man vor allem in aussenpolitischen Dingen eine geschlossene Front hatte. In diesem Sinne könnte man sagen, Partei A sei in unseren Gefilden in die Verbannung geschickt worden. Nur mit dem Unterschied, dass die Verbannung aufgrund eines Scherbengerichtes im alten Griechenland nicht an der Ehre des Betroffenen rührte. Heute wird ja jemandem, der auch nur die Rückschaffung eines Teils der Fremden fordert, die Ehre, wenn nicht gar das Mensch sein abgesprochen.

“Und Marx lügt nichteinmal, indem er die “Ungerechtigkeit” beenden will mit seinem System, denn wenn alle anderen Arbeiter sind, dann sind diese in der Tat gleich.”

Da stellt sich dann nur die Frage, ob eine System in dem alle “gleich” sind, auch gerecht ist.

Aber vielleicht liegt der Knackpunkt der ganzen Diskussion auch an einem ganz anderen Ort. Was wir hier bei uns erlebt haben, war eine kulturelle Revolution, welche weite Teile des Volkes mehr oder weniger ergriffen hat, oder zumindest die Eliten. Ein Umwerten aller Werte, wenn man so will. Solange also alles auf dem Kopf steht und man das Eigene nicht mehr verteidigen darf, ohne zum Paria zu werden, solange spielt es gar keine Rolle, ob wir eine Demokratie, eine Monarchie oder eine offene Diktatur haben. Woraus sollte sich eine Aristokratie in der heutigen Zeit rekrutieren? Es ist kaum vorstellbar, dass da Leute nachkommen würden, die in irgend einer Art und Weise besser wären als das Gros unserer heutigen Politiker. Die 68er und ihre geistigen Väter üben die Macht auch nicht aus, in dem sie Mehrheiten für ihre Politik gefunden hätten, sondern indem sie es geschafft haben zu bestimmen, was im Diskurs zugelassen ist und was nicht. Will heissen, Position A spielt gar keine Rolle mehr, unabhängig davon wieviele Leute ihr zugeneigt wären, sondern weil sie als politische Option gestrichen wurde.

Dies dürfte auch der Grund sein, wieso in einem Land mit direkter Demokratie ihre Agenda eher noch hinterherhinkt. Was tut man da? Man schafft überstaatliche Organisationen, welche man den Menschen als für den “Weltfrieden” essentiell verkauft und transformiert so die Möglichkeit politischer Einflussnahme weg vom Volk, hin zu einer internationalen Elite.
Einer konservativen Kulturrevolution dürfte der Weg aber verstellt sein, weil die, welche sie erfolgreich angewandt haben, eifersüchtig darüber wachen, dass dies kein zweites mal geschehen wird.

Sachse:

“Da stellt sich dann nur die Frage, ob eine System in dem alle “gleich” sind, auch gerecht ist.”

Nun, das ist wohl eine Frage der Ausgestaltung. Pfarrer Hans Milch hat einmal gesagt, daß “Gleichheit” und “Gerechtigkeit” nicht möglich seien und es eine Binsenweisheit wäre, daß wir stets nur die bekömmlichste Form der “Ungerechtigkeit” und der “Ungleichheit” wählen. Auch die Marxisten wollen ja nicht “Gleichheit” und “Gerechtigkeit”, sondern die Hegemonie über Ungerechtigkeit und Ungleichheit – als Macht. Die Gleichheit und Gerechtigkeit der MArxisten findet man nur an einem Ort, dem Gulag, denn im Tod sind wahrlich alle gleich und der Tod ist gleichermaßen gerecht. Dies ist mehr, als nur Polemik, denn die Gleichheit, die der Marxismus anstrebt, die Aufhebung allen Widerspruchs, die Nivelierung der Begüterung – wenn wir mal diese Lügen als das ansehen, als was die Marxisten sie kolportieren, als Verheißungen -, das alles sind lebenswidersprechende Zustände. Leben ist nuneinmal Kampf und Leben ist nuneinmal Ungleichheit. Jeder Versuch der “Konservierung”, jeder Versuch des “Ausschaltens” dieses Daseinskampfes ist eine Reduzierung des Lebens auf das bloße Sein, die metaphysische Ermordung des Lebens an sich, die Ent-Sinn-ung des Lebens, weil jegliche Person, die nicht bestimmt, also nicht Mitglied der Avantgarde des Proletariats ist, per Definition ihren Willen nicht entfalten kann, dieser immer unter zumindest unter einem Genehmigungsvorbehalt der Marxisten steht, wenn nicht offen unterdrückt wird.

Die “kulturelle Revolution”, die wir erlebt haben, das ist schlußendlich der Satan, der sich seiner Vernichtung widersetzt; daß die fleischgewordene Antithese zu Logos ihm dient, das ist nicht neu und nicht zu ändern, es ist deren BEstimmung, der ein Einzelner vielleicht entfliehen mag, aber die Masse von denen nicht. Daß diese die Welt glauben verderben zu können, das mag durchaus sein, und sie haben es ja auch weit gebracht, sie haben diesem Zeitalter des Nihilismus ihren Stempel aufgedrückt, unsere Erfindungen von vor 70 Jahren als ihre eigenen ausgegeben, unsere Kultur versucht zu unterdrücken und zu verdrängen und vielfach ist es ihnen gelungen. Denn das ist wichtig, es gab keine “Kulturrevolution”, denn nicht in der Kultur fand eine Revolution statt, sondern deren Kultur verdrängte unsere. Dabei kommt es noch nichteinmal darauf an, ob es wirklich deren eigene Kultur ist, oder nur eine von denen entwickelte Kultursimulation für uns, das ist völlig unwichtig. Wichtig ist, daß jetzt, nachdem anfangs nur das liebliche Lied eines süßen Stimmchens erklang und sich die MAsse freudig hinwandte zur “alternativen” Kultur, jetzt der Verwesungsgestank dieses verrottenden Körpers mit dem süßen Stimmchen sichtbar wird und die Masse sich voller Ekel begonnen hat abzuwenden. Daß dieses ambitionierte Ziel schlußendlich scheitern mußte, und auch wieder scheitern wird, egal, wie perfektioniert die Mittel sind, das ist völlig klar, wenn man sich überlegt, daß es als Ziel im Diesseits erreichbar ist, im Gegensatz zu unseren Zielen, die im Jenseits verortet sind. Jedes Ziel im Diesseits ist irgendwann erreicht und dann ist der Weg zuende, für das jenseitige Königreich müßte der Weg aber immer weiter gegangen werden. Diese Ahnung der Verdammnis macht die MAterialisten auch zu dem, was sie sind, ständig unzufrieden, ständig verbessern wollend, ständig nörgelnd. Nichtsdestotrotz sind sie verstockt und erkennen weder ihr Dilemma, noch ihr Unrecht und ihren Irrtum. Ihre Geschichte ist eine tragische, sie sind verdammt, die Welt an den Rand des Unterganges zu führen und dann in ihrem Sieg zu scheitern.

