Susannah und die Islamisten

Von Osimandia

Stellen Sie sich vor, Sie kommen abends nach Hause. Ihre Frau/Ihr Mann oder ein sonstiger Mitbewohner sitzt vor dem Fernseher und sieht sich einen Film an. “Pssst” werden Sie etwas unwirsch begrüßt, dann wird aber versöhnlich hinzugefügt “Ist gleich aus.” Sie setzen sich dazu und sehen sich die letzten Minuten des Dramas an, das über den Bildschirm flimmert.

Es ist auf den ersten Blick erkenntlich nichts, was das Prädikat “anspruchsvolle Unterhaltung” verdient, aber es wirkt recht spannend. Es ist Nacht und regnet in Strömen. Ein offenbar gutsituierter, aber vollkommen irr und in seinem Wahn entschlossen wirkender Mann in mittleren Jahren schleppt ein sich verzweifelt wehrendes Kleinkind in sein Auto, eine Frau versucht, ihn aufzuhalten, aber er überfährt sie rücksichtlos, sie wirbelt durch die Luft und bleibt reglos liegen. Zwischendurch sind Polizeifahrzeuge zu sehen, die offenbar bereits alarmiert worden waren. Die wilde Fahrt endet vor einer Kathedrale, der Geistesgestörte schleppt den kleinen Jungen ins Innere, legt ihn vor dem Altar auf den Boden, hält das schrille Angstschreie ausstoßende Kind grob fest, während er ein Vaterunser spricht, und macht sich dann daran, den Jungen mit einem Dolch zu erstechen (Szenenfoto oben). In letzter Sekunde stürmt die Polizei die Kathedrale und ein Scharfschütze erschießt den Ritualmörder gerade noch rechtzeitig, sein Blut spritzt auf das Kruzifix, das in Großaufnahme eingeblendet wird. Der kleine Junge überlebt und man sieht ihn in der allerletzten Szene unversehrt und wohlbehütet bei einem Staatsbegräbnis an der Hand eines offenbar sehr hochgestellten Mannes.

Ein Happy End also.

Wirklich?

“Nein!” sagt Ihr Mitbewohner, der den Film von Anfang an gesehen hat , “ganz und gar nicht”, denn der Film war Omen, das Remake von 2006. Das verzweifelt weinende Kind war der Antichrist, der erschossene Mann Robert Thorn, sein Adoptivvater, der während der ganzen Handlung über mehr als abgeneigt gewesen war, sich einzugestehen, was er sich da für eine Teufelsbrut ins Haus geholt hatte, obwohl diese schon einiges Unheil angerichtet und die Ermordung seiner Frau verursacht hatte, die schon früher dahintergekommen war und die er deswegen für verrückt gehalten hatte. Schließlich konnte er es aber doch nicht mehr verleugnen. Nachdem er in allen möglichen Weltgegenden und Klöstern Recherchen angestellt hat, erfährt er schließlich, dass die einzige Möglichkeit, seinen Fehler gut zu machen und die Welt vor dem Antichristen zu retten, eine rituelle Tötung in einer Kirche mit einem bestimmten Messer oder Dolch ist. Der hochgestellte Herr aus der letzten Szene ist der Taufpate Robert Thorns, der offenbar jetzt den verwaisten kleinen Antichristen an Kindes Statt angenommen hat, und ganz nebenbei ist er auch noch…der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Also doch nicht wirklich ein Happy End.

So kann ein und dieselbe Szene von zwei Personen vollkommen unterschiedlich wahrgenommen werden, selbst wenn diese zwei Personen absolut identische Moralvorstellungen haben wie Sie und Ihr Mitbewohner. Der einzige Unterschied ist, dass die eine Person den ganzen Film gesehen hat und die andere nicht. Um zu derselben Haltung zu kommen wie Ihr Mitbewohner, ist es vollkommen unnötig gewesen, Ihre Moralvorstellungen aufzugeben oder gar Ihren Charakter zu ändern. Sie sind derselbe geblieben wie vorher, einzig die Information über die Vorgeschichte hat Ihnen gefehlt, um zu erkennen, dass der Film kein Happy End hatte und dass die Polizisten – ebenfalls im besten Glauben, das Richtige zu tun – einen fatalen Fehler gemacht haben. Ohne die Information oder wenn Sie diese ungeprüft als unwahr abgetan hätten, hätten Sie versucht sein können, Ihren Mitbewohner für ein amoralisches Monster zu halten, das mit einem psychopathischen Mörder sympathisiert und es an Mitgefühl für ein herzzereißend weinendes, unschuldiges Kind in großer Bedrängnis mangeln lässt.

