J. Philippe Rushton: Rasse, Evolution und Verhalten

Vorwort des Verlegers

Im Februar 2003 diskutierte ich auf einer Mailingliste mit japanischem Themenbezug die Nicht-Anpassungsbereitschaft einiger Ausländer in Deutschland. Eine große japanische Zeitung hatte vermutet, daß Deutschland sich mit seinem hohen Ausländeranteil gut arrangiert hätte. Ich sah es jedoch unter der Oberfläche vieler Deutscher brodeln und erinnerte mich an den Verhaltensforscher Konrad Lorenz. Er hatte beobachtet, daß Tierarten bei Gefahr der „Überfremdung“ durch andere Arten diese bekämpfen. Auf die Menschen übertragen sah Lorenz eine instinktive Grenze der Toleranz gegenüber Andersartigkeit als irgendwann erreicht an.

Ich erwähnte nun auf der Mailingliste als Beispiel fundamentalistische Muslime aus meinem Haus, die ihren Müll tagelang vor der Tür stehen zu lassen pflegten. Sofort erfuhr ich dann selbst, wie leicht heutzutage der Vorwurf des Rassismus gemacht wird. Ein Filmfest kündigte mir einen zugesicherten Anzeigenplatz in seinem Programmheft, ohne genaue Begründung. Daß ich Forschungsergebnisse zum Themenkomplex zitierte, brachte selbst Akademiker nur noch mehr auf die Barrikaden. Insbesondere J. Philippe Rushton, ein kanadischer Psychologe, von dem ich bis dahin einige Aufsätze kannte, die ich argumentativ heranzog, wurde vehement als Rassist beschimpft, wobei sich regelmäßig zeigte, daß die, die ihn verdammten, seine Werke gar nicht kannten.

Das Phänomen, daß Menschen, die sich als Verfechter von Gleichberechtigung und Toleranz sehen, andere ausgrenzen (mich wollte man schließlich auch von der Mailingliste ausschließen), faszinierte mich. Ich beschloß, mir Rushtons umfangreiche, mehr als 350 Seiten dicke wissenschaftliche Arbeit zu Rasse, Evolution und Verhalten zu besorgen und mit ihm Kontakt aufzunehmen. Schließlich war ich nicht nur von der Fülle und Aussagekraft seines Materials überzeugt, sondern sah ihn auch durch akribische Fleißarbeit in etlichen im Internet zu findenden Artikeln mit Hunderten von Fußnoten und Belegen all jene Anfeindungen widerlegen, die ihm Rassismus unterstellten. Rushtons ursprünglicher Verleger gab dem Druck radikaler Linker nach, die ihn auch – vergeblich – aus seiner Universität entfernen lassen wollten: Er stellte die Publikation seines Werkes ein.

Rushton bleibt einer der meistdiskutierten Psychologen, der für die Erkenntnisse der Biowissenschaften und der Genetik eine Lanze bricht. Ich bin nun überzeugt davon, daß ihn nur die bekämpfen, denen nichts an der Wahrheit und an aufrichtiger Forschung liegt.

Welche Folgen haben Rushtons Thesen für den Leser? Während ich die gekürzte Version seiner großen Arbeit übersetzte, die sich nach Meinung meines Korrekturlesers „wie ein Pamphlet“ liest, fragte ich mich, ob man nicht einmal den Versuch machen sollte, die „Schwarzen“ ganz aus dem Text herauszulassen und nur davon zu sprechen, daß in vielen lebenswichtigen Bereichen Ostasiaten den Europäern überlegen sind. Genau das habe ich auf meinen zahlreichen und monatelangen Reisen nach Asien selbst beobachtet. Genau darum hatte ich händeringend auf eine Studie gehofft, die das ganze nicht nur subjektiv-empirisch belegt, sondern auch statistisch untermauert. Mein Verlag lebt von der Liebe zu ostasiatischer Weisheit und ich habe oft genug von der emotionalen Zuneigung asiatischer Menschen gezehrt. Allein die Orientierung am asiatischen Pragmatismus könnte uns gut tun, dachte ich oft. Rushton sagt: „Ich habe keine Vorschläge oder Programme anzubieten, doch ich glaube, daß Entscheider davon profitieren, die Fakten über Rasse zu kennen.“ Mir geht es als Verleger darum, den geistigen Austausch mit Menschen anzuregen, die uns viel zu geben und zu sagen haben. Vielleicht gelingt es „Entscheidern“ in Europa ja zunehmend, sich gen Asien zu orientieren, statt bevorzugt den Schulterschluß mit den USA zu suchen?

