WILLY BRANDT (geb. Herbert Frahm)

[Willy Brandt]

Tabellarischer Lebenslauf
zusammen gestellt von
Nikolas Dikigoros

1913
18. Dezember: Herbert Ernst Karl Frahm wird als uneheliches Kind der Verkäuferin Martha Frahm in Lübeck geboren.
Sein mutmaßlicher Vater ist der SPD-Funktionär John Möller.
Frahm wächst bei seinem Großvater mütterlicherseits auf, der ebenfalls Sozialist ist.

1929
Frahm wird Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) in Lübeck.
1930
Frahm tritt der SPD bei und wird Protegé des Lübecker Reichstagsabgeordneten Julius Leber.
1931
Nach Gründung der „Sozialistischen Arbeiterpartei“ (SAP), einer Linksabspaltung der SPD, tritt Frahm zu dieser über und wird Vorsitzender des Lübecker Jugendverbandes der SAP.
1932
Nach dem Abitur beginnt Frahm ein Volontariat bei einem Lübecker Schiffsmakler.
1933
Nach der national-sozialistischen „Machtergreifung“ verläßt Frahm Deutschland. Er geht über Dänemark nach Norwegen, legt seinen Namen ab und nennt sich erst „Willy Flam[m]e“, dann „Willy Brandt“.
Frahm studiert Geschichte in Oslo, schreibt Zeitungsartikel und arbeitet für die SAP.
1936
Im Auftrag der SAP-Auslandsleitung geht Frahm, getarnt als norwegischer Student, nach Berlin und reorganisiert die dortige Untergrundgruppe der SAP.
1937
Frahm reist als „politischer Beobachter“ und Journalist nach Spanien, um auf Seiten der „Republikaner“ über den Spanischen Bürgerkrieg zu berichten.
1938
Frahm wird die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt; er wird dadurch vorübergehend staatenlos.
1940
Nach der Besetzung Norwegens durch deutsche Truppen gerät Frahm vorübergehend in deutsche Kriegsgefangenschaft, ohne erkannt zu werden; anschließend flieht er nach Schweden. In Stockholm arbeitet er als Journalist.
Frahm erhält von der norwegischen Exilregierung in London die norwegische Staatsbürgerschaft.
1941
Frahm heiratet in erster Ehe die Norwegerin Carlota Thorkildsen, mit der er bereits eine Tochter (Ninja, geb. 1940) hat.
1942
Frahm tritt wieder der SPD bei und wird für die „Kleine Internationale“ tätig.
1945
Frahm geht als norwegischer Presseoffizier im Range eines Majors ins besetzte Deuschland und berichtet über die „Kriegsverbrecher-Prozesse“ vor dem interalliierten Militär-Tribunalin Nürnberg. (Entgegen den parteiamtlichen Propagandalügen trägt er nicht nur als Kind und Schüler Uniform.)

1947
Frahm wird Presseattaché der norwegischen Militärmission in Berlin.
1948
1. Juli: Frahm erhält von den alliierten Besatzern (die das Deutsche Reich für aufgelöst erklärt haben – deutsche Staaten gibt es noch nicht wieder) die deutsche Staatsbürgerschaft zugesprochen und führt sein Pseudonym „Brandt“ fortan als amtlichen Namen.
Brandt wird Vertreter des SPD-Parteivorstands in Berlin.
Brandt heiratet nach seiner Scheidung von Carlota Thorkildsen in zweiter Ehe die Norwegerin Rut Hansen (geb. 1920). Aus der Ehe gehen drei Söhne hervor.
1948/49
Während und nach der Berlin-Blockade arbeitet Brandt eng mit dem Regierenden Bürgermeister von West-Berlin, dem Ex-Kommunisten Ernst Reuter zusammen.
1949
Brandt wird Mitglied des Bundestages (MdB). Er macht sich schnell einen Namen als starker Raucher und Trinker.

1951
Brandt wird Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses.

1955
Brandt wird Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses.
1957
Brandt wird Regierender Bürgermeister von Berlin. (Da es in der BRD keine klassische Gewaltenteilung, geschweige denn ein Verbot der politischen Ämterhäufung gibt, darf er sein Abgeordnetenmandat als MdB selbstverständlich behalten.)