Das Gerede von einer “konservativen Kulturrevolution” ist in erster Linie eines: Unsinn. Was sollten wir denn bewahren? Den jetzigen Dreck? Nein, was fällt, das wollen wir noch stoßen und wir wollen diesen Tempel der Vergötzung niederreißen und bis auf seine Grundfesten schleifen und alles, was übrigbleibt, mit Dreck bedecken. Denn eines ist klar: solange die Wurzel stark ist, wird ein neuer Baum wachsen. Und je stärker dieser ist, um so schärfer muß die Axt sein, die ihn umschneiden kann.

Sir Toby:

Das Gerede von einer “konservativen Kulturrevolution” ist in erster Linie eines: Unsinn. Was sollten wir denn bewahren? Den jetzigen Dreck?

Das sicher nicht. Aber das Bewahren würde sich ja auch nicht auf die gegenwärtigen Zustände richten, sondern würde meinen: Die Neudurchsetzung bzw. Wiedereinsetzung dessen, was zeitlos gültig ist … – so ähnlich habe ich die Definition von Weißman in Erinnerung (lasse mich aber gerne korrigieren), der dazu doch mal so einen kleinen Katechismus verfaßt hatte.

Nein, was fällt, das wollen wir noch stoßen und wir wollen diesen Tempel der Vergötzung niederreißen und bis auf seine Grundfesten schleifen und alles, was übrigbleibt, mit Dreck bedecken. Denn eines ist klar: solange die Wurzel stark ist, wird ein neuer Baum wachsen. Und je stärker dieser ist, um so schärfer muß die Axt sein, die ihn umschneiden kann.

Da möchte ich Einspruch wagen, denn: MIR geht es nämlich nicht zuletzt darum NICHT mit DENEN fallen zu müssen! Das heißt, ich habe schon lange nichts mehr dagegen ‘dem Affen auch noch Zucker zu geben’, da ich schon davon ausgehe, daß das was wir so etwas unscharf ‘das Volk’ nennen, vielleicht nicht wirklich mit den Verhältnissen zufrieden ist … aber auf jeden Fall nicht soo unzufrieden ist, daß sie etwa ihr Wahlverhalten dergestalt ändern würden, daß sie jetzt ‘rechts’ wählen würden.

Man kann sich ja auch auf den Standpunkt stellen, daß ‘das Volk’ bestimmte …. Inhalte einfach erfahren muß … weil das Volk als ‘Volk’ ohnehin nicht denkt, sondern fühlt. Deshalb müßten wahrscheinlich auch die tollsten Konzepte und Anschauungsmaterialien scheitern … weil sie vielleicht den Verstand erreichen, aber nicht das Gefühl. Jedenfalls nicht das des Volkes als Volk. Der Herr Goethe formuliert das ja sehr schön, wenn er schreibt

„Den Teufel spürt das Völkchen nie,
und wenn er sie beim Kragen hätte.“

Johann Wolfgang von Goethe (Werk: Faust I, Auerbachs Keller)

Das Volk als Volk … muß also offenbar den Weg der Erfahrung gehen …. um sich von bestimmten Inhalten lösen zu können – und zwar so lösen zu können, daß es hinfort sich eher die Finger selber amputiert als diese Inhalte auch nur noch gedanklich anzufassen. Das muß einem nicht gefallen … aber ich sehe nicht, daß und wie es anders möglich wäre.

Wenn wir aber sehen können, daß das Volk nicht umkehren wird, sondern diesen nunmehr seit 40 Jahren beschrittenen Weg zu seinem absehbaren Ende weitergehen wird … dann sollten ‘wir’ (= alle, die das ähnlich sehen) unsere vergleichsweise minimale Energie nicht damit verschwenden, das was ohnehin stürzt auch noch zu stoßen, sondern uns lieber darauf konzentrieren für uns selber Möglichkeiten zu schaffen, um a) uns physisch, seelisch und geistig soweit abzukoppeln, daß wir vom absehbaren Ende nicht nur nicht überrascht werden, sondern ‘am Ende dieses Endes’ in handlungsfähiger Form aus diesem Megatransformationsprozess hervorgehen. Und b) ein lebbares Modell für das ‘danach’ anbieten können – nicht als Theorie, sondern als Praxis.

Sachse:

“MIR geht es nämlich nicht zuletzt darum NICHT mit DENEN fallen zu müssen”

Nunja, mit dem Volk wirst Du wohl fallen müssen, mit dem jetzigen Hegemon nur, wenn Du Teil dieses bist. Sollte letzteres zutreffen, dann hättest Du es in der Hand, weil Du entscheidest, was Du tust. Solltest Du den Wunsch haben, dich den Konsequenzen der Zäsur zu entziehen, dann kann ich Dir nur sagen, daß jedes Volk Schicksalsgemeinschaft ist und sich einzelne Volksgenossen dem nicht entziehen können, es sei denn, sie steigen aus der Gemeinschaft aus. Du akzeptierst zwar die Notwendigkeit, daß das Volk die Konsequenzen erfahren muß, Du siehst Dich auch als Teil des Volkes, scheinst aber die Verknüpfung beider Umstände zu fürchten, daß eben auch Du, daß ein jeder von uns die Konsequenzen der eigenen vergangenen Unterlassens und des Unterlassens unserer Volksgenossen tragen muß. Und ja, ich weiß selbst, daß das nicht toll ist, ich hätte auch gern eine Möglichkeit, mich dem zu entziehen. Das fällt aber leider aus wegen “ist nicht”. Die Verzweiflung wächst im Übrigen nur dort, wo kein Glaube ist.