Doch zurück ins richtige Leben.

Das ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Bedeutung des Geschichtsbildes für unsere Überlebenschancen, wie es Sternbald in seinem gleichnamigen Zweiteiler eindringlich nahegelegt hat. (Teil 1, Teil 2). Bezogen auf den Film sind wir weder in der Rolle des Kindes noch des Mannes, sondern – wenn überhaupt in irgendeiner anderen als der des ohnmächtigen Zuschauers – in der der Polizisten. Es ist anzunehmen, dass auch diese keine Sympathisanten des Antichristen waren, aber aufgrund der fehlenden Information haben sie die falsche Person als Feind wahrgenommen und eliminiert.

Um endgültig von der Welt des Films wegzukommen, möchte ich die Aufmerksamkeit der Leser jetzt auf ein Ereignis lenken, das sich Mitte des 20. Jahrhunderts zugetragen hat, und bei dem fehlende oder gar falsche Information kombiniert mit einem richtigen moralischen Kompass zu einer unrichtigen Einschätzung führt. Es ist ein Ereignis, das Auswirkungen bis in die heutige Zeit hat.

Die Historikerin Bat Ye’Or (hebräisch für “Tochter des Nils”), die in ihrem wohl bekanntesten Buch Eurabia die These darlegt, bei der Flutung Europas mit islamischen Einwanderern handele es sich um eine europäisch-arabische Verschwörung gegen die USA und Israel, die beide kuchengut und höchst naiv nicht merken, wie übel ihnen da mitgespielt wird, wurde 1933 als Tochter jüdischer Eltern in Kairo geboren. Obwohl es zweifellos zutrifft, dass es europäisch-arabische Vereinbarungen gibt und die Masseneinwanderung von Moslems von der EU vorsätzlich betrieben wird, ist es geradezu abwegig, anzunehmen, dies geschähe gegen die Interessen der USA und Israels. Tatsächlich sieht es so sogar aus, als ob die eigentlich treibende Kraft hinter Eurabia zu großen Teilen jüdisch (auch, aber keineswegs ausschließlich israelisch) ist und in letzter Konsequenz durch das Drohpotential der US Army gestützt wird, für dessen Wirksamkeit in Serbien ein Exempel statuiert wurde.

1957 kam Bat Ye’Or als staatenloser Flüchtling nach Europa, wo sie seither ihren Wirkungskreis hat. Sie hat die britische Staatsangehörigkeit und lebt vor allem in der Schweiz.

In einem Interview mit Pamela Geller von Atlas Shrugs äußert sie sich zu ihrer Jugend in Ägypten folgendermaßen:

Ja, ich bin in Ägypten aufgewachsen. Ich hatte Freundinnen mit katholischem Hintergrund, christliche Kopten – die alte christliche Gemeinde Ägyptens – und natürlich auch islamische Freundinnen. Ich fühlte mich nicht eingeschränkt. Wir waren alle kleine Schulmädchen, es war eine französische Schule, und dann plötzlich mit dem Aufkommen der Muslimbruderschaft und wie sie in der Gesellschaft angenommen wurde… und auch während des zweiten Weltkrieges, waren wir am Ende in Gefahr  (…)

Juden wurden von der Straße weg oder in ihren Wohnungen verhaftet. Die alte jüdische Gemeinde wurde mit armen Menschen bevölkert. Dann wurden Frauen vergewaltigt und Männer ermordet. Viele wurden ausgewiesen und in der Zeit begannen auch die Juden, zu gehen. Es fing nicht wirklich damals erst an, es hatte schon vorher angefangen, aber der Exodus verstärkte sich. Dann war mein Vater so frustriert, als er bemerkte, dass ich, obwohl ich immer noch in der Schule war, regelrecht auf eine Weise boykottiert wurde. Sie sagten mir immer …. rede nicht.

Sie bezieht sich damit zwar auf die Zeit um 1948/1949, hat aber Ägypten dennoch erst im Jahr 1957 verlassen. Mitte der 50er Jahre verließen viele Juden Ägypten und auch andere arabische Länder. Wahlweise wird das auf arabischen Nationalismus oder auf das Aufkommen islamistischer Bewegungen zurückgeführt, oft auf beides, und selbstverständlich auch auf den Konflikt mit Israel, der aus irratinalem Antisemitismus auf im Lande lebende Juden ausgedehnt wurde, owohl diese sogar  Loyalitätsbekundungen abgaben:

“Die in Ägypten lebenden Juden – zwei Drittel von ihnen sind ägyptische Staatsbürger, ein Drittel Staatenlose – zeigten denn auch keinerlei Verständnis für die kriegerische Abenteuerlust der Israelis. Der ägyptische Oberrabbiner ging sogar soweit, das Vorgehen der Israelis öffentlich zu verurteilen.” (Quelle: Der Spiegel vom 12.12.1956)

Einen weiteren Grund für das ägyptische Vogehen gegen Juden und ihre daraus resultierende Ausreise aus Ägypten gibt die Historikerin, die damals immerhin schon über 20 Jahre alt war, nicht an.

