Konrad Adenauer

[Konrad Adenauer]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammen gestellt von
Nikolas Dikigoros

1876
5. Januar: Konrad Hermann Josef Adenauer wird in Köln als drittes von fünf Kindern des Kanzleirats Konrad Adenauer sen. und seiner Frau Helene, geb. Scharfenberg, geboren. Die Familie ist streng katholisch.
1894-1901
Nach dem Abitur studiert Adenauer Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft in Freiburg, München und Bonn. Anschließend absolviert er den juristischen Vorbereitungsdienst in Köln.
1901
Adenauer wird Assessor bei der Staatsanwaltschaft Köln.
1903
Adenauer wechselt in die Rechtsanwaltskanzlei Kausen.
1904
Adenauer heiratet Emma Weyer. Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor.
1905
Adenauer wird Hilfsrichter am Landgericht Köln und tritt in die Deutsche Zentrumspartei (Zentrum) ein.
1906
Adenauer wird Beigeordneter der Stadt Köln.
1909
Adenauer wird Erster Beigeordneter der Stadt Köln. Als solcher ist er zuständig für das Finanz-, Personal- und Ernährungsdezernat.
1915
Adenauer läßt sich das von ihm erfundene „Kölner Brot“ patentieren.
1916
Adenauers erste Frau Emma stirbt.
1917
Adenauer wird zum Oberbürgermeister der Stadt Köln gewählt.
1918
12. Februar: Adenauer wird in das preußische Herrenhaus berufen.
8. November: Adenauer wird vom Arbeiter- und Soldatenrat der Stadt Köln zum Ordnungsbeauftragten ernannt.
10. November: Nach der Abdankung Kaiser Wilhelms II wird in Köln ein Wohlfahrtsausschuß unter Beteiligung der bürgerlichen und der sozialistischen Parteien gebildet, dessen Vorsitzender Adenauer wird.
1919
1. Februar: Adenauer lädt die rheinländischen Abgeordneten der wegen Unruhen in Berlin nach Weimar geflüchteten Nationalversammlung und der preußischen Landesversammlung sowie die Oberbürgermeister der von den Alliierten besetzten Städte im Rheinland nach Köln ein und schlägt ihnen die Bildung eines westdeutschen Bundesstaates unter Lostrennung von Preußen, aber noch im Verband des Deutschen Reiches, vor. Dies wird ihm nicht nur in rechten Kreisen als Hochverrat ausgelegt, in der – wohl richtigen – Annahme, daß damit nur die Vorstufe eines separaten Staates nach dem Muster des einstigen „Rheinbunds“ von Napoleons Gnaden angedacht ist und daß Adenauer in französischem Auftrag handelt. Seine Pläne scheitern jedoch daran, daß sie von den Deutschen abgelehnt werden und daß große Teile des Rheinlands noch nicht unter französischer, sondern unter britischer Besatzung stehen.
1. Juni: Adenauers Freund Hans-Adam Dorten ruft in Mainz und Wiesbaden eine „Rheinische Republik“ aus; er findet jedoch beim Volk ebenso wenig Anklang wie Adenauer.
20. Juni: Angeblich aufgrund seiner Verdienste um die Universität Köln, tatsächlich aber wohl infolge des von ihm virtuos gehandhabten „Kölschen Klüngelns“ wird Adenauer zum Dr. rer. pol. h.c. und zum Dr. med. h.c. promoviert. Später erhält er noch die Ehrendoktorwürde von drei weiteren Fakultäten der Kölner Universität: Dr. iur. h.c. (1922), Dr. phil. h.c. (1923) und Dr. rer.nat. h.c. (1956).
25. September: Adenauer heiratet in zweiter Heirat Auguste („Gussie“) Zinsser. Aus der Ehe gehen fünf Kinder hervor.
1920
Februar/März: Nach Abzug der britischen Truppen besetzen die Franzosen auch das restliche Rheinland.
1921
7. Mai: Adenauer wird zum Präsidenten des Preußischen Staatsrats gewählt (bis 1933).
1922
August: Adenauer fungiert als Präsident des 62. Deutschen Katholikentages in München.
1923
Januar: Französische Truppen besetzen das Ruhrgebiet, um höhere Reparationen zu erpressen.
22. September: In Bonn ruft die Partei „Frei-Rheinland“ eine „Rheinische Republik“ aus.
23. Oktober: In Koblenz rufen Adenauers Gesinnungsgenossen Josef Matthes und Hans Adam Dorten eine „Rheinische Republik“ aus.
25. Oktober: In Hagen propagiert nunmehr auch Adenauer offen die Separation der Rheinprovinzen vom Deutschen Reich unter französischem „Protektorat“.
16. November: Die Separatisten werden in der „Schlacht im Westerwald“ von Einheiten der Reichswehr geschlagen; der Adenauer-Putsch bricht zusammen. Anders als die Anführer des gleichzeitig in München statt findenden Hitler-Putsches werden Adenauer & Co. jedoch durch die französischen Besatzer vor einer Strafverfolgung wegen Hochverrats bewahrt. Adenauer bleibt Oberbürgermeister von Köln.
Sofort nach der Währungsreform greift Adenauer beherzt in die Kölner Stadtkasse, um mit 613.000 Rentenmark (Vorläufer der „Reichsmark“) als privater Aktionär bei der Rheinbrau AG einzusteigen, in deren Aufsichtsrat er Kraft seines Amtes sitzt. Mit diesem Insidergeschäft gewinnt Adenauer ein Millionenvermögen. (Den „Kredit“ aus der Stadtkasse zahlt er später zurück.)
1925
Adenauer eröffnet die Jahrtausendausstellung in Köln, eine große Kulturschau über die tausendjährige Zugehörigkeit der Rheinlande zum Deutschen Reich, was allgemein als Heuchelei empfunden wird.[Jahrtausendfeier der Rheinlande, Gedenkmünze 1925]