“Wahlverhalten”

Ach, Schnickschnack. “Wahlverhalten” ist ein ein Euphemismus für “Alibi für nicht selbst handeln müssen”. Auf das Kreuzchen machen ist geschissen, die Masse muß erkennen, und nicht in der Form “Ja, ja, ich sehe schon”, sondern spüren, wie Du schriebst, erfahren, daß dieser Tinneff nur eine große Scharade ist, aus der nur eigenes Handeln den Ausweg bringt. Die Wahl, die wichtig ist, ist doch nicht die in der Kabine, sondern die nach dem Erwachen, in der man sich entscheidet, den Widerstand der Tat zu leisten und nicht den Scheinwiderstand des Zettels irgendwann mal alle 4 Jahre. Die Wahlschafe sehen, daß sie auf Skylla zufahren und wenden dann das Schiff zu Charybdis, während sie “jetzt wird alles gut” schreien. Solange die Maschine noch läuft, wird auch die Masse kein Kreuzchen bei der NPD machen, weil die eben so konditioniert sind. Das spielt ehrlich gesagt auch nur eine untergeordnete Rolle, denn wichtig ist zunächst mal, daß die mit dem Quark abgeschlossen haben. Alles weitere kommt schon.

“unsere vergleichsweise minimale Energie nicht damit verschwenden, das was ohnehin stürzt auch noch zu stoßen”

Der Zeitpunkt ist wichtig, der Zeitpunkt! Die marxistische Revolution benötigt 3 Dinge: erstens, eine revolutionäre Situation. Zweitens, ein Mittel, den Kollektivwillen an die Marxisten zu binden und drittens, ein Mittel, eine Konterrevolution zu verhindern. Diese drei Dinge müssen zusammenkommen. Der Vorteil ist, daß das Primat des Wunschdenkens herrscht bei denen, die können nicht warten. Ist ja auch klar, des Geistes Früchte wollen sie zu Lebzeiten ernten, nicht daß sie noch versagt haben. Dazu kommt, daß der ganze marxistische Dreck subversiv ist, nicht jedervon denen weiß um seine Rolle und Dialektiker gab es auch schonmal bessere, als die ganzen Traumtänzer. Und weiter, daß die mittleren und unteren Chargen völlig ahnungslos sind von dem, was ihnen ihre Vordenker einbrocken. Und die Sozialdemokraten…naja…”Deutschland noch nicht bereit für Rösler als Vizekanzler”, durchaus zu meinem Amüsement. Dieser “rassistische Ausfall” müßte jetzt eigentlich von den Grünen damit gekontert werden, daß die den Cem zum Kanzlerkandidaten machen, aber so dumm sind die leider nicht, was ich sehr bedauere. Aber was fetzig geht, und das meine ich mit “stoßen, was fällt”: Politisierung der Masse vorantreiben und natürlich des Teufels Advokat sein, “im leerstehenden Neubaublock, da könnten doch Roma einziehen, das wäre ein integrationspolitisches Zeichen! Stellen Sie sich mal vor, was die Presse zu Ihrer Weigerung sagt…” – ja das muß flutschen, der Bogen muß so stark gespannt sein, daß er zerbricht. Jedes der drei Dinge, die zusammenkommen müssen, ist Angriffspunkt, jedes, am besten alle 3. Und ja, der “Aufbau” ist auch eines davon, nämlich wahlweise das Ermöglichen einer Konterrevolution oder das Verhindern der Bindung der revolutionären Masse.

Sir Toby:

„Solltest Du den Wunsch haben, dich den Konsequenzen der Zäsur zu entziehen, dann kann ich Dir nur sagen, daß jedes Volk Schicksalsgemeinschaft ist und sich einzelne Volksgenossen dem nicht entziehen können, es sei denn, sie steigen aus der Gemeinschaft aus.“

Hier machst du mMn. einen Denkfehler, wozu ich aber ein bischen ausgreifen muß.Erstens ist zwar ein tatsächliches Volk duraus eine Schicksals-Gemeinschaft (Schick-sal = geschicktes Heil … soweit ich es verstehen kann), ein Volk aber, das schon längst kein Volk mehr ist, sondern viele Völker – das also längst zerfallen ist und nur deshalb noch durch das ‘Leben’ (‘Wohnen’ wäre wohl angebrachter, denn von ‘Leben’ als gemeinsamer Ausdruck einer gemeinsamen einigenden kollektiven Erfahrung kann hier ja schon lange keine Rede mehr sein) in einer gemeinsamen Form den längst nicht mehr zutreffenden Eindruck eines Volkes der Außenwelt gegenüber scheinbar aufrechterhält, weil die Beharrungskraft einer einmal etablierten Form der Repräsentation des tatsächlichen Inhalts hinterherhinkt, ist weder eine Schicksalsgemeinschaft noch überhaupt irgendetwas, das mit irgendeiner inhaltlichen Berechtigung gegenüber individuellen Trägern derjenigen kollektiven Erfahrung – die in früheren Zeiten, als das Volk tatsächlich noch ein Volk war, durch eben dieses Volk ausgedrückt wurde – mit irgendeinem inhaltlich gerechtfertigten Anspruch auf was auch immer auftreten könnte. Der einzige Anspruch, den ein solches ehemaliges Volk noch haben kann, ist der Anspruch, den es durch die faktischen Machtinstrumente seiner Regierenden durchsetzen kann. Und es obliegt in einer solchen geschichtlichen Situation jedem Individuum selber zu entscheiden, ob ‘das Volk’ noch ‘das Volk’ ist … oder eben nicht – und sein Handeln daran auszurichten.

Zweitens ist der Begriff des ‘Volkes’, ebenfalls wieder mMn, nicht ausreichend … trennscharf definiert. Ich hatte neulich schon so ein gewisses Unbehagen verspürt als Deep Roots in einem Artikel oder Kommentar … weiß ich jetzt nicht mehr genau … von volkstreuer Politik schrieb. ‘Volks-treu’ = treu zum Volk … – aber wer ist dieses Volk? Ich habe schon früher mehrfach geschrieben, ich nehme nicht einen einzigen Gastarbeiter und/oder seine Nachfahren als ‘volkszugehörig’ an. Ich kann es nicht, weil ich völlig anders empfinden – ich habe nie die Erfahrung empfunden, daß ich irgendeinen von denen eingeladen hätte zu kommen und hier zu bleiben. Und ich bin nur insofern und insoweit mit ‘dem Volk’ identisch wie es diese Erfahrung teilt … indem es sie lebt. Das heute existierende ‘Volk’ lebt aber eine ganz andere, nämlich die meinem Empfinden genau entgegengesetzte Erfahrung, indem es all diese Leute aufgenommen hat bzw. ganz offiziell als ‘Volksmitglieder’ betrachtet. Und diese ‘Differenzierung’, wonach sie Angehörige desselben Staates, aber unterschiedlicher Volkszugehörigkeit seien, ist in meinem Verständnis einfach lächerlich, wenn ich tagtäglich erlebe wie meine ‘Volksgenossen’ mit ihren türkischen, italienischen, libanesischen oder sonst einer der ca. 200 Kollektividentitäten, die sich hier tummeln, fraternisieren ohne irgendwelche Skrupel, Probleme, Abneigungen oder Abwehrreflexe. Zu diesem Volk gehöre ich nicht! Und diesbezüglich nehme ich deine Empfehlung eines ‘Ausstiegs aus der Gemeinschaft’ gerne wahr bzw. habe sie längst wahr genommen. Mir selbst zum Bedauern bis heute leider nur innerlich und nicht auch äußerlich, weil ich dummerweise im Moment weder klar genug sehe, wie ich mich, natürlich mit anderen … Ähnlichen trennen könnte, noch wo ‘wir’ (wenn es diese anderen denn gäbe) uns organisiert niederlassen könnten, um eine Keimzelle eines sich später neu formierenden Volkes bilden zu können …. nachdem die derzeit herrschende Form sich – in Entsprechung zu ihrem vorgeblichen ‘Volk’ – aufgelöst haben wird!