Das deutsche Lizenzblatt “Der Spiegel” schreibt in der oben verlinkten Ausgabe über  die bedrängte Lage der ägyptischen Juden weiter:

Schlag auf Schlag wurden die ägyptischen Juden ihrer staatsbürgerlichen Rechte beraubt:

– Am 11. November wurden sämtliche jüdischen Vermögen beschlagnahmt, jüdische Unternehmen unter die Treuhandverwaltung des ägyptischen Staates gestellt.

– Gleichzeitig wurde ausreisenden Juden verboten, mehr als 20 ägyptische Pfund ins Ausland mitzunehmen.

– Jüdische Rechtsanwälte verloren das Recht, vor ägyptischen Gerichten zu erscheinen. Die ägyptischen Sportklubs wurden gezwungen, ihre jüdischen Mitglieder auszustoßen. Fremde Staatsbürger jüdischen Glaubens, die zum Verlassen Ägyptens binnen 72 Stunden aufgefordert wurden, mußten sich schriftlich verpflichten, nie wieder ägyptischen Boden zu betreten.

– Über 1000 jüdische Menschen wurden als “gefährliche Ausländer” verhaftet und in ein Konzentrationslager eingeliefert.

Ende November aber schufen die ägyptischen Gesetzgeber die rechtliche Grundlage für eine Massen-Ausweisung ägyptischer Juden: Die Regierung Nasser erließ ein neues Staatsbürger-Gesetz, das gestattet, jeden des “Zionismus” verdächtigen Juden aus Ägypten auszubürgern. Die Gesetzgeber ließen allerdings offen, was unter einem “Zionisten” zu verstehen ist.

Ben-Gurion klagte:

“Schon einmal glaubte uns die Welt nicht, als ‘Mein Kampf’ geschrieben wurde. Heute aber finden wir Hakenkreuze auf den Wagen ägyptischer Offiziere. Bücher mit der arabischen Übersetzung von ‘Mein Kampf’ waren unter den ägyptischen Soldaten verteilt worden, die wir im Sinai-Feldzug gefangennahmen. Und das ist die Erziehung, die Nasser seinen Offizieren gibt!”

Einen weiteren Grund für das urplötzliche  massive Vorgehen der Ägypter gegen die Juden im Lande gibt auch der Spiegel nicht an.

Und dabei war doch die Geschichte von Susannah und den Islamisten erst zwei Jahre her…

Zu Beginn der Fünziger Jahre begann sich eine Annäherung zwischen Ägypten und den USA zu entwickeln, was teilweise mit den Interessen der Briten kollidierte, die die Vorherrschaft in der Region gegen den aufkommenden Nationalismus Nassers aufrechterhalten wollten, aber auch mit den Interessen Israels. Aus ägyptischer Sicht muss diese freundliche Annäherung der Supermacht USA wie ein Geschenk des Himmels erschienen sein, sowohl in politischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht, da neben einer amerikanischen Einflussnahme auf Großbritannien zugunsten der ägyptischen Ansprüche auf den Sueskanal wohl auch finanzielle Hilfen und Technologiehilfe für das arme und rückständige Land zu erwarten waren.

Islamistischer Terrorismus, wie ihn heute jedes Kind kennt, war damals noch niemandem ein Begriff, Terroranschläge auf Amerika, “weil sie unsere westlichen Freiheiten hassen” lagen noch sehr weit in der Zukunft. Und doch hatte dieses Phänomen im Ägypten der 1950er Jahre seine ersten Anfänge – oder präziser ausgedrückt: Hätte diese Anfänge haben sollen, wenn da nicht etwas schiefgelaufen wäre.

Und hier kommt Susannah ins Spiel.

Im Sommer 1954 initiierte Oberst  Binyamin Gibli, der Chef des isralischen militärischen Geheimdienstes Aman, die Operation Susannah. Das Ziel der Operation war, Bombenanschläge und andere terroristische Akte gegen britische und amerikanische Einrichtungen in Ägypten – angeblich aus fanatischem religiösem Hass gegen Ungläubige – auszuführen, um die Annäherung zwischen den USA und Ägypten zu beenden und die Haltung der Briten, in der Region präsent zu bleiben, zu bekräftigen.