Was aber ist mit den „Schwarzen“, die bei Rushton so schlecht wegzukommen scheinen? Erst einmal beneiden wir sie um ihre überlegene Potenz. Dann um ihre Musikalität…

…Was also kann mich davon abhalten, Rushtons umfangreicher Forschung einen Platz in meinem Denken und Handeln einzuräumen? Es könnte nur die Angst davor sein, daß andere Menschen mir als Verleger den Wunsch nach Ausgrenzung unterstellen. Doch Rushtons Erkenntnisse sind so zukunftweisend, daß sich darauf nicht nur eine veränderte Entwicklungs- und Integrationspolitik, sondern auch ganz andere staatliche Bündnisse gründen ließen, die die intellektuellen und emotionalen Ressourcen dieser Welt am besten zu nutzen imstande sein könnten. Es ist eine Schande, daß noch kein großer Verlag Rushtons Werk entdeckt hat, das dem von Professor Eibl-Eibesfeldt, der deutschen Koryphäe auf dem Gebiet der Ethologie, gar nicht so fern ist. Mögen Sie, lieber Leser, liebe Leserin, selbst entscheiden. Ich kam an diesem Buch jedenfalls nicht vorbei. Und wenn Sie mit dem Begriff „Rasse“ beim Lesen Schwierigkeiten haben, ersetzen Sie ihn bitte – ein Vorschlag Professor Rushtons – durch „Populationsgruppe“.

Frankfurt am Main, im Juni 2003, Guido Keller

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Einleitende Worte von Professor Rushton

John Philippe Rushon

In den vergangenen 20 Jahren habe ich die drei großen Rassen der Ostasiaten (Mongolide), Weißen (Europäer, Kaukasier) und Schwarzen (Afrikaner, Negride) studiert. Manche Menschen befürchten, daß schon das bloße Erwähnen des Wortes „Rasse“ Stereotypen schafft und Chancen einschränkt. Doch Rassen zu betrachten heißt ja nicht, das Individuum zu ignorieren; wir könnten uns dadurch vielmehr der speziellen Bedürfnisse jeder Person bewußt werden.

Für viele Leser war es schwierig, den extrem durchschnittlichen IQ von 70 für sub-saharische Afrikaner (Schwarzafrikaner) zu akzeptieren. Um für mich selbst herauszufinden, ob die Zahl realistisch war, reiste ich nach Südafrika, um eine Reihe von Studien an der Universität von Witwatersrand in Johannesburg durchzuführen. In der ersten Untersuchung gaben wir die Raven’s Standard Progressive Matrices an 173 afrikanische Erstsemester in Psychologie aus, die gemäß den US-Normen von 1993 das 14. Perzentil erreichten, was einen durchschnittlichen IQ von 84 bedeutete. In einer zweiten Studie gaben wir[2] denselben Test einer anderen Gruppe von Psychologiestudenten, die einen IQ von 83 erreichte. Nach dem Trainieren, wie man solche Arten von Tests löst, erhöhte sich ihr IQ auf 96. In einer dritten Studie legten wir denselben Test einer ausgewählten Gruppe von Studenten vor – 198 Technikstudenten, die in der Sekundarschule sich auf Mathematik und Naturwissenschaften spezialisiert hatten. Diese Gruppe erreichte das 41. Perzentil mit einem IQ von 97. Diese Resultate einer Eliteuniversität, die durchschnittliche IQ-Werte von 83 bis 97 für afrikanische Studienanfänger nachweisen, bestätigen den allgemeinen IQ von 70 für Afrikaner, weil weltweit Studenten typischerweise 15 bis 30 IQ-Punkte über dem Bevölkerungsdurchschnitt abschneiden.

Jensen [siehe Kapitel IV] fand, daß schwarze Kinder mit einem IQ von 70 in ihrem Lebensraum viel aufgeweckter wirken als weiße. Die schwarzen Kinder lernen Sprechen, spielen Spiele, lernen Namen und sind freundlich zu ihren Gefährten und Lehrern. Sie wirken „normal“, während weiße Kinder mit einem IQ von 70 schon einen zurückgebliebenen Eindruck machen. Daraus könne man wiederum an sich schon einen Unterschied zwischen Weißen und Schwarzen folgern. In Afrika wirke der IQ von 70 normal, weil ein niedriger IQ dort etwas ganz Gewöhnliches sei.