Und dein Denkfehler, so wie ich es wahrnehme, liegt in dem, wiederum wie ich es wahrnehme, unausgesprochenen aber stillen Vorwurf an diese einzelnen ‘Volksgenossen’ (mir reicht es Mitglied eines Volkes zu sein – Genosse ist mir persönlich ein bischen zu viel an Integration … da bekomme ich doch schon gewisse Probleme mit dem Gefühl freien Atmens) die ‘Schicksalsgemeinschaft des Volkes’ verlassen = verraten zu haben. Es ist allerdings genau umgekehrt: Das ‘Volk’ hat sich selbst verraten – und damit jeden einzelnen ‘Volksgenossen’ … indem es diesen Weg eingeschlagen hat, den es jetzt in der BRD seit über 40 Jahren unbeirrt geht. Das ‘Volk’ hat die Austrägerschaft derjenigen kollektiven Erfahrung aufgekündigt, der jetzt nur noch Einzelne – wie ich – treu zu bleiben versuchen … und damit sein Volk-sein aufgegeben. Damit sehe ich mich – und alle mir diesbezüglich ähnlich Empfindenden – nicht nur berechtigt, sondern geradezu verpflichtet ‘auszusteigen’ und eine – soweit das irgendwie möglich sein sollte – ‘unabhängige Überlebensmöglichkeit’ zu suchen.

(…)

„Rasse ist zum Teil objektiv nachweisbar: Hautfarbe, Lipppenform, Muskelmasse, Eignung zum 100-Meter-Lauf-Olympia-Sieger (=West-Schwarzafrika und die Außenstelle in der Karibik).“

Das werden die Linken auch zu bestreiten versuchen – bzw. sie bestreiten es ja ohnehin – , indem sie es faktisch zu verändern versuchen werden … durch Vermischung. Ja – auch die ‘Schwarzen’ werden von deren Wahn natürlich nicht verschont bleiben. Und da es zuwenig Weiße geben wird, um da bedeutende Änderungen herbeizuführen, werden die Mischung mit anderen Völkern versuchen – vornehmlich asiatischen Völkern, der Anzahl wegen. Und wenn dann die von dir erwähnten Merkmale, zumindest was Hautfarbe, Lippenform etc. betrifft, sich verändert haben werden, werden sie das freudestrahlend als ‘Beweis’ präsentieren: Na bitte – es gibt gar keine ‘schwarze Rasse’. Richtig wäre in diesem Fall die Aussage: Es gibt gar keine ‘schwarze Rasse’ … mehr! Denn die Natur – in diesem Fall eben dann auch die ‘Natur der Schwarzen’ – wurde durch eine ideologische Vorstellung vergewaltigt … bis zu ihrer Vernichtung.

Im Grund handelt es sich hier um den sozusagen ‘ewigen Krieg’ zweier Erkenntnisformen: Der Erkenntnis der umgebenden Wirklichkeit durch Orientierung an der Erfahrung, die man bei Konfrontation mit dieser umgebenden Wirklichkeit empfindet. Das wäre, in meinem Verständnis, die gesunde Variante. Und als zweite ‘Erkenntnisform’ (… weil es gar keine eigentliche Erkenntis, sondern viel eher eine Mißkenntnis ist) die Orientierung an Vorstellungen, die, von der Wirklichkeit der Umwelt völlig gelöst, sozusagen frei vor sich hin komponiert werden. Diese zweite, kranke, Variante wird in der Astrologie der Münchner Rhytmenlehre im Rahmen der Pluto-Uranus-Spannungskonstellation beschrieben – und der prinzipielle Konflikt dieser beiden Erkenntnisvarianten ist insofern ewig als diese Konstellation immer wieder – in entsprechenden Zeitabständen – auftritt und dann eben mehrere Jahrgänge davon betroffen sind. Diese müssen sich dann – entweder als ‘Täter’ oder als ‘Opfer’ mit dem Inhalt dieser Konstellation auseinandersetzen … auch ein Aspekt dessen was du ja als Weltspiel bezeichnest.

Normalerweise ist das nicht unbedingt ein Problem. Ein Problem ist es heute nur deshalb, weil durch bewußte Hilfe und Unterstützung von außen sich diese kranke Erkenntnisform gesellschaftlich durchgesetzt hat – und mittlerweile wie ein Knochenkrebs die gesamte Struktur von Staat und Gesellschaft vollständig durchzieht. Ein aktuelles Beispiel dazu präsentiert uns unser alter Freund ‘Stürzi’ in diesem Artikel:

http://www.pi-news.net/2013/02/video-gesprach-mit-stefan-jakob-wimmer/#more-30700

in dem er unter anderem schreibt: „Bei dieser unerträglichen Orient-, Islam- und Moslem-Lobhudelei hielt auch der städtische Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers eine Rede, in der er allen Ernstes meinte, der Begriff “Integration” sei “nicht zielführend”, da er ein “Subjekt-Objekt”-Verhältnis impliziere, bei dem “der eine den anderen” integriere. Wir müssten uns vielmehr “kulturell öffnen” und “vorurteilsfrei zuhören”. Eine Leitkultur dürfe es daher nicht geben. “Differenzen und Diskurse” müsse man “aushalten”. Man müsse die “Potentiale” und die “Kreativität” der Migranten erkennen.“

Der fett markierte Satz bringt die Krankheit eigentlich bestens zum Ausdruck: Das ‘vorurteilsfreie Zuhören’ ist eine Umschreibung für einen Zustand, bei dem man keinen eigenen inneren Inhalt mehr hat, keine eigene Erfahrung mehr empfindet. Das aber ist nur dann der Fall, wenn man nach innen hin abgeschnitten bzw. blockiert ist.