Nach dem Historiker Shabtai Teveth, der eine detaillierte Abhandlung über den Fall geschrieben hat, war das Ziel

“das Vertrauen des Westens zum damaligen [ägyptischen] Regime zu untergraben, und zwar durch die Schaffung öffentlicher Unsicherheit sowie durch Aktionen, die Verhaftungen, Demonstrationen und Racheakte nach sich ziehen sollten, während der israelische Faktor komplett im Verborgenen bleiben sollte. Das Team wurde daher eindringlich ermahnt, unter allen Umständen eine Enttarnung zu vermeiden, sodass der Verdacht auf die Muslimbruderschaft, die Kommunisten, ‘nicht näher spezifizierte Unzufriedene’ oder ‘lokale Nationalisten’ fallen sollte.”

Mehrere Bombenattentate gelangen planmäßig,  zum Beispiel auf eine Bücherei der United States Information Agency  in Alexandria und auf ein Theater in britischem Besitz.  Die Terroristen wurden von Israel aus gesteuert, der verantwortliche Organisator war ein gewisser Avri Elad (geboren als Avraham Zeidenberg), der zur Einreise nach Ägypten die Identität eines ehemaligen SS-Offiziers namens Paul Frank annahm.

Die Terroristen selber hingegen waren nicht ausschließlich Israelis, die sich undercover eingeschlichen hatten, sondern überwiegend ägyptische Juden, oder wie man es auch ausdrücken könnte: ägyptische Staatsbürger jüdischen Glaubens, die vermutlich als  Sayanim  rekrutiert worden waren. (Victor Ostrovsky bezog sich mit dieser Bezeichnung allerdings auf Rekrutierte des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad, während die Operation Susannah nach Kompetenzstreitereien der konkurrienden Dienste zumindest federführend vom mitlitärischen Geheimdienst Aman durchgeführt worden war)

Die Sache flog auf, als bei dem Versuch, ein Theater in die Luft zu sprengen, die Bombe vorzeitig in der Tasche des Terroristen Philip Natanson explodierte. Bei der darauffolgenden Durchsuchung seiner Wohnung fand die ägyptische Polizei eindeutiges Belastungsmaterial.

Damals war die Welt noch etwas anders als heute, der eiserne Klammergriff der geballten Medienmacht war noch nicht vollständig und die Sache konnte nicht vertuscht oder einfach mit gehässigen Beschuldigungen, es handele sich dabei um eine antisemitische Verschwörungstheorie, aus der Welt geschafft werden, obwohl von israelischer Seite selbstverständlich solche Versuche unternommen wurden. Israel bestritt zunächst jede Beteiligung an der Anschlagsserie und stand daher den Angeklagten auch nicht zur Seite, von denen zwei zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. Als es keine Möglichkeit mehr gab, die israelische Beteiligung zu leugnen, begannen innerisraelische Untersuchungen, die bis heute nicht geklärt sind, und es wurde mit dem damaligen Verteidigungsminister Pinchas Lavon ein Bauernopfer gebracht: Er musste seine politische Karriere beenden. Obwohl er stets bestritten hatte, von der Operation gewusst zu haben, ging sie als Lavon-Affäre in die Geschichte ein. In Israel wird sie – aus nachvollziehbaren Gründen – auch “die unglückselige Affäre” genannt, sie ist offiziell als israelischer False Flag Terrorismus anerkannt, allerdings in der Öffentlichkeit kaum bekannt.

Das plötzliche Aufkommen von Misstrauen und Feindseligkeit gegen Juden im Ägypten der Fünziger Jahre war also keineswegs so irrational und grundlos, wie es Bat Ye’or und der Spiegel suggerieren. Auch in anderen arabischen Staaten schreckte man auf und verschärfte die Haltung gegenüber Juden, was viele zur Ausreise zwang. Unabhängig davon, mit welcher Seite man in dem Konflikt zwischen den arabischen Staaten und Israel sympathisiert, haben sich die ägyptischen Juden als höchst gefährliche und verräterische fünfte Kolonne gezeigt. Aus ägyptischer Sicht war die  Reaktion, angesichts  der damaligen Lage (Sueskrise) und dieses ungeheuerlichen Verrats Juden aus sensiblen Positionen zu entfernen, auszuweisen und bis zur Ausweisung  zu internieren, nicht nur nachvollziehbar sondern wohl auch völkerrechtlich absolut gerechtfertigt.

Und wie haben die “Polizisten” reagiert?

Die Amerikaner, deren Einrichtungen Ziel der False Flag Attacken geworden waren?