Oktober: Bei den Bundestagswahlen fällt die von dem farblosen Erich Ollenhauer geführte SPD auf 30% zurück; Brandt verliert sein Bundestagsmandat.
1958
Brandt wird zum Landesvorsitzenden der Berliner SPD und in den Bundesvorstand der SPD gewählt.
Während der Berlin-Krise geriert sich Brandt als „standfester Vorkämpfer demokratischer Freiheit“ und gewinnt damit im westlichen Ausland große Sympathien.
1959
Nach der Niederlage von Carlo Schmid bei der Bundespräsidentschaftswahl gegen Heinrich Lübke und dem damit verbundenen Prestigeverlust des ersteren rückt Brandt allmählich zum führenden Politiker der SPD auf.
1961
März: Brandt reist nach Washington, wo er sich medienwirksam mit dem US-Präsidenten Kennedytrifft, um den Wählern außenpolitische Kompetenz vorzugaukeln.

August: Um ein „Ausbluten“ der DDR durch die anhaltende Flüchtlingsbewegung gen Westen zu verhindern, wird die „Berliner Mauer“ errichtet. (Dies geschieht auf Veranlassung von Bundeskanzler Konrad Adenauer und Kennedy. In der Öffentlichkeit ist dies bis heute weitgehend unbekannt; allgemein hält man den DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht – der lediglich ausführendes Organ war – für den Urheber jenes Bauwerks 🙂
Oktober: Bei den Bundestagswahlen kandidiert Brandt erstmals als Spitzenkandidat der SPD, was sich jedoch als Sackgasse erweist: Er unterliegt Adenauer deutlich.

1961-1963
Brandt entwickelt zusammen mit dem Alt-Kommunisten Egon Bahr außenpolitische Ideen, die er unter den Titeln „Politik der kleinen Schritte“ und „Wandel durch Annäherung“ veröffentlicht und zur Basis für seine spätere Neue Ostpolitik macht. Gelesen werden sie von der Masse der Wähler ebenso wenig wie vier Jahrzehnte zuvor die beiden Bände von „Mein Kampf“.
1963
Juni: Brandt empfängt Kennedy in seiner Eigenschaft als RB in Berlin, um ihm die „Berliner Mauer“ (über deren Hintergründe er nichts weiß) zu zeigen. Kennedy amüsiert sich köstlich ob soviel Unwissenheit und spricht die geflügelten Worte: „Ich bin ein gezuckerter Krapfen mit Marmeladenfüllung [Ik bin ain Berliner]“.

1964
Brandt wird Parteivorsitzender der SPD.
1965
Bei den Bundestagswahlen kandidiert Brandt zum zweiten Mal als Spitzenkandidat der SPD, diesmal gegen Ludwig Erhard. Wieder sagen die Wähler zwar „JA“ zu Deutschland, aber „NEIN“ zu ihm und zur SPD.

1966
Intrigen des Ex-Kanzlers Adenauer und Meinungsverschiedenheiten mit dem FDP-Vorsitzenden Erich Mende führen zum Sturz Erhards und zur Bildung einer Großen Koalition zwischen CDU/CSU und SPD. Unter dem neuen Bundeskanzler Kurt-Georg Kiesingerwird Brandt Außenminister und Vize-Kanzler.

Brandt handelt das deutsch-französische Truppenabkommen aus, plädiert für den Beitritt der BRD zum Atomwaffensperrvertrag und unterstützt den Beitrittswunsch Großbritanniens zur EWG – vorerst ohne Erfolg.
In der Ostpolitik führt Brandt den bereits von seinem Amtsvorgänger Gerhard Schröder eingeleiteten Kurs der Annäherung an den Ostblock fort. Unter Aufgabe der Hallstein-Doktrin setzt Brandt die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit dem Ceaucescu-Regime in Rumänien und dem Tito-Regime in Jugoslawien sowie die Einrichtung von Handelsvertretungen in Polen, der Tschecho-Slowakei und Ungarn durch.
1967
Brandt wird vom Deutschen Krawatten-Institut in Krefeld – als erster Politiker* – zum Krawattenmann des Jahresernannt.*

1968
Brandt nimmt auch die Niederschlagung des so genannten Prager Frühlings durch Truppen des Warschauer Pakts nicht zum Anlaß, seine „neue Ostpolitik“ zu hinterfragen und beläßt es bei einigen nichtssagenden Lippenbekenntnissen gegen Gewalt und Drohung als Mittel der Politik. Damit liegt er voll im Trend der „68er“, die ebenfalls keine Anstalten machen, ihre Bewunderung des real existierenden Sozialismus zu überdenken und fleißig weiter für Mao Tse-tung, Ho Chi Minh, Che Guevara und Willy Brandt demonstrieren („Willy wählen!“). [Meineid auf die Verfassung]

1969
Nach den Bundestagswahlen schließen SPD und F.D.P. eine „Kleine Koalition“ mit Brandt als Bundeskanzler und dem immer gut frisierten Walter (‚Tünnes‘) Scheel– der im Vorjahr Erich Mende als FDP-Vorsitzenden abgelöst hat – als Vize-Kanzler und Außenminister.