1926
Adenauer verhandelt erfolglos über seine Kandidatur als Reichskanzler.
1928
12. Mai: Adenauer eröffnet die „Pressa“ (erste internationale Presseausstellung der Welt).
Adenauer steigt mit 2,8 Mio Reichsmark als Aktionär bei der Glanzstoff AG ein – erneut ein Insidergeschäft, das er u.a. durch einen Millionenkredit der Deutschen Bank (in deren Aufsichtsrat er ebenfalls sitzt) finanziert.
1929
Oktober: Nach dem „schwarzen Freitag“ an der New Yorker Börse bricht auch der Kurs der Glanzstoff-Aktie massiv ein. Adenauer ist theoretisch ruiniert; jedoch verzichtet die Deutsche Bank letztlich auf eine Rückzahlung des Millionenkredits.
1933
6. Februar: Adenauer widersetzt sich als Präsident des preußischen Staatsrats der Auflösung des Preußischen Landtags, weigert sich, den neuen (seit 30.1.33) Reichskanzler Adolf Hitler zu empfangen und läßt Hakenkreuzfahnen von der Deutzer Brücke entfernen.
13. März: Adenauer läßt sein Kölner Amt im Stich und flieht in das Kloster Maria Laach. Die Gauleitung setzt ihn daraufhin als Oberbürgermeister ab.
1934
Adenauer wird kurzzeitig verhaftet, aber nach zwei Tagen wieder frei gelassen.
1935
Mai: Adenauer zieht sich nach Rhöndorf bei Bonn ins Privatleben zurück.
Mittelsmänner verschiedener, vor allem katholischer Widerstandsgruppen versuchen, Adenauer für den Widerstand zu gewinnen. Er lehnt jedoch alle derartigen Aufforderungen ab.
1944
Nach dem fehlgeschlagenen Attentat vom 20. Juli wird Adenauer verhaftet und in einem Lager auf dem Messegelände in Köln interniert, von wo er jedoch fliehen kann. Nachdem seine Frau Auguste den Strafverfolgungsbehörden seinen Aufenthaltsort verraten hat, wird er wieder eingefangen und in das Zuchthaus Brauweiler eingewiesen; Auguste Adenauer unternimmt daraufhin einen Selbstmordversuch, der jedoch fehl schlägt.
1945
Mai: Adenauer wird von der alliierten Militärregierung wieder als Oberbürgermeister von Köln eingesetzt.
2. September: Adenauer wird Vorstandsmitglied der als Nachfolgerin des „Zentrums“ neu gegründeten „Christlichen-Demokratischen Partei“ (CDP) im Rheinland.
Oktober: Adenauer wird wegen angeblicher Unfähigkeit (tatsächlich aber wohl [auch] wegen Unbotmäßigkeit) als Oberbürgermeister abgesetzt.
1946
22. Januar: Adenauer wird in Herford zum 1. Vorsitzenden der neu gegründeten CDU in der britischen Besatzungszone gewählt.
März: Adenauer wird Mitglied des Zonenbeirats für die britische Besatzungszone und des Provinzialrats der Nordrheinprovinz.
17. Juli: Nach Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen wird Adenauer Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag.
1947
5./6. Februar: Auf der Tagung der Arbeitsgemeinschaft von CDU und CSU in Königstein/Taunus weist Adenauer den vom Berliner CDU-Vorsitzenden Jakob Kaiser erhobenen Führungsanspruch zurück.
1948
3. März: Auguste Adenauers stirbt an den Spätfolgen ihres Selbstmordversuchs.
1. September: Adenauer wird zum Präsidenten des Parlamentarischen Rates in Bonn gewählt.
1949
23. Mai: Die drei westalliierten Besatzungszonen werden zur „Bundesrepublik Deutschland“ zusammen geschlossen, die mit einer „Grundgesetz“ genannten Verfassung ausgestattet, aber kein souveräner Staat wird.
14. August: Bei den Wahlen zum Bundestag wird die CDU mit Adenauer als Spitzenkandidat stärkste Fraktion.
15. September: Adenauer wird Bundeskanzler.[Adenauers Vereidigung als Bundeskanzler 1949]