Die Analogie zu den Filmpolizisten aus Omen passt nicht ganz, denn die Amerikaner waren im Gegensatz zu diesen nicht unwisssend, der Fall war bekannt, von Israel letztendlich eingestanden und geklärt. Der Spiegel schreibt im oben verlinkten Artikel  zweieinhalb Jahre nach der Operation Susannah, ein Jahr nach der Gerichtsverhandlung und wenige Wochen nachdem die schwelende Sueskrise in einen  israelisch-britisch-französischen militärischen Angriff auf Ägypten geführt hatte:

Dem israelischen Protest gegen die antijüdische Politik Nassers schlossen sich alle jüdischen Organisationen in der Welt an.

In New York demonstrierte das Jewish Labour Commitee und forderte die amerikanische Regierung auf, in Kairo zu intervenieren. Auch andere politische Gruppen in den Vereinigten Staaten wandten sich an Präsident Eisenhower und das amerikanische Außenministerium.

Am Ende der vorletzten Woche wurde deutlich, daß sich die Vereinigten Staaten bemühen, Oberst Nasser von weiteren Maßnahmen gegen die ägyptischen Juden abzubringen.

Das ist die Ende der Geschichte von Susannah und den Islamisten.

Zum Schluss bleibt noch die “Was wäre, wenn…”-Frage offen.

Was wäre, wenn die Bombe  in der Tasche von Philip Natanson nicht vorzeitig explodiert wäre? Was wäre, wenn Operation Susannah planmäßig geklappt hätte?

Ich weiß es nicht, eine Geschichte, die sich in einem Paralleluniversum abspielt, zu konstruieren, führt hier zu weit, und kann naturgemäß nichts weiter als wilde Spekulation sein. Aber ich weiß ganz genau, was sich  Personen hätten anhören müssen, die auf die wahren Hintergründe hingewiesen hätten: “Hasserfüllte antisemitische Verschwörungsspinner” und “Jaja, immer sind die Juden schuld, das kennt man ja.” Es hätte aber wohl gar keine solchen Personen gegeben, da im Gegensatz zu komplexeren Anschlägen wie denen 2001 in den USA und 2005 in London aller Wahrscheinlichkeit nach gar keine logistischen Ungereimtheiten und naturwissenschaftlichen Unmöglichkeiten aufgetreten wären, die investigative Journalisten und skeptische Privatpersonen hätten aufdecken können. Die Anschläge waren auch nicht live im Fernsehen zu sehen. Wir hätten es nie erfahren, es hätte wahrscheinlich nicht einmal “Verschwörungstheorien” gegeben.

Wer hätte dahinterkommen sollen, dass es nicht die Muslimbruderschaft war? Die hat übrigens ein halbes Jahr nach der Operation Susannah einen erfolglosen Attentatsversuch auf Präsident Nasser unternommen, was zu heftigen Repressalien und einer Eskalation des schon länger andauernden Kleinkriegs zwischen Muslimbrüdern und dem Regime Nasser  geführt hat.  Möglicherweise doch noch ein Teilerfolg des ursprünglichen Zieles, Unruhe, Zwietracht und Racheaktionen hervorzurufen?

Eine weitere Frage bleibt offen:

Gehen immer alle solche Operationen schief?

Oder gehen manche, wenn nicht die meisten, planmäßig vonstatten?

Um Missverständnissen vorzubeugen: Wir von As der Schwerter halten uns aus dem Nahostkonflikt raus (das ist nicht unsere Angelegenheit), wir sympathisieren nicht mit Moslems und schon gar nicht mit Islamisten und der Muslimbruderschaft. Wir machen uns keine Illusionen, dass es sich heute bei dieser Vereinugung um friedliebende Personen oder arme Opfer handeln würde, wir sind entschiedene Gegner deren Aktivitäten in Europa (und überhaupt der Anwesenheit von so genannten “Zuwanderern” aus der Dritten Welt, unabhängig davon ob sie radikale oder säkulare oder überhaupt keine Moslems sind). Ohne Einwanderung hätten wir aber keine Muslimbrüder im Land und wären auch nicht gezwungen, einen so genannten ideologischen “Kampf gegen die Islamisierung” zu führen, der mehr und mehr zu Hass zwischen Abend- und Morgenland führt und dessen einzige Ursache die Einwanderung ist.

Aber wir fühlen uns der Wahrheit verpflichtet, und wenn die Wahrheit ausnahmsweise Islamisten entlastet, dann ist das für uns kein Grund, sie zu unter den Teppich zu kehren. Und was ist jetzt “die Moral von der Geschicht” von Susannah und den Islamisten?

Grundsätzlich immer  den ganzen Film ansehen, bevor man sich dazu äußert!

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