28. Oktober: In seiner Regierungserklärung erkennt Brandt die „Existenz zweier deutscher Staaten“ an (die Anerkennung als „zweiter deutscher Staat“ bezieht sich nicht auf die „Republik Österreich“, sondern auf die „DDR“) und benennt das „Ministerium für Gesamtdeutsche Fragen“ in „Ministerium für innerdeutsche Beziehungen“ um.
1970
19. März: Brandt trifft sich in Erfurt mit seinem Namensvetter, dem DDR-Ministerrats-Vorsitzenden Willi Stoph.

21. Mai: Brandt empfängt Stoph zum Gegenbesuch in Kassel.
12. August: Brandt unterzeichnet den Moskauer Vertrag.

7. Dezember: Brandt unterzeichnet den Warschauer Vertrag, in dem die BRD auf die friedliche Rückkehr der von Polen gewaltsam besetzten deutschen Ostgebiete verzichtet. Brandt verspricht sich davon eine Normalisierung der wechselseitigen Beziehungen – was sich freilich als Illusion erweist.

Am „Ehrenmahl“ des jüdischen Ghettos in Warschau fällt Brandt vor einem bewaffneten polnischen Soldaten (der später weg retouchiert wird) auf die Knie; er will dies als „stumme Abbitte für die von Deutschen und im Namen Deutschlands verübten Greuel während des Dritten Reiches“ verstanden wissen. Bei den Polen – die noch immer überwiegend anti-semitisch eingestellt sind – kommt diese Geste ganz und gar nicht an; in der polnischen Presse wird sie tot geschwiegen.

Das amerikanische „Time Magazine“ kürt Brandt zum „Mann des Jahres“ – wie vor ihm schon Benito Mussolini, Franklin Delano Roosevelt, Adolf Hitler, Josif W. Stalin, Winston Churchill, Mao Tse-tung, Ğamāl ‚Abd-äl Nāsir, Fidel Castro, Mu’ammar äl-Ģaddāfīund andere „verdiente Politiker“.

1971
10. Dezember: Brandt erhält den Friedensnobelpreis – eine Auszeichnung, die in jener Zeit bevorzugt an besonders verdiente Terroristen Kriegstreiber Politverbrecher Aktivisten verliehen wird, wie z.B. Desmond Tutu, Nelson Mandela, Yāsir ‚Arafāt und Jimmy Carter.

1972
April: Ein Konstruktives Mißtrauensvotum der CDU/CSU gegen Brandt scheitert im Bundestag, nachdem die Stimmen zweier Abgeordnete der CDU/CSU-Fraktion gekauft worden sind (nach Recherchen des Nachrichtenmagazins Der SPIEGEL für je 50.000.- DM aus Mitteln des Ministeriums für Staatssicherheit [„Stasi“] der DDR; ausweislich von der „Birthler-Behörde“ unter Verschluß gehaltener Unterlagen standen damals insgesamt 43 Bundestags-Abgeordnete – nicht nur der SPD – in Diensten des MfS).
November: Bei den Bundestagswahlengreift die SPD auf eine professionelle Werbeagentur zurück, die einen aus der Zahnpasta-Reklame bekannten Spruch („Damit Sie auch morgen noch kraftvoll zubeißen können“) leicht abgewandelt auf Brandt und die SPD überträgt. Sie gewinnt erstmals die Mehrheit der Abgeordneten-Mandate. Brandt bleibt Kanzler einer SPD/F.D.P.-Koalition.

1973
Mai: Brandt reist nach Washington, wo er den US-Präsidenten Richard Nixon, trifft, mit dem er sich gar nicht versteht.
Dagegen versteht sich Brandt mit dem sowjetischen Partei- und Staatschef Leonid Brezhnew, den er anschließend zum Staatsbesucht in Bonn empfängt, ganz hervorragend – besonders im Suff.