Eine vollständige Erklärung für den niedrigen IQ von Afrikanern muß erst noch gefunden werden. Vielleicht ist der kulturelle Einfluß auf IQ-Werte in Afrika größer als in Nordamerika und erzeugt so einen „senkenden“ Effekt. Südafrikanische Schwarze sind viel häufiger arbeitslos als Weiße, gehen in ärmere Schulen, Büchereien und Studieneinrichtungen. Darum könnten diese Afrikaner weniger Stimulation der Bereiche erfahren haben, die mit IQ-Tests gemessen werden. Die Schwarzen leben dort außerdem auf engstem Raum zusammen, oft ohne fließendes Wasser und ohne Elektrizität, und sie sind mangelhafter ernährt. Darum ist ihr schlechtes Abschneiden teilweise auf diese kulturellen Nachteile zurückzuführen.

Wir müssen akzeptieren, daß rassische Unterschiede nicht einfach verschwinden werden. Bisher nahmen die meisten Theorien in den Verhaltenswissenschaften an, daß alle menschlichen Populationen die gleichen Fähigkeiten hätten, um gleiche Niveaus der gesellschaftlichen Entwicklung zu erreichen. Wir müssen die Existenz der evolutionär entstandenen Unterschiedlichkeit der menschlichen Populationen akzeptieren.

Manchmal wird von denen, die behaupten, daß Rasse nur ein soziales Konstrukt sei, argumentiert, das Humangenomprojekt zeige, daß es keine Rassen gäbe, weil die Menschen 99 % ihrer Gene gemeinsam hätten. Das ist lächerlich. Menschliche Gene gleichen zu 98 % denen von Schimpansen. Trotzdem glaubt niemand, daß Schimpansen die gleiche Intelligenz, Gehirngröße oder die gleichen gesellschaftlichen Verhaltensmuster wie Menschen haben; sie sehen ganz anders aus und verhalten sich auch anders. Tatsächlich teilen die Menschen 90 % ihrer Gene mit Mäusen, weshalb wir an ihnen Medikamente testen können. Es ist ebenso töricht zu glauben, daß Geschlecht nur ein soziales Konstrukt sei, weil Männer und Frauen zu 99 % gleich sind.

Viel Verwirrung rührt daher, daß es verschiedene Formen der genetischen Messungen gibt. Eine realistische Sicht ergibt sich, wenn man die 3,1 Milliarden Basenpaare betrachtet, die die 30.000 Gene bilden. Die Menschen unterscheiden sich in einem von je 1000 dieser Basenpaare. Jede Änderung in einem Basenpaar kann ein Gen verändern. Die Fachwelt nennt Unterschiede der Basenpaare „Singuläre Nukleotide Polymorphismen“ (SNP). Sie sind wichtig und häufen sich in den verschiedenen Rassen. Eine Änderung im Basenpaar für Hämoglobin zum Beispiel verursacht Sichelzellenanämie, an der viele Schwarze leiden. Andere Unterschiede in den Basenpaaren beeinflussen IQ, Aggression und Geisteskrankheit. Die 3,1 Milliarden Basenpaare stellen genug Platz für große rassische Unterschiede zur Verfügung.

Detailliertere Informationen zu den hier zusammengefaßten Themen finden sich in meiner ungekürzten Version,[3] die über eintausend Verweise auf Fachliteratur, ein Glossar, komplette Namens- und Themen-Indices und 65 Tabellen und Grafiken enthält. Sie können auch im Internet weitere Informationen finden, unter www.charlesdarwinresearch.org.[4]

J. Philippe Rushton
Department of Psychology
University of Western Ontario,
London, Ontario, Canada N6A 5C2

I. Rasse geht unter die Haut

Gibt es Rasse wirklich? Unterscheiden sich Rassen nicht nur körperlich, sondern auch im Verhalten? Entspringen solche Ansichten nicht einfach weißem Rassismus? Die moderne Wissenschaft belegt ein dreigliedriges Muster der Rassendifferenzen sowohl im Hinblick auf körperliche als auch auf Verhaltensunterschiede. Ostasiaten reifen im Schnitt langsamer, sind weniger fruchtbar, weniger sexuell aktiv, weniger aggressiv und besitzen größere Hirne und höhere IQ-Werte. Schwarze stehen am anderen Ende, Weiße in der Mitte, aber näher an den Ostasiaten als an den Schwarzen.

Weiße Männer können nicht springen. Asiatische Männer ebenfalls nicht. Doch laut Jon Entines neuem Buch Taboo: Why Black Athletes Dominate Sports and Why We Are Afraid to Talk About It, können schwarze Männer und Frauen recht gut springen. Die gewöhnliche Erklärung für den Erfolg schwarzer Athleten lautet, sie hätten schließlich nur wenige Chancen, es anderswo zu etwas zu bringen. Doch Entines neues Buch weist nach, daß Schwarze beim Sport einen genetischen Vorteil haben.