Und nunmehr nur noch aus einer Vorstellungswelt heraus lebt, die ohne jede Rückbindung an die Wirklichkeit einfach so zusammenkomponiert worden ist. Astrologisch gesprochen ist hier der ‘Pluto’ (= die Vorstellung) nicht mehr Folge einer zuvor empfundenen Erfahrung (Erfahrung = Uranus), sondern die ‘Funktion Uranus’ ist in der Person (bzw. natürlich auch einer ‘kollektiven Person’ wie etwa einem Volk) blockiert … und damit ist der ‘Funktion Pluto’ – der ‘Vorstellung’, deren eigentlich Aufgabe es ja wäre die Erfahrung, die aus der Zeitlosigkeit kommt, nicht den Bedingtheiten von Zeit und Raum unterliegt, in einer in Zeit und Raum befindlichen FORM zu repräsentieren, der Boden und die Grundlage genommen. Sie ‘arbeitet’ dann ‘ohne vorhergehende Erfahrung’ quasi einfach nur mit sich selbst, spielt selber ‘lieber Gott’, indem sie irgendwelche Inhalte, die sie aus allen möglichen kompensatorischen Gründen auswählt, ‘zusammenkomponiert’ und dann mit aller Macht versucht die äußere Welt dieser ‘falschen Vorstellung’ anzupassen – bis hin zum massiven Übergriff auf komplette Völker oder am besten gleich den ganzen Planeten (Klimawahn), so wie wir es im Kleinen bei dem obigen Beispiel des losgelassenen Kulturreferenten und im Großen eben bei dem Versuch die Welt auf den Kopf zu stellen, um eine eingebildete Erhöhung des Meeresspiegels um ‘vier bis fünf Meter’ (so habe ich gerade vor ein paar Tagen des wahnsinnigen Schellnhuber wortwörtlich in irgendeinem Interview gelesen) zu verhindern.

Ändern, im Sinne von ‘Verhindern’ oder ‘Rückdrehen’, kann man in einem derartigen Krankheitsstadium nichts mehr. Sinnvoll scheint mir einzig, daß die Gesunden versuchen, sich mehr oder weniger radikal von den Kranken zu trennen und eigene geschlossene Lebenskreisläufe aufbauen … es eben zumindest versuchen, um nicht mit in den notwendigen Zusammenbruch hineingezogen zu werden. Und ‘notwendig’ ist er, weil kein Irrtum auf Dauer gegen die Wirklichkeit bestehen kann. Was allerdings wenig trostreich ist, solange die, die, als Minderheit zwar aber immerhin, den Wahnsinn erkennen und eben nicht mit der Mehrheit der Wahnsinnigen deren absehbaren Ziel entgegenstreben wollen.

Georg Mogel:

“..Möge man mir verzeihn, daß auch ich, bei einem kurzen gewagten Aufenthalt auf sehr infiziertem Gebiete, nicht völlig von der Krankheit verschont blieb und mir, wie alle Welt, bereits Gedanken über Dinge zu machen anfing, die mich nichts angehn: erstes Zeichen der politischen Infektion. Zum Beispiel über die Juden: man höre. – Ich bin noch keinem Deutschen begegnet, der den Juden gewogen gewesen wäre; und so unbedingt auch die Ablehnung der eigentlichen Antisemiterei von seiten aller Vorsichtigen und Politischen sein mag, so richtet sich doch auch diese Vorsicht und Politik nicht etwa gegen die Gattung des Gefühls selber, sondern nur gegen seine gefährliche Unmäßigkeit, insbesondere gegen den abgeschmackten und schandbaren Ausdruck dieses unmäßigen Gefühls – darüber darf man sich nicht täuschen. Daß Deutschland reichlich genug Juden hat, daß der deutsche Magen, das deutsche Blut Not hat (und noch auf lange Not haben wird), um auch nur mit diesem Quantum »Jude« fertig zu werden – so wie der Italiener, der Franzose, der Engländer fertig geworden sind infolge einer kräftigeren Verdauung –: das ist die deutliche Aussage und Sprache eines allgemeinen Instinktes, auf welchen man hören, nach welchem man handeln muß. »Keine neuen Juden mehr hineinlassen! Und namentlich nach dem Osten (auch nach Österreich) zu die Tore zusperren!« also gebietet der Instinkt eines Volkes, dessen Art noch schwach und unbestimmt ist, so daß sie leicht verwischt, leicht durch eine stärkere Rasse ausgelöscht werden könnte. Die Juden sind aber ohne allen Zweifel die stärkste, zäheste und reinste Rasse, die jetzt in Europa lebt; sie verstehen es, selbst noch unter den schlimmsten Bedingungen sich durchzusetzen (besser sogar als unter günstigen), vermöge irgendwelcher Tugenden, die man heute gerne zu Lastern stempeln möchte – dank vor allem einem resoluten Glauben, der sich vor den »modernen Ideen« nicht zu schämen braucht; sie verändern sich, wenn sie sich verändern, immer nur so, wie das russische Reich seine Eroberungen macht – als ein Reich, das Zeit hat und nicht von gestern ist –: nämlich nach dem Grundsatze »so langsam als möglich!« Ein Denker, der die Zukunft Europas auf seinem Gewissen hat, wird, bei allen Entwürfen, welche er bei sich über diese Zukunft macht, mit den Juden rechnen wie mit den Russen, als den zunächst sichersten und wahrscheinlichsten Faktoren im großen Spiel und Kampf der Kräfte. Das, was heute in Europa »Nation« genannt wird und eigentlich mehr eine res facta als nata ist (ja mitunter einer res ficta et picta zum Verwechseln ähnlich sieht –), ist in jedem Falle etwas Werdendes, Junges, Leicht-Verschiebbares, noch keine Rasse, geschweige denn ein solches aere perennius, wie es die Juden-Art ist: diese »Nationen« sollten sich doch vor jeder hitzköpfigen Konkurrenz und Feindseligkeit sorgfältig in acht nehmen! Daß die Juden, wenn sie wollten – oder, wenn man sie dazu zwänge, wie es die Antisemiten zu wollen scheinen –, jetzt schon das Übergewicht, ja ganz wörtlich die Herrschaft über Europa haben könnten, steht fest; daß sie nicht darauf hinarbeiten und Pläne machen, ebenfalls…”

Friedrich Nietzsche,
Jenseits von Gut und Böse
-Achtes Hauptstück-
Völker und Vaterländer
(251)