Juni: Brandt reist als erster deutscher Bundeskanzler nach Israel, wo er sich ausgiebig für die Gnade bedankt, daß die BRD weiterhin Milliarden „Wiedergutmachung“ aus Steuergeldern bezahlen darf – künftig sogar noch erheblich mehr als bisher. Als Gegenleistung erhält er einen Ehrendoktorhut der Universität Tel Aviv.
September: Brandt empfängt den Negus von Äthiopien, Haile Selassie, zum Staatsbesuch in Bonn.
Anschließend reist er nach New York City und spricht dort als erster deutscher Bundeskanzler vor der UN-Generalversammlung. (Man hat der BRD – und der DDR – großzügig erlaubt, der UNO beizutreten; erstere trägt fortan den gemessen an ihrem BSP mit Abstand größten Anteil der Kosten jener Organisation, die sich immer mehr zur kriminellen Vereinigung entwickelt.)
Dezember: Brandt unterzeichnet den Prager Vertrag über die Normalisierung der wechselseitigen Beziehungen. Auch dieses Ziel erweist sich als Illusion: Die „Benesch-Dekrete“ von 1945, mit denen die Ermordung und/oder Vertreibung von 3,5 Millionen Sudeten-Deutschen „legitimiert“ werden, bleiben in Kraft.
1974
6. Mai: Brandt muß auf Betreiben von Herbert Wehner und Egon Bahr vom Amt des Bundeskanzlers zurück treten, nachdem bekannt geworden ist, daß er seit Jahren einen DDR-Spion namens Günter Guillaume als persönlichen Referenten beschäftigt. Neuer Bundeskanzler wird der frühere Verteidigungs- und Finanzminister Helmut Schmidt – wie Brandt Kettenraucher -, mit dem DDR-Juristen und mutmaßlichen Stasi-Agenten Hans-Dietrich Genscher(„IM Tulpe“) als Vizekanzler und Außenminister.

1976
Brandt wird Präsident der „Sozialistischen Internationale (SI)“, einer Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die westlichen, „kapitalistischen“ Länder ebenso zu ruinieren wie es die des RGW und andere sozialistische Staaten bereits sind. Andere bekannte Mitglieder jener kriminellen Vereinigung, mit denen Brandt auch persönlich eng befreundet ist, sind der Bundeskanzler der „Republik Österreich“ Bruno Kreisky und der schwedische Politiker Olof Palme – der wiederum zu seinen besten Freunden die Terroristen „Nelson“ Mandela, „Yāsir“ ‚Arafāt und Fidel Castrozählt.[v.l.n.r.: Brandt - Palme - Kreisky]

1977
Brandt wird Vorsitzender der „Unabhängigen Kommission für internationale Entwicklungsfragen (Nord-Süd-Kommission)“.
1978
Brandt heckt zusammen mit Kreisky einen „Friedensplan“ für eine Kompromißlösung im „Nahostkonflikt“ zwischen Israel und den arabischen Ländern aus, über den die Betroffenen freilich nur müde lächeln können.
1979
Juli: Brandt und Kreisky biedern sich gemeinsam bei ‚Arafāt an, dem Führer der arabischen Verbrecher-Organisation PLO („Palästinensische Befreiungsbewegung“), der 1972 den Mordanschlag auf die israelische Olympiamannschaft in Auftrag gegeben hatte; sie behaupten, damit zur Lösung des Nahost-Konflikts beizutragen.[v.l.n.r.: Arafāt - Kreisky - Brandt]