Die körperlichen Fakten, die Entine bespricht, sind wohl bekannt. Schwarze haben – im Vergleich zu Weißen – schmalere Hüften, was ihnen einen effektiveren Schritt verleiht. Sie besitzen eine geringere Sitzhöhe, die ihnen einen höheren Schwerpunkt und eine bessere Balance schenkt. Sie haben breitere Schultern, weniger Körperfett und mehr Muskeln. Sie besitzen 3 bis 19 % mehr Sexualhormone (Testosteron) als Weiße oder Ostasiaten. Das Testosteron führt zu mehr explosiver Energie.

Entine stellt heraus, daß solche körperlichen Vorteile sich in Sportarten wie Boxen, Basketball, Football und Sprinten auswirken. Schwarze Schwimmer hingegen haben es aufgrund ihres kleineren Brustraums und schwereren Skeletts nicht so einfach.

Rassenunterschiede zeigen sich schon früh im Leben. Schwarze Babys werden eine Woche vor weißen geboren, doch im Hinblick aufs Knochenwachstum sind sie bereits entwickelter. Im Alter von fünf oder sechs Jahren liegen schwarze Kinder bereits beim Werfen, Hoch- und Weitsprung vorn, die alle einen kurzen Kraftaufwand erfordern. Im Teenageralter zeigen Schwarze schnellere Reflexe, zum Beispiel beim bekannten Kniesehnenreflex.

Ostasiaten laufen noch schlechter als Weiße. Die gleichen schmaleren Hüften, längeren Beine, größeren Muskeln und höheren Testosteronwerte, die Schwarzen einen Vorteil gegenüber Weißen verleihen, liefern Weißen einen Vorteil gegenüber Asiaten. Diese genetisch bedingten Rassenunterschiede beim Sport führen freilich zu einem großen Tabuthema, der Erkenntnis von Rassenunterschieden in Hirngröße und Verbrechensrate. Darum ist es umgekehrt auch weitgehend tabu zu behaupten, daß Schwarze in vielen Sportarten überlegen sind.

Der Grund, warum Weiße und Ostasiaten breitere Hüften haben als Schwarze und darum schlechtere Läufer sind, liegt darin, daß sie Babys mit größeren Hirnen gebären. Ein im Laufe der Evolution zunehmender Kopfumfang erforderte bei Frauen ein größeres Becken. Ferner machen die gleichen Hormone, die Schwarzen Vorteile beim Sport verschaffen, sie schon in der Schule unruhig und anfällig für Verbrechen.

Rasse in der Geschichte

Noch bevor es irgendwelche Intelligenztests gab, glaubten Philosophen, Staatsmänner, Kaufleute und andere an eine Verbindung zwischen Rasse, Intelligenz und kultureller Leistung. Aristoteles, Plato, Voltaire und David Hume, Broca, Darwin, Galton und alle Begründer der Evolutionstheorie und Anthropologie waren davon überzeugt. Selbst Freud glaubte an einige Rassenunterschiede. Doch das begann sich in den 20er-Jahren zu ändern, als Franz Boas und James B. Watson die Ansicht vertraten, Kultur könne einfach alles beeinflussen. Autoren wie Jared Diamond in Guns, Germs and Steel (1997) und S. J. Gould in The Mismeasure of Man (1996) erzählen uns, daß es keinen Zusammenhang zwischen Rasse, Intelligenz und Kultur gäbe. Die Unterschiede, die wir wahrnehmen, beruhten auf Zufällen oder weißem Rassismus.

Die ersten Entdecker in Ostafrika waren über die Nacktheit, das Heidentum, den Kannibalismus und die Armut der Ureinwohner schockiert. Einige behaupteten über Schwarze, sie hätten die Natur „von wilden Tieren … die meisten von ihnen sind nackt ….. ein Kind kennt seinen Vater nicht, und sie essen Menschen.“ Andere sprachen vom natürlichen Sinn der Schwarzen für Rhythmus, so daß einer der ihren, „fiele er vom Himmel zur Erde, im Absturz noch den Takt schlagen würde.“ Einige schrieben sogar Bücher und fertigten Zeichnungen an, die Afrikaner mit übergroßen Sexualorganen zeigten.