“Das ist keine philosophische Rasse – diese Engländer: Bacon bedeutet einen Angriff auf den philosophischen Geist überhaupt, Hobbes, Hume und Locke eine Erniedrigung und Wert-Minderung des Begriffs »Philosoph« für mehr als ein Jahrhundert. Gegen Hume erhob und hob sich Kant; Locke war es, von dem Schelling sagen durfte: »je méprise Locke«; im Kampfe mit der englisch-mechanistischen Welt-Vertölpelung waren Hegel und Schopenhauer (mit Goethe) einmütig, jene beiden feindlichen Brüder-Genies in der Philosophie, welche nach den entgegengesetzten Polen des deutschen Geistes auseinanderstrebten und sich dabei unrecht taten, wie sich eben nur Brüder unrecht tun. – Woran es in England fehlt und immer gefehlt hat, das wußte jener Halb-Schauspieler und Rhetor gut genug, der abgeschmackte Wirrkopf Carlyle, welcher es unter leidenschaftlichen Fratzen zu verbergen suchte, was er von sich selbst wußte: nämlich woran es in Carlyle fehlte – an eigentlicher Macht der Geistigkeit, an eigentlicher Tiefe des geistigen Blicks, kurz an Philosophie. – Es kennzeichnet eine solche unphilosophische Rasse, daß sie streng zum Christentume hält: sie braucht seine Zucht zur »Moralisierung« und Veranmenschlichung. Der Engländer, düsterer, sinnlicher, willensstärker und brutaler als der Deutsche – ist eben deshalb, als der Gemeinere von beiden, auch frömmer als der Deutsche: er hat das Christentum eben noch nötiger. Für feinere Nüstern hat selbst dieses englische Christentum noch einen echt englischen Nebengeruch von spleen und alkoholischer Ausschweifung, gegen welche es aus guten Gründen als Heilmittel gebraucht wird – das feinere Gift nämlich gegen das gröbere: eine feinere Vergiftung ist in der Tat bei plumpen Völkern schon ein Fortschritt, eine Stufe zur Vergeistigung. Die englische Plumpheit und Bauern-Ernsthaftigkeit wird durch die christliche Gebärdensprache und durch Beten und Psalmensingen noch am erträglichsten verkleidet, richtiger: ausgelegt und umgedeutet; und für jenes Vieh von Trunkenbolden und Ausschweifenden, welches ehemals unter der Gewalt des Methodismus und neuerdings wieder als »Heilsarmee« moralisch grunzen lernt, mag wirklich ein Bußkrampf die verhältnismäßig höchste Leistung von »Humanität« sein, zu der es gesteigert werden kann: so viel darf man billig zugestehn. Was aber auch noch am humansten Engländer beleidigt, das ist sein Mangel an Musik, im Gleichnis (und ohne Gleichnis –) zu reden: er hat in den Bewegungen seiner Seele und seines Leibes keinen Takt und Tanz, ja noch nicht einmal die Begierde nach Takt und Tanz, nach »Musik«. Man höre ihn sprechen; man sehe die schönsten Engländerinnen gehn – es gibt in keinem Lande der Erde schönere Tauben und Schwäne – endlich: man höre sie singen! Aber ich verlange zu viel…”

Friedrich Nietzsche,
Jenseits von Gut und Böse
-Achtes Hauptstück-
Völker und Vaterländer
(252)

Sachse:

„[…] Denkfehler […]“
Naja, zu denken kann doch kein Fehler sein. ;) Aber genug der Auflockerung.
„[Ein] „tatsächliches Volk“ [ist] dur[ch]aus eine Schicksals-Gemeinschaft […], ein Volk aber, das schon längst kein Volk mehr ist, […] das also längst zerfallen ist und nur deshalb noch durch das ‘Leben’ (‘Wohnen’ wäre wohl angebrachter, denn von ‘Leben’ als gemeinsamer Ausdruck einer gemeinsamen einigenden kollektiven Erfahrung kann hier ja schon lange keine Rede mehr sein) in einer gemeinsamen Form den längst nicht mehr zutreffenden Eindruck eines Volkes der Außenwelt gegenüber scheinbar aufrechterhält, weil die Beharrungskraft einer einmal etablierten Form der Repräsentation des tatsächlichen Inhalts hinterherhinkt, ist weder eine Schicksalsgemeinschaft noch überhaupt irgendetwas, das mit irgendeiner inhaltlichen Berechtigung gegenüber individuellen Trägern derjenigen kollektiven Erfahrung mit irgendeinem inhaltlich gerechtfertigten Anspruch auf was auch immer auftreten könnte.“

Guter Einwand, aber in unserem speziellen Fall unzutreffend. Die Definition von „Deutsch“ war auch früher schon offensichtlich eine sprachliche, in der aber ungesagt eine Negativdefinition mitschwang. Nimm z.B. „Was ist des Deutschen Vaterland“ von Arndt: „soweit die deutsche Zunge klingt“: das einzige genannte Kennzeichen ist ein sprachliches, aber es gibt ein „ungesagtes“ Kriterium, das einfach als existierend vorausgesetzt wird. Man erkennt das aber erst, wenn man versucht, die Negativdefinition anzuwenden in dem Sinne, daß man die Frage stellt, ob es für Arndt einen Serben zum Deutschen gemacht hätte, wenn der Deutsch gesprochen hätte, oder einen Polen oder einen Türken. Schon in der Fragestellung wird deren Absurdität klar: Wenn es das einzige Kriterium gewesen wäre, wieso sah Arndt deutschsprachige Juden nicht als Deutsche an, hingegen vor mehreren Generationen eingewanderte Hugenotten schon? Das liegt daran, daß noch etwas anderes mitschwingt, ein gemeinsamer sozialer Kanon, ein Mindestmaß an gemeinsamem kulturellen Hintergrund, eine gemeinsame Geschichte, der sich Außenstehende zwar anschließen können, aber eben erst nach mehreren Generationen. Es wäre sicherlich interessant, das mal in Worte zu fassen, aber das erfordert weiteres Nachdenken. Wichtig ist hier zunächst, daß sich der Volksbegriff des „Deutschen Volkes“ auch früher schon in Richtung „deutschsprechender Mensch“ bewegt hat, während die Sprache bei anderen Völkern durchaus nicht als so konstituierend angesehen wurde. (Anmerkung: habe noch „Das deutsche Volk in Sitte und Brauch“ von Buschan rumfliegen, vielleicht wäre es mal an der Zeit, das zu digitalisieren.)

Insofern ist die Aussage, wir wären ein „ehemaliges Volk“ zwar formal richtig, sofern man eine strenge Definition des Wortes „Volk“ anlegt, aber diese ist eben nicht haltbar, weil sie früher nicht der Realität entsprochen hat, mit Ausnahme von wenigen Jahrzehnten, und auch heute der Realität nicht entspricht.