Brandt wird Mitglied des Europäischen Parlaments, das sich immer mehr zum Ruhesitz für abgehalfterte Politiker aller EU-Staaten entwickelt.
1980
Februar: Brandt präsentiert in New York City den Bericht „Das Überleben sichern“ der Nord-Süd-Kommission.
Brandt läßt sich von seiner Frau Rut scheiden und zieht mit der Historikerin und Journalistin Brigitte Seebacher (*1946) zusammen, die einen heilsamen Einfluß auf ihn ausübt. Nach vielen Jahren gibt Brandt wieder Interviews in nüchternem Zustand; auch inhaltlich merkt man ihnen bald die Handschrift seiner „Assistentin“ an.
1981
29. Juni – 02. Juli: Brandt reist zusammen mit Hans-Jürgen Wischnewski („Ben Wisch“), dem zwielichtigen Staatsminister im Auswärtigen Amt, nach Moskau. Offiziell geschieht dies, um mit dem sowjetischen Staats- und Parteichef Leonid Breschnew allgemeine Erörterungen über „Rüstungskontrollfragen“ zu führen. In Wahrheit stecken viel wichtigere, akute Anliegen hinter diesem Besuch: Zum einen hat sich die zu Weihnachten 1979 begonnene Besetzung Afģānistāns durch die Rote Armee als Katastrofe erwiesen, da die muslimischen „Mujaheddin“ („heilige Krieger“, von Jihād, „heiliger Krieg“) mit westlicher Hilfe, insbesondere der USA, erfolgreich Widerstand leisten. Zum anderen ist am 13. Mai das Attentat auf den polnischen – und daher sowjet-kritischen – Papst Johannes Paul II, das Breschnew in Auftrag gegeben hatte, fehl geschlagen. Nun wird erörtert, wie man diese beiden Ereignisse im Westen am besten bemänteln bzw. propagandistisch ausschlachten kann. Man einigt sich darauf, den türkischen Attentäter Mehmet Ali Agca – der aus religiöser Überzeugung als guter Muslim handelte – den tumpen Medien-Konsumenten als „Rechtsradikalen“ zu verkaufen. Ausgerechnet der Papst selber fällt darauf aber nicht herein. (Er ist vermutlich frühzeitig vom italienischen Geheimdienst unterrichtet worden, wer hinter dem Anschlag steckte. Die Öffentlichkeit darf davon erst 25 Jahre später erfahren, als Brandt, Wischnewski, Breschnew und Johannes Paul II bereits tot sind.)
1982
Nach dem Bruch der sozial-liberalen Koalition verliert die SPD die Regierungsgewalt an die von Helmut Kohl geführte CDU.
1983
Februar: Brandt präsentiert den zweiten Bericht der Nord-Süd-Kommission unter dem Titel „Hilfe in der Weltkrise“, über dessen Weltfremdheit und Naivität Fachleute nur den Kopf schütteln können.
Dezember: Brandt heiratet in dritter Ehe Brigitte Seebacher.
1984
Brandt reist nach New York City, wo ihm der „Dritte-Welt-Preis“ verliehen wird.

1985
Brandt reist nach Washington, wo er den „Albert-Einstein-Friedenspreis“ erhält.
Brandt reist nach Moskau, wo er den neuen sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow trifft.
1986
Juni: Brandt reist in seiner Eigenschaft als Präsident der Sozialistischen Internationale zum ersten Kongreß derselben in Lateinamerika nach Perú, wo im Vorjahr sein Genosse Alán García die Macht ergriffen hat. Zur Belohnung verleiht ihm dieser den höchsten Orden des Landes, das Gran Cruz del Orden El Sol del Perú [Groß-Kreuz des Sonnen-Ordens von Peru].

Brandt gründet die „Stiftung Entwicklung und Frieden“.

1987
Brandt versucht, seine neue Maitresse, die Politologin Margarita Mathiopoulos (geb. 1957) als „Pressesprecherin“ bei der SPD unterzubringen; als diesser Versuch scheitert, erklärt er tief beleidigt seinen Rücktritt vom Parteivorsitz**. Sein Nachfolger wird Hans-Jochen Vogel.

Brandt wird pro forma zum „Ehrenvorsitzenden“ der SPD ernannt.
1989
Januar: Bundespräsident Richard v. Weizsäcker gibt zu Brandts 75. Geburtstag einen großen Empfang auf Steuerzahlerkosten.
10. November: Nach der Öffnung der Berliner Mauer hält Brandt eine Rede vor dem Schöneberger Rathaus. Dabei sagt er u.a.: „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört.“ (Nachdem auch Jahre später noch nichts „zusammengewachsen“ ist – mit Ausnahme der Schuldenberge – wird dieser Satz nur noch sarkastisch zitiert.)
Brandt veröffentlicht seine „Erinnerungen“.

1990
November: Brandt kriecht vor dem irakischen Diktator Saddam Hussein zu Kreuze, um die Ausreise von 193 im ‚Irāq als Geiseln festgehaltenen Ausländern zu erreichen.
20. Dezember: Brandt wird Alterspräsident des ersten „gesamtdeutschen“ Bundestages der BRDDR.
1991
Auf Antrag Brandts spricht sich der Bundestag mit 338 zu 320 Stimmen für Berlin als neuen Regierungssitz aus. Die Kosten des „Umzugs“ gehen in die ‚zig Milliarden.
1992
8. Oktober: Willy Brandt stirbt in Unkel am Rhein. Er wird in Berlin-Zehlendorf begraben.