Klingt das vertraut? Ist es alles nur ein Ausdruck von Rassismus? Vielleicht. Doch stammen die Zitate weder von europäischen Kolonialherren des 19. Jahrhunderts noch aus Haßliteratur des Ku-Klux-Klans. Sie sind von muslimischen Arabern, die Schwarzafrika bereits vor über 1200 Jahren durchstreiften, in Bernard Lewis‘ Buch Race and Slavery in the Middle East (1990) beschrieben. Ein paar Hundert Jahre danach gewannen europäische Entdecker den gleichen Eindruck. Sie schrieben, daß Afrikaner eine sehr schwache Intelligenz und nur ein paar Worte hätten, um komplizierte Gedanken auszudrücken. Einige Stämme lobten sie zwar für ihre gelungene Töpfer-, Eisenschmiede- oder Holzschnitzkunst sowie das Herstellen von Musikinstrumenten. Häufiger jedoch waren sie von der Nacktheit dieser Menschen geschockt, von ihren wenig entwickelten sanitären Angewohnheiten, ihren einfachen Häusern und kleinen Dörfern. Sie fanden keine Räder fürs Töpfern, Kornmahlen oder den Transport, keine Hoftiere, keine Schrift, kein Geld und keine Zählsysteme.

Die Weißen, die China erkundeten, waren genauso rassistisch wie diejenigen, die Afrika erforschten, doch ihre Beschreibungen unterschieden sich von dem, was die Araber über Afrika gesagt hatten. 1275 kam Marco Polo aus seiner Heimat Italien in China an, um den Handel mit dem mongolischen Herrscher zu eröffnen. Er sah, daß die Chinesen gut ausgebaute Straßen und Brücken hatten, Städte, die durch Kanäle verbunden waren, Steuereintreiber, Märkte, standardisierte Gewichte und Maße und nicht nur Münz-, sondern auch Papiergeld. Selbst ein Postzustellungssystem gab es. Alles, was er sah, brachte ihn trotz seines Stolzes auf seine italienische Herkunft und das alte Rom zu der Feststellung: „Sicher gibt es keine intelligentere Rasse auf der Erde als die Chinesen.“

Die Geschichtsforschung bestätigt Marco Polos Eindruck. Schon 360 v. Chr. benutzten die Chinesen den Bogen und veränderten so das Gesicht des Krieges. Etwa 200-100 v. Chr. wählten die Chinesen Kandidaten für den Staatsdienst mithilfe schriftlicher Examen aus – also zweitausend Jahre vor den Briten. Die Chinesen druckten bereits 800 v. Chr., also 600 Jahre bevor Europa seine erste Gutenberg-Bibel in den Händen hielt. Papiergeld wurde schon um 1300 verwendet, in Europa erst im 19. Jahrhundert. 1050 hatten chinesische Pharmazeuten bereits Schießpulver, Handgranaten, Feuerpfeile und Raketen mit Öl und Giftgas entwickelt. Um das Jahr 1100 stellten Fabriken mit 40.000 Arbeitern in China Raketen her. Flammenwerfer, Pistolen und Kanonen wurden in China im 13. Jahrhundert benutzt, hundert Jahre früher als in Europa. Die Chinesen benutzten den magnetischen Kompaß schon im ersten Jahrhundert. In europäischen Aufzeichnungen wird er erst 1190 gefunden. 1422, also siebzig Jahre bevor Kolumbus mit drei Schiffen den Atlantik überquerte, erreichten die Chinesen die Ostküste Afrikas – mit einer großen Flotte aus 65 großen Schiffen mit 27.000 Soldaten und ihren Pferden sowie einem Jahresvorrat an Getreide, Fleisch und Wein.

In den vergangenen fünf Jahrhunderten überholten die europäischen Nationen die Chinesen in Wissenschaft und Technik. Seit 1950 hat Japan den Westen in der Produktion zahlreicher Hightech-Produkte geschlagen. Andere Staaten aus pazifischen Randgebieten folgen Japans Weg, so China, Taiwan, Singapur und Südkorea.

Afrika dagegen ist weit zurück gefallen. Die armseligen Lebensumstände in afrikanischen Ländern und auch unter Schwarzen in Amerika bekümmern viele Menschen. Vom Optimismus der Bürgerrechtsbewegung der 60er-Jahre in den USA ist nicht viel geblieben, genauso wenig wie von den großen Erwartungen, die in die Unabhängigkeit afrikanischer Nationen gesteckt wurden. Billionen Dollar ausländischer Wirtschaftshilfe sind in Afrika investiert worden. Und doch ist die afrikanische Ökonomie zerfallen, seit die Europäer dort weg sind.

Nachlässigkeit und Verfall kann man täglich überall in Afrika und auf den Westindischen Inseln beobachten. Internationale Unternehmen müssen oft ihre eigene Energie, ihr eigenes Wasser und ihre eigenen Kommunikationsmittel aufbringen.

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