Die mangelnde Trennschärfe des Volksbegriffes, die Du weiter konstatierst, die ist nicht etwa intrinsisch, sondern dem Umstand geschuldet, daß das deutsche Volk sich nicht in das Begriffsschema einpassen läßt, irgendwie steht immer was über, die Ferse oder der Zeh und abschneiden kommt nicht in Frage. Aber belassen wir es dabei und stellen lediglich fest, daß der Volksbegriff im „deutschen Volk“ etwas wesensanderes ist, als z.B. im „englischen Volk“ und wir diesen Unterschied noch klarer definieren müssen. Vielleicht ist die Bezeichnung bei uns eher deklarativ, als konstituierend, aber so richtig hilft das auch nicht weiter, weil auch damit immer noch nicht klar ist, was das „deutsche Volk“ eigentlich ist.

Diesen Unterschied im Volksbegriff nimmst Du auch wahr, aus der Empfindung heraus, daß „die“ nicht zu „uns“ gehören werden, ein Deutscher, der aber sagt „die gehören zu uns“, jedoch schon zu uns gehört. Diesen Widerspruch versuchst Du nun dahingehend aufzulösen, daß Du sagst, wir wären kein Volk im Sinne einer strengen Definition – was natürlich völlig richtig ist -, aber eben auch für uns wenig passend. Und bzgl. der „Nachfahren“ seien zwei Fragen gestellt: erstens, WARUM nimmst Du die nicht als „volkszugehörig“ wahr? Und zweitens: nimmst Du die Nachfahren der Hugenotten, oder noch besser, die Nachfahren der Osmanen, die sich nach der Zurückschlagung der türkischen Eroberungen haben taufen lassen und da geblieben sind, besonders in Österreich, als Deutsche wahr, nimmst Du Götz Aly als Deutschen wahr und wenn ja, warum?

In diesem Kontext ist auch nochmal auf die Aussage zurückzukommen, Dich verbinde mit den Deutschen wenig, die Fellachisierung wollten: die Frage ist nämlich, ob die das tatsächlich wollen, aus sich selbst heraus, oder ob dieses Wollen einem „Augen zu und durch“ entspringt, einem „wir müssen für das größere Wohl leiden“ und das Gefühl doch in eine andere Richtung geht. Und da erlaube ich mir, darauf hinzuweisen, daß die selbst Gefangene ihres eigenen Seins sind: nimm den Kommentar des SPD-Fuzzis zu Rösler, oder den Umstand, daß extra Interessenvertretungen für Ausländer von Deutschen gegründet und geführt werden: die unterscheiden in der Tat zwischen „denen“ und „uns“, auf diesem Umstand gründet ja die ganze subversive Marxistenscheiße. Wenn man sich die Frage stellt, warum diese Wahrnehmung so ist, dann ist das ganz einfach: es handelt sich im Grunde um die Hinterfragung einer projizierten Außenwirkung: deutsch ist, wer sich nicht durch ein „April, April, bin nicht Deutscher“ einer äußeren Klassifizierung als Deutscher entziehen kann. Andersrum: derjenige ist Deutscher, der sich nicht durch bloßes „ich bin nicht Deutscher“ den Rheinwiesenlagern hätte entziehen können. Diese Wahrheit hat auch der SPD-Mann ausgesprochen: Rösler kann sich im Zweifelsfall immer darauf zurückziehen, daß er nur adoptiert ist, wir können das nicht. Und genau darin liegt auch die Frage der Schicksalsgemeinschaft: wir sehen diejenigen nicht als deutsch an, von denen wir annehmen, daß Außenstehende sie nicht als deutsch ansehen, weil wir instinktiv genau wissen, daß diese sich dem „deutschen Schicksal“ entziehen können.

Das, was Du als „Vorwurf“ wahrzunehmen glaubst, ist etwas völlig anderes: der Aufruf zum Akzeptieren der Gewißheit, daß kein einziger mit Zwang und Interessenvertretungen und Sozialleistungen und Deklarationen eingedeutschter Ausländer deutsch ist, eben WEIL er einfach sagen kann „April, April, war nur hier wegen HartzIV“ oder „wegen der Arbeit“.

Genau deswegen sah übrigens Arndt auch die deutschsprachigen Juden nicht als Deutsche an, was allerdings die Frage aufwirft, weshalb es so viele Deutsche gibt, die Nachnamen haben, die wir als jüdisch wahrnehmen, z.B. „Morgenstern“. Ich stelle mal eine ganz steile These auf: eben durch unser „anders Sein“ gab es bei uns viel mehr Integration im Sinne von gewollter unwiderruflicher Einfügung in die Schicksalsgemeinschaft einiger Juden, die hier gelebt haben. Denn die Frage sei schon erlaubt, weshalb „Ariernachweis“, wenn der Name an sich spezifisch wäre? Aber das kann sicherlich ein andermal vertieft werden. Kann es sein, daß genau DAS auch die größte Bedrohung der jüdischen Identität war, die bis dahin durch stetigen Außendruck eher gestärkt war? Liegt der Grund, der wirkliche Grund vielleicht im Verborgenen?

Das, was ich also zum Ausdruck bringe, das ist nicht irgendein Vorwurf, daß sich jemand der Schicksalsgemeinschaft entziehen möchte, über den Punkt bin ich hinaus. Sondern was ich zum Ausdruck bringe, das ist die Gewißheit, daß sich der Einzelne dieser Schicksalsgemeinschaft nicht entziehen KANN, wie immer er sich auch abstrampelt, es sei denn, er verläßt die Volksgemeinschaft, das „Innen“ und wird mit zum „Außen“, was sich ja auch schon ab und an vollzogen hat, z.B. bei den deutschen Auswanderern nach USA, die ja heute ohne Zweifel zum „Außen“ gehören.