22. November: Adenauer unterzeichnet das Petersberger Abkommen, das Erleichterungen in der Währungs- und Demontagefrage sowie die Berechtigung enthält, konsularische Beziehungen zu westlichen Staaten aufzunehmen und internationalen Organisationen beizutreten.
3. Dezember: Adenauer spricht sich in einem Interview mit dem „Cleveland Plain Dealer“ für einen westdeutschen „Verteidigungsbeitrag“ aus.
1950
13./15. Januar: Adenauer empfängt den französischen Außenminister Robert Schuman in Bonn.
20./22. Oktober: Adenauer wird auf dem 1. Bundesparteitag der CDU in Goslar deren Bundesvorsitzender.
1951
15. März: Adenauer übernimmt zusätzlich das neu geschaffene Amt des Außenministers. Ämterhäufung, Korruption („Kölscher Klüngel“) und Nepotismus Adenauers werden bald sprichwörtlich. Außenpolitisch liegt sein Schwerpunkt auf der Westintegration der BRD, was vor allem vom Parteivorsitzenden der SPD und Oppositionsführer im Bundestag, Kurt Schumacher, scharf kritisiert wird.
15. Februar: Adenauer erreicht die Wiederaufstellung bewaffneter deutscher Streitkräfte unter dem Namen „Bundesgrenzschutz“.
18. April: Adenauer besucht erstmals Paris und unterzeichnet den Vertrag über die Montanunion.
9./13. Juli: Großbritannien und Frankreich erklären – über sechs Jahre nach der Kapitulation den Kriegszustand mit Deutschland für beendet. (An der Besatzung ändert dies nichts; ein Friedensvertrag wird nicht geschlossen.)
24. September: Adenauer beginnt Verhandlungen mit den „Hohen Kommissaren“ der Alliierten über eine Lockerung des Besatzungsstatuts. Parallel dazu wird in Paris über die Bildung einer Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) verhandelt.
19. Oktober: Die USA erklären den Kriegszustand mit Deutschland für beendet.
3.-8. Dezember: Adenauer besucht erstmals Großbritannien.
1952
10. März: Auf die „Stalin-Note“ der Sowjetregierung an die Westalliierten zu Verhandlungen über einen Friedensvertrag mit „ganz Deutschland“ reagiert Adenauer nicht.
27. März: Ein auf Adenauer verübtes Attentat der von Menachim Begin geführten israelischen Terror-Organisation „Irgun“ in München schlägt fehl.
26. Mai: Adenauer unterzeichnet die Bonner Konventionüber die Beziehungen der Bundesrepublik zu den drei westlichen Besatzungsmächten (so genannter „Deutschlandvertrag“), der die dauerhafte Stationierung von Besatzungtruppen auf deutsche Kosten festschreibt.