1994
Die BRDDR gibt eine Gedenkmünze zu 2 DM auf Brandt heraus – die letzte einer insgesamt sechs Politiker umfassenden Reihe. (Die Münze wird bis 1996 geprägt.)***

1995
Unter dem Druck der Parteilinken um Oskar Lafontaine kommt Brigitte Seebacher-Brandt – die schon 1991 in einem Buch über die Altkommunisten in der SPD und ihre Haltung zur Wiedervereinigung mit der DDR („Die Linke und die Einheit“) kein gutes Haar gelassen hatte – einem Parteiausschluß durch Austritt zuvor**** und wechselt von der Pressestelle der SPD zur Deutschen Bank.
2004
Die Willy-Brandt-Biografie seiner letzten Witwe erscheint unter dem Autorennamen „Brigitte Seebacher“. (Tatsächlich ist sie inzwischen mit ihrem Ex-Chef, dem Bankier Hilmar Kopper, verheiratet und trägt dessen Namen.)

2007
In Stockholm, wo man mittlerweile einen Park nach ihm benannt hat, wird ein Denkmal von Brandt aufgestellt.


*Nach Brandt haben noch Walter Scheel, Kurt Biedenkopf, Walther Leisler-Kiep, Richard Stücklen, Guido SchWesterwelle und Christian Türken-Wulff diese hohe Auszeichnung erhalten.

**Brandt ist mit mehr als 23 Jahren Parteivorsitz der Rekordhalter der SPD. Seit seinem Rücktritt hat die SPD nicht weniger als 9 Vorsitzende verschlissen, von denen es nur ein einziger – Gerhard Schröder – zum Bundeskanzler brachte. Mathiopoulos wendet sich – ebenso beleidigt – von der SPD ab und versucht ihr Glück erst bei der CDU – sie heiratet den persönlichen Referenten Richard v. Weizsäckers -, dann, nach ihrer Scheidung, bei der FDP – dessen Vorsitzenden sie freilich nicht heiraten, sondern nur „beraten“ kann, da er bereits mit seinem schwulen Freund „verheiratet“ ist. Die Karriere der ebenso ehrgeizigen wie prinzipien- und skrupellosen Dame (die Dikigoros schon als Teenager kannte; er hat bei ihrer Mutter – einer strammen Kommunistin – Griechisch gelernt 🙂 erleidet einen jähen Knick, als mit einigen Jahren Verspätung heraus kommt, daß ihre Doktorarbeit überwiegend aus nicht gekennzeichneten PlagiatenZitaten besteht. Brandts Rekord verblaßt freilich gegenüber dem seines Genossen García, der sich – mit einer längeren Unterbrechung – bis 2011 an der Macht hält, nachdem er Perú – trotz milliardenschwerer Entwicklungshilfe, insbesondere aus der BRDDR – nachhaltig in den Abgrund gewirtschaftet hat. (Letzteres erwähnt Dikigoros nur, weil er kürzlich irgendwo las, daß Perús Wirtschaft unter García einen enormen Aufschwung genommen habe, mit hohen Wachstumsraten usw. Daran ist soviel richtig, daß unter García alle Peruaner zu Millionären wurden, und daß sich das Bruttosozialprodukt, in Intis gerechnet, mehr als vertausendfacht hat.)

***Jahre später besuchte Dikigoros eine Ausstellung „Die deutschen Münzen seit 1871“. In der bemerkenswerten Sammlung fehlten aus der BRD-Zeit nur 3 Stücke: Die 5-DM-Gedenkmünze auf Otto Hahn von 1979 in Silber, die 200-Euro-Münze von 2002 in Gold und die 2-DM-Münze von 1994-96 in Kupfer-Nickel auf Willy Brandt. Darauf angesprochen, erklärte der Ausstellungsleiter: „Von der Hahn-Münze gibt es nur 3 Exemplare, die Geldschneiderei mit den 200 Euro wollte ich nicht unterstützen, und den Frahm weigere ich mich auszustellen.“

****1999 verläßt auch Lafontaine die SPD. Er gründet später zusammen mit anderen Parteilinken und der kommunistischen PDS unter dem Namen „Die Linke“ die SED neu.

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