Es entbehrt nicht einer gewissen Tragik und Komik, daß sowohl der Nationale, der sein Entsetzen über den Zustand des Volkes äußert, und das sich abstrampelnde Volk selbst heute Antipoden sind und untrennbar aneinander gebunden: während die einen sich abstrampeln, um den Implikationen der Schicksalsgemeinschaft zu entfliehen und ständig in dem Bewußtsein sind, daß sie sich noch mehr anstrengen müssen, um zu ändern, was sie sind und das schon absonderliche Blüten treibt, akzeptiert der Nationale den Beweggrund für dieses Abstrampeln nicht und damit paradoxerweise einen Teil unserer kollektiven Identität. Ich kann diejenigen verstehen, die sich den Implikationen der Schicksalsgemeinschaft, der deutschen Schicksalsgemeinschaft wohlgemerkt entziehen wollen und dabei an ihr Sein genauso gefesselt sind, wie Prometheus an den Felsen, weil der Grund der Zugehörigkeit zur Schicksalsgemeinschaft eben nichts ist, was die durch eigene Arbeit ändern könnten. Der Weg zur Auslöschung der deutschen Kollektividentität führt entweder über das Verlassen der Volksgemeinschaft oder über die physische Vernichtung seiner Träger. Diese Wahrheit schieben die meisten Deutschen noch hinaus und meinen, sie müßten sich nur mehr anstrengen, dann klappt das schon. Dabei übersehen sie regelmäßig, daß es in der Wirklichkeit nicht darauf ankommt, ob sie selbst sich als Mitglieder einer Schicksalsgemeinschaft mit „den Nazis“ ansehen, sondern, ob sie von außen zu Mitgliedern einer solchen Schicksalsgemeinschaft gemacht werden. Und in dieser Hinsicht habe ich bezüglich der Verläßlichkeit der uns umzingelnden Freunde keinen Zweifel.

Barbarossa:

Ein Volk ist eine Schicksalsgemeinschaft gleicher Sprache, gleicher Kultur, gleicher Geschichte, gleicher Herkunft und gleicher Abstammung.

Es hilft beim Erkennen, wenn man den Test in umgekehrter Richtung macht:

Wann (oder ab wann) ist ein Deutscher der nach Arfika zieht ein Massai?

Ab wann, wenn er mit seiner deutschen Frau nach Afrika zieht und dank massaischer Sozialhilfe ausschließlich weiße Kinder zeugt, sind diese Kinder Massais?

Und ab wann wären die alpenmilchhellbraunen Mulattenkinder Massais, die er mit einer örtlichen Frau zeugte?

Sachse:

“Ein Volk ist eine Schicksalsgemeinschaft gleicher Sprache, gleicher Kultur, gleicher Geschichte, gleicher Herkunft und gleicher Abstammung.”

Ja, barb, diese Definition wird gemeinhin verwendet. Aber auf das “deutsche Volk” trifft das nur bedingt zu, Belege dafür gibt es zuhauf, z.B. Grimmelshausen läßt in Simplicissimus sagen “wes Volks seid ihr?” und meint natürlich nicht, ob da Massai kommen, sondern ob es sich um kaiserliche handelt oder nicht. Ich denke eher, daß unsere Identität zwiegespalten ist: einerseits eher regional, teilweise stammesbezogen (Franken, Hessen, Vogtländer, Erzgebirgler usw.), vielleicht halbwegs treffend als “innere Gruppenidentität” zu bezeichnen. Und dann das, als was wir wahrgenommen werden von außen, “deutsch”. Es kommt auch noch nichteinmal darauf an, ob die Kultur “gleich” ist, den Norden und den Süden trennen ja Welten, sondern darauf, ob man durch äußere oder innere Zwänge sich in einer Schicksalsgemeinschaft befindet UND das schließlich irgendwann bewußt wahrnimmt. Dazu gehört auch das inhärente Bewußtsein, die Krone der Schöpfung zu sein, meine GAttin fragte mich letztens, warum ich bei anderen immer Fehler entschuldige, die ich bei ihr anzähle. Da mußte ich wirklich etwas nachdenken, warum ich das tue, und die von mir gefundene Antwort hat mich durchaus überrascht: ich gehe nämlich immer davon aus, daß meine Familie nicht aus Idioten besteht. Und so setzt sich das vom kleinen zum großen fort: ich gehe schlußendlich davon aus, daß mein Volk weniger aus Idioten besteht, als die anderen, weswegen ich natürlich lange Zeit versucht war, härtere Maßstäbe anzusetzen. Interessanterweise ist das auch der Grund, weshalb diese Zweiklassenjustiz und die Doppelstandards überhaupt angewendet werden können, weshalb das viele akzeptieren oder zumindest ihren Ärger dazu herunterschlucken: weil in einer Erleichterung für die anderen die eigene Überlegenheit mitschwingt.

Und seien wir ganz ehrlich: es hat schon was von falscher Bescheidenheit, diese Selbsterniedrigung. Das römische Reich? Haben wir aufgearbeitet. Den vatikanischen Gottesstaat? Haben wir aufgearbeitet. Ostrom? Haben wir aufgearbeitet (war irgendwie ein Abwasch vom großen Karl). Franzenland? HAben wir aufgearbeitet, ist abgebrannt. Großbritannien? Haben wir aufgearbeitet, durch verlieren, das muß man sich mal überlegen. Amiland? Ebenso, aufgearbeitet durch Arbeit. Die einzigen, die noch stark sind, sind die Russen, alle anderen haben strukturelle Defizite in unglaublicher Höhe. Und alles was die tun, führt in die falsche Richtung: nochmehr Geld rauspressen, noch mehr Transferleistungen, noch mehr Steine in unseren Weg. Das beschleunigt aber nur deren Absturz. Das einzige, was wirklich hätte funktionieren KÖNNEN, das war die Zerstörung von innen durch die Grünen. Die Kaperung der Ökobewegung durch die Bolschewisten hätte wirklich das Potential gehabt, uns das Genick zu brechen, weil hier unser innerstes Wollen als Antrieb unserer Schwächung gedient hätte. Aber auch dieser Zug ist abgefahren. Eine Schwächung von außen mag uns oberflächlich schaden, aber das ist nicht, was zählt. Sondern das was zählt, das sind die Gegenreaktionen, die dadurch angestoßenen Entwicklungen.

Wenn Du Dir die Maßnahmen anschaust, dann weißt Du, woran es klemmt: RV-Pflicht für Freiberufler heißt, daß die Rentensysteme kurz vor dem Kollaps waren und weitere Einzahler brauchten. Haushaltsabgabe heißt, daß die Empfangsgerätbasierte Propagandaabgabe nicht mehr ausgereicht hat und dem entgegengewirkt werden mußte. Riester war notwendig wegen der daraus folgenden deflationären Effekte im Konsumgüterbereich, deswegen wurde schon vor Jahrzehnten die Lohnauszahlung von wöchentlich auf monatlich umgestellt. Sicherlich, es muß noch viel schlimmer werden, bevor es besser werden kann, weil für eine Zäsur notwendig ist, daß die Masse eine Änderung will, für die Masse müssen die Kosten des “etwas tun” geringer werden, als die Kosten des “nichts tun”. Bis das nicht passiert, ändert sich sowieso nichts.

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