27. Mai: Adenauer unterzeichnet in Paris den EVG-Vertrag.
10. September: Adenauer unterzeichnet das Luxemburger Abkommen(„Wiedergutmachungsabkommen“) mit Israel, in dem sich die BRD zu Reparationszahlungen in Milliardenhöhe ohne zeitliche Begrenzung verpflichtet.

23. Oktober: Adenauer läßt die „Sozialistische Reichspartei (SRP)“ vom Bundesverfassungsgericht verbieten. Um deren Wähler für sich zu gewinnen, gibt er eine „Ehrenerklärung“ für die vom alliierten Militär-Tribunal in Nürnberg pauschal zu „Kriegsverbrechern“ gestempelten Angehörigen der Waffen-SS ab. (Eine rechtliche Gleichstellung der Betroffenen mit den Angehörigen der „regulären“ Wehrmacht ist damit nicht verbunden; diese wird erst 1961 erreicht.)
1953
27. Februar: Im „Londoner Schuldenabkommen“ erkennt Adenauer die vor Gründung der BRD entstandenen Schulden des Deutschen Reiches (Dawes-Plan, Young-Plan) und der Besatzungszonen (ERP) an.
6.-17. April: Adenauer reist in die USA, die angesichts des Koreakrieges auf eine Wiederbewaffung Deutschlands drängen.

6. September: Bei den zweiten Bundestagswahlen gewinnt Adenauer über 45% der Stimmen und läßt damit die SPD (<30%) und FDP (<10%) weit hinter sich; allerdings ist er bei der Kanzlerwahl noch auf die Abgeordneten des „Bundes der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE)“ angewiesen, dessen Zerschlagung sein nächstes innenpolitisches Ziel wird.
20. Oktober: In Adenauers zweitem Kabinett wird Hans Globke trotz einer Pressekampagne, die ihn als „alten Nazi“ outet, Staatssekretär und Chef des Bundeskanzleramts.
1954
26. Februar: Adenauer läßt durch eine Änderung des Grundgesetzes die eingeschränkte „Wehrhoheit“ der BRD wieder herstellen und schafft das „Amt Blank“ – den Vorläufer des Verteidigungs-Ministeriums.
20. Juli: Das Überlaufen des zwielichtigen Otto John – der Adenauer 1950 von den britischen Besatzern als Präsident des „Bundesamtes für Verfassungsschutzes“ aufgezwungen worden war – in die „DDR“ verursacht einen enormen Skandal und führt in der – damals noch weitgehend unabhängigen – Presse der BRD zu scharfer Kritik am „wurmstichigen Regime Adenauer“.
28. September/3. Oktober: Die BRD tritt der NATO und dem Brüsseler Pakt bei.
19.-23. Oktober: Adenauer unterzeichnet die „Pariser Verträge„: Frankreich behält das Saargebiet zur weiteren Ausbeutung; das Besatzungsregime wird offiziell beendet und die Alliierte Hohe Kommission aufgelöst – die Besatzungstruppen bleiben jedoch -; Bund und Länder erhalten erstmals Gesetzgebungsbefugnis (ihre Gesetze und Verordnungen gelten jedoch nicht für und schon gar nicht gegen die Besatzer).
1955
5. Mai: Die Pariser Verträge treten in Kraft. Adenauer verkauft dies den Wählern als „Wiederherstellung der Souveränität der BRD“. (Diese wird jedoch erst 1990 mit den „2+4-Verträgen“ erreicht und mit dem Verzicht auf die deutschen Ostgebiete bezahlt.) Adenauer gibt das Amt des Bundesaußenministers an Heinrich von Brentano ab.
6. Juni: Das „Amt Blank“ wird in „Bundesministerium der Verteidigung“ umbenannt. Erster Verteidigungsminister wird Theodor Blank.
9.-13. September: Adenauer reist nach Moskau, um diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion aufzunehmen. Im Gegenzug entläßt die UdSSR die letzten deutschen „Kriegsverbrecher“, die sie zehn Jahre lang festgehalten und durch Zwangsarbeit ausgebeutet hatte. Von den fast 5 Millionen deutschen Kriegsgefangenen und Verschleppten kehren am Ende weniger als 10.000 in die BRD zurück, durchweg als arbeitsunfähige Wracks, die nur noch die Rentenkassen belasten. Adenauer läßt sich gleichwohl als großer „Retter der deutschen Kriegsgefangenen“ feiern.
22. September: Verkündung der so genannten Hallstein-Doktrin zur diplomatischen Isolierung der „DDR“.
Das von Adenauer und der französischen Regierung ausgekungelte „Saarstatut“ wird von den Saarländern mit breiter Zwei-Drittel-Mehrheit abgelehnt; diese votieren – wie schon 1935 – für eine Rückkehr nach Deutschland (die Frankreich freilich erst 1957 zuläßt).
1956
23. Mai: Adenauer kritisiert auf einer Tagung des „Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI)“ in Köln die Wirtschaftspolitik des – parteilosen – Bundeswirtschaftsministers Ludwig Erhard.
7. Juli: Der Bundestag verabschiedet das von Adenauer forcierte Wehrpflichtgesetz.
17. August: Adenauer läßt die „Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)“ durch das Bundesverfassungsgericht verbieten.
1957
25. März: Unterzeichnung der „Römischen Verträge“, in denen Frankreich, Italien, die Niederlande, Belgien, Luxemburg und die Bundesrepublik die Errichtung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) vereinbaren. Damit legt Adenauer den Grundstein für die verhängnisvolle Entwicklung eines politischen Monsters, das später die Bezeichnung „Europäische Union“ erhält.
4. April: Adenauer unterstützt seinen Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß (CSU) in dessen Forderung nach Ausstattung der Bundeswehr mit Kernwaffen.
21. Mai: Adenauer setzt gegen den Rat aller Wirtschaftsexperten eine Rentenreform („Gesetz zur Neuregelung des Rechts der Rentenversicherung“, „Knappschaftsversicherungsneuregelungsgesetz“) durch. Die so genannte „dynamische Rente“ wird eingeführt, die sich nicht mehr nach den eingezahlten Beiträgen der Mitglieder bemißt, sondern an der Nettolohnentwicklung, d.h. sie wird aus aus den laufenden Beiträgen bezahlt („Generationen-Vertrag“) – dies, obwohl sich bereits abzeichnet, daß die Entwicklung der Geburtenrate sowie der Lebenserwartung binnen weniger Jahrzehnte zu einer kopflastigen Pyramide führen wird, die dieses System nicht mehr tragen kann. Damit legt Adenauer den Grundstein zum Zusammenbruch der Sozialversicherungssysteme zu Beginn des 21. Jahrhunderts.Den kurzsichtigen Wählern verkauft er dies als große „soziale Errungenschaft“ und Wohltat und gewinnt damit besonders in älteren Bevölkerungskreisen ungeheure Popularität.

15. September: Bei den Wahlen zum 3. Deutschen Bundestag, die Adenauer unter das Motto „Keine Experimente!“ stellt, erreicht die CDU/CSU mit 50,2% die absolute Mehrheit. Der BHE fällt unter die 5%-Grenze und löst sich auf.
Adenauer bleibt Bundeskanzler.
1958
23. Januar: In einer Bundestagsdebatte greifen die ehemaligen Bundesminister des ersten Kabinetts Adenauer Thomas Dehler und Gustav Heinemann die verfehlte Deutschlandpolitik Adenauers an.
25. April: Adenauer unterzeichnet das deutsch-sowjetische Handelsabkommen.
14./15. September: Adenauer besucht den neuen (seit 1.6.58) französischen Ministerpräsidenten Charles de Gaulle.

1959
7. April: Adenauer wird als Kandidat für die Bundespräsidentenwahl nominiert. Zwei Monate später tritt er zugunsten von Bundeslandwirtschaftsminister Heinrich Lübke von der Kandidatur zurück.
26./27. August: Adenauer empfängt den US-Präsidenten Eisenhower in Bonn.
1960
16. Januar: Adenauer fällt auf vom Mossad inszenierte antisemitische Schmierereien in der BRD herein, hält pflichtschuldig eine Rundfunk- und Fernsehansprache, in der sich für diese entschuldigt und erhöht die „Wiedergutmachungs“-Zahlungen an den Staat Israel. Dessen Präsident Ben Guriongewährt ihm daraufhin großzügig die Gnade einer persönlichen Audienz.[Adenauer bei Ben Gurion]

29./30. Juli: Adenauer besucht in Paris De Gaulle, der seit Dezember 1959 französischer Staatspräsident ist.
1961
28. Februar: Adenauers Projekt einer Deutschland-Fernsehen GmbH wird vom Bundesverfassungsgericht als unvereinbar mit dem Grundgesetz verboten.
3./4. Juni: Auf Drängen Adenauers, der angesichts der täglich wachsenden Flüchtlingszahlen aus der „DDR“ ein „Ausbluten“ Mitteldeutschlands befürchtet, trifft sich der neue US-Präsident John Fitzgerald Kennedy in Wien, der Hauptstadt der neutralisierten „Republik Österreich“, mit dem Sowjet-Führer Chruschtschow und bewegt diesen dazu, seine Marionette Ulbricht eine Mauer durch Berlin(„the Berlin wall“) bauen zu lassen.*

30. Juni: Das Bundessozialhilfegesetz (BSHG) wird verabschiedet, das großzügig auf alle in der BRD sich aufhaltenden Personen Anwendung findet. Damit legt Adenauer den Grundstein für die verhängnisvolle Entwicklung der BRD zu einem Einwanderungsland für Wirtschaftsflüchtlinge, falsche Asylanten und andere Schmarotzer aus aller Welt, die es sich auf Kosten des deutschen Steuerzahlers in der „sozialen Hängematte“ bequem machen wollen. Auch dies trägt zum Zusammenbruch der deutschen Sozialversicherungssysteme zu Beginn des 21. Jahrhunderts bei.
13. August: Während die „Berliner Mauer“ gebaut wird, ist Adenauer auf Wahlkampfreise und wäscht seine Hände in Unschuld.
22. August: Adenauer fliegt nach Berlin, um pro forma gegen den Mauerbau zu protestieren.
17. September: Bei den Bundestagswahlen verlieren die Unionsparteien ihre absolute Mehrheit. Die FDP, die unter Erich Mende knapp 13% der Wählerstimmen gewonnen hat, macht eine Koalition davon abhängig, daß Adenauer vor Ende der Legislaturperiode zurück tritt.
7. November: Andenauer wird noch einmal zum Bundeskanzler gewählt.
1962
2.-8. Juli: Beim neuerlichen Staatsbesuch in Frankreich muß Adenauer in der Kathedrale von Reims – dem einstigen Krönungsort der französischen Könige – eine Messe über sich ergehen lassen, bei der sich de Gaulle als HahnHerrscher von Gottes Gnaden aufplustert. Den deutschen Medien-Konsumenten wird die Veranstaltung im Nachhinein als „Akt der Versöhnung beider Völker“ verkauft; die Franzosen wissen es freilich besser.** Die einzige Gemeinsamkeit, die jene Bilder erzeugen, ist die Abscheu aller echten Katholiken (die es damals in beiden Ländern noch gibt) vor der geschmacklosen Selbstinszenierung de Gaulles.

4.-9. September: De Gaulles Gegenbesuch in der BRD stößt bei der deutschen Bevölkerung auf eisige Ablehnung. Zu Adenauers peinlicher Überrraschung wird in Bonn – der Stadt Ernst-Moritz Arndts – ein Fackelmarsch veranstaltet, wobei dessen altbekannte anti-französische Verse skandiert werden; die Greueltaten der französischen Besatzungstruppen – die denen der sowjetischen kaum nachstanden – sind noch unvergessen. Aus der krampfhaft propagierten „deutsch-französischen Freundschaft“ wird in der Realität nichts.
1963
22. Januar: Adenauer und De Gaulle unterzeichnen in Paris den Vertrag über deutsch-französische Zusammenarbeit – ein für die BRD äußerst kostspieliges Vergnügen.
23.-26. Juni: US-Präsident Kennedy besucht die BRD und West-Berlin. An der Berliner Mauer spielt er im Verbund mit Adenauer und dem Regierenden Bürgermeister Willy Brandtdem dummen Volk eine Schmierenkomödie vor, die auch gut verfängt. Der aus dem Zusammenhang gerissene Satz „Ich bin ein Berliner“, den Adenauer von der deutschen Presse aufgreifen und verbreiten läßt, wird zum geflügelten Wort.

15. Oktober: Adenauer tritt als Bundeskanzler zurück. Nachfolger wird sein Intimfeind Erhard.
1964
Adenauer kritisiert in einem Interview mit der BILD-Zeitung Erhards Europapolitik und behauptet, daß der Weg nach Europa nur über Paris führe.
1965
September: Adenauer befürwortet erstmals öffentlich eine „Große Koalition“ zwischen CDU und SPD.
1965-1968
Adenauer veröffentlicht seine Memoiren unter dem Titel „Erinnerungen“ – eine erschreckend nichtssagende Ansammlung banaler Fakten und Daten, die man jeder Tageszeitung entnehmen konnte, und die nicht das Geringste über die etwaigen Motive seines politischen Handelns verraten. Auffallend ist allein seine an krankhafte Besessenheit grenzende Vision von einem „vereinten Europa“, wie sie erst wieder bei seinem geistigen Enkel Helmut Kohlauftreten sollte.***[Kohl hinter Adenauer]

1966
5. Januar: Adenauers 90. Geburtstag wird in der ganzen BRD groß gefeiert.
23. März: Adenauer verzichtet auf eine erneute Kandidatur zum CDU-Parteivorsitz; sein Nachfolger auch in diesem Amt wird Ludwig Erhard.
November/Dezember: Durch Intrigen Adenauers zerbricht die Koalition zwischen CDU/CSU und FDP. Erhard wird gestürzt; sein Nachfolger als Bundeskanzler wird Kurt-Georg Kiesinger, der die von Adenauer geforderte „Große Koalition“ mit der SPD eingeht.
1967
Februar: Adenauer macht seine letzte Auslandsreise nach Spanien, wo noch der böse falangistische Diktator Franco regiert.
19. April: Adenauer stirbt in Rhöndorf an den Folgen eines Herzinfarkts.
25. April: Adenauer erhält ein Staatsbegräbnis und ein Pontifikalamt im Kölner Dom; an den Feierlichkeiten nehmen nach Schätzungen rund 300.000 Menschen teil – die größte Trauergemeinde in Mitteleuropa seit dem Tode des Wiener Oberbürgermeisters Karl Luegerim Jahre 1910.**** Er wird auf dem Waldfriedhof von Rhöndorf beerdigt. [Grabstein Adenauers in Rhöndorf]

1969
Adenauer erscheint als erster Politiker der BRD auf einer 2-DM-Münze (bis 1987).[2 DM Adenauer]

Im Bonner Regierungsviertel wird ein geschmackloseräußerst geschmackvoller Gedenkstein aufgestellt, der Adenauers Kopf darstellen soll.[Adenauer-Gedenkstein in Bonn]

2005
Adenauer kehrt bildlich ins Kanzleramt zurück: Die neue Bundeskanzlerin Angela Merkel – Führerin einer „Großen Koalition“ aus CDU/CSU und SPD – hängt sich ein Adenauer-Porträt von Oskar Kokoschka an die Wand. (Es ersetzt den „stürzenden Adler“ von Georg Baselitz, den ihr Amtsvorgänger Gerhard Schröderhinter seinem Schreibtisch hängen hatte, um seine Pläne mit Deutschland zu versinnbildlichen.)[Lust auf ein neues Bild? Mit freundlicher Genehmigung von Sixt] [Adenauer in Öl von Oskar Kokoschka] ['Der stürzende Adler' von<br />
Georg Baselitz - Sinnbild der BRD unter der rot-grünen Regierung Schröder]

2007
Der Spaßvogel Horst SchlämmerMartin Schlemmer legt „Los von Berlin“ vor, eine wertvolle historische Abhandlung von 863 Seiten, mit der er den „wissenschaftlichen Beweis“ erbringt, daß Adenauer nie für die Rheinland-Separatisten war, sondern vielmehr deren „wirkungsvollster Gegenspieler“.

*Diese Information stammt von Adenauers Intimus und Hof-Historiografen Andreas Hillgruber persönlich. Sie ist noch nicht bis in die offiziellen Geschichtsbücher vorgedrungen, dürfte aber zuverlässiger sein als Hillgrubers Fantasien über Adenauers Vorgänger Adolf H. – jedenfalls ist sie schlüssig. Adenauers Befürchtungen waren auch begründet, wie sich nach dem Mauerfall 1989 zeigte. Trotz intensiver Bemühungen der BRDDR-Regierung, die diesbezüglichen Untersuchungen zu unterdrücken, gelangten sie im Juni 2009 durch eine Indiskretion des Nachrichtenmagazins Focus an die Öffentlichkeit.

**Die Kathedrale Notre Dame de Reims war nicht nur Krönungsort der französischen Könige, sondern wurde nach dem Ersten Weltkrieg – ähnlich wie die Bibliothek von Löwen in Belgien – als Aufhänger für Greuelpropaganda wegen angeblicher deutscher „Kriegsverbrechen“ mißbraucht. Zu diesem Zweck hatte Reims 1919 den offiziellen Status einer „Martyrerstadt“ erhalten. 1945 mußte die Kapitulation der deutschen Wehrmacht auf Betreiben de Gaulles in Reims unterzeichnet werden.

***Auch und gerade unter EU-Skeptikern ist bis heute das Märchen weit verbreitet, Adenauer und de Gaulle seien für ein „Europa der Vaterländer“ und gegen eine politische Union Europas gewesen. Bezüglich Adenaeurs hält dies einer Überprüfung der Fakten auf keinen Fall stand; aber auch bezüglich de Gaulles sind gewisse Zweifel angebracht. Jedenfalls ließ er 1962 bei seinem Staatsbesuch in Bonn bezahlte Claqueure Jubelperser Polizeibeamte in Zivil Plakate mit der Aufschrift „Vive l’Europe unie [Es lebe das vereinte Europa]“ und „Wir wollen den europäischen Bundesstaat“ vorhinter sich her tragen; der Inhalt dieser Spruchbänder war zuvor wortgenau abgesprochen worden.

****Dazwischen liegt allerdings noch die Trauerfeier für den 1923 von Adenauers Freunden den französischen Besatzern erschossenen Albert-Leo Schlageter, die freilich nicht schon bei dessen Beerdigung statt finden konnte, da Massenkundgebungen von der Besatzungmacht verboten worden waren; als sie 1933 am 10. Todestag nachgeholt wurde, kamen nach damaligen Quellen rund 500.000 Trauergäste. Die BRD-Geschichtsschreibung hat jedoch, um die „Einmaligkeit“ der Beliebtheit Adenauers heraus zu streichen, diese herunter gerechnet auf ebenfalls „rund 300.000“; und sie unternimmt auch weiterhin alles, um den „Rekord“ Adenauers aufrecht zu erhalten: Als die Medien im November 2009 nach dem Tode des Fußballers Robert Enke einen neuen „Rekord“ an SchaulustigenTrauergästen in Hannover voraus sagten, verhinderten die Ordnungsbehörden einen solchen durch weiträumige Absperrung der Totenfeier.

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