Stimmen unserer „Freunde“

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zusammengestellt von Deep Roots

Zitat aus der Feuilleton-Presseschau von SPIEGEL ONLINE am 10. März 2011:

Drei Seiten sind dem radikalen Islamismus gewidmet. Henryk M. Broder und Hamed Abdel-Samed begutachten im Interview die deutsche Angst. Sagt Abdel-Samed: “Die deutsche Angst ist eine Angst vor Veränderung.  Hier ist so lange nichts passiert, dass die Menschen die statische Gesellschaft für das Maß aller Dinge halten. Broder: Da geh ich mit. Das ist auch meine einzige Kritik an Thilo Sarrazin, dass er auf dieser Panikwelle mitschwimmt. Deutschland schafft sich ab. Na und? Gesellschaften schaffen sich öfter mal ab und nicht zwangsläufig zu ihrem Nachteil.

Unbedingt weiterlesen bei Manfred!

Bezüglich Henryk Modest Broders Ansichten siehe auch nochmal diesen Auszug aus dem Broder-Interview “Europa wird anders werden” mit ”tachles” von  Hagalil (Hervorhebungen von mir):

Broder:

Im Prinzip habe ich nichts dagegen, dass jetzt Muslime nach Europa kommen, ganz im Gegenteil. Aber es gibt nun mal nicht integrationswillige oder nicht integrierbare Muslime, aber weil dies als Rassismus verstanden werden könnte, sagen sie Parallelgesellschaften. Hier gibt es indische, japanische, persische Parallelgesellschaften, von denen man nichts hört, die keine Gefahr und keine Bedrohung bedeuten.

[…..]

Was ich völlig im Ernst gut finde ist, dass diese demografische Struktur Europas nicht mehr zu halten ist. Je eher die Europäer das einsehen, desto besser. Einige Städte sind schon recht farbig und nicht mehr «arisch» weiss, und dagegen kann man überhaupt nichts sagen.

tachles: Heisst ein farbiges Europa, dass davon keine Katastrophen mehr ausgehen? 

Broder:

Das könnte es bedeuten. Es könnte aber auch bedeuten, dass Europa zu existieren aufhört.

tachles: Würde man Europa als Ganzes auf die Couch legen, käme man wohl schnell darauf, dass es auf vielen Ebenen ein schlechtes Gewissen hat. Haben die Leute hier deswegen Angst?

Broder:

Ja, das wird kaum diskutiert, obwohl es ganz wichtig ist. Ich fürchte, Sie haben vollkommen Recht. Ich glaube nicht, dass das Schuldgefühl sehr ausgeprägt ist. Aber es gibt eine europäische Ahnung, dass wir es eine lange Weile gut hatten, während die es eine lange Weile schlecht hatten, und dass unser Wohlergehen etwas mit ihrem Schlechtergehen zu tun hatte. Dieses Bewusstsein ist schon da, unausgesprochen, subkutan, auf einer Ebene, die man politisch nicht beschreiben kann, auf der man aber trotzdem aktiv ist. Europa erwartet einfach, glaube ich, irgendeine Art von Verhängnis. Die Menschen wissen, dass sie ihren Wohlstand einer sehr langen Ausbeutung der Dritten Welt verdanken. Und irgendwann, denken sie, kommt die Dritte Welt hier rüber und holt sich, was sie ihr geraubt haben. Und punktuell passiert das ja auch schon, wenn jeden Tag Schiffe mit Flüchtlingen aus Nordafrika auf Lampedusa oder den Kanaren ankommen.

tachles: Es ist also kein ideologischer Streit, sondern es geht ums Überleben?

Broder:

Es ist auch ein ideologischer Streit. Es geht auch darum, diese Wohlstandsinsel aufrechtzuerhalten. Dies kann man aber nicht mit politischen Konzessionen tun, etwa wenn damals Schröder hinging und sagte, es war verkehrt, die Karikaturen zu drucken und nicht auf die Gefühle Rücksicht zu nehmen. Ich habe noch keinen arabischen Politiker erlebt, der gesagt hätte, man müsse auf die Gefühle der Europäer Rücksicht nehmen, also räumen wir mal mit diesem Kopfabschlagen im Internet auf. Eine einseitige Vorleistung wird überhaupt nichts bringen, sondern nur die anderen auf die Idee, noch mehr zu verlangen. Andererseits weiss ich auch nicht, was man den Leuten sonst empfehlen könnte. Persönlich glaube ich, dass Europa am Ende ist, aber weil es so reich ist …

tachles: Sie betrachten ja aber die Einwanderung in Europa als Regeneration. Ist das die Chance?

Broder:

Ja. Europa wird anders werden, und das ist die einzige Chance, die es überhaupt noch hat: sich mit den Leuten, die es eigentlich gar nicht haben will, zu revitalisieren. Die Frage ist nur, ob es sein politisches System aufgeben will. Ich würde gerne das weisse Europa aufgeben, aber ich würde ungern das demokratische Europa aufgeben.

Nachtrag: Siehe auch killerbees bissigen Beitrag Broders neuer Schreibdurchfall!

 

*  *  *  *  *  *  *

Soweit Broder. Und hier spricht die Jüdin Barbara Lerner Specter vom Multikultiverein “PAIDEIA – Jewish European Fund” in diesem Video von “Israel Up Close” mit dem Titel Jews will play a leading role in multicultural Europe ziemlich Klartext (Transkription von mir):

“I think there’s a resurgence of antisemitism because at this point in time Europe has not yet learned how to be multicultural, and I think we’re gonne be part of the throes of that transformation, which must take place. Europe is not going to be the monolithic societies they once were in the last century. Jews are going to be at the centre of that. It’s a huge transformation for Europe to make. They are now going into a multicultural mode and Jews will be resented because of our leading role, but without that leading role and without that transformation Europe will not survive.”

Meine Übersetzung:

„Ich denke, daß es ein Wiederaufleben des Antisemitismus gibt, weil Europa zu diesem Zeitpunkt noch nicht gelernt hat, multikulturell zu sein, und ich denke, wir werden ein Teil der Geburtswehen dieser Umwandlung sein, die stattfinden muß. Europa wird nicht die monolithischen Gesellschaften sein wie sie es einst im letzten Jahrhundert waren. Juden werden im Zentrum dessen stehen. Es ist eine riesige Umwandlung für Europa. Sie gehen jetzt in einen multikulturellen Modus über, und man wird einen Groll gegen die Juden haben wegen unserer führenden Rolle, aber ohne diese Führungsrolle und ohne diese Umwandlung wird Europa nicht überleben.“

Eine richtige „Broderina“ – nur ohne die verlogene Doppelpose ihres männlichen Pendants.

Dann gibt’s noch dieses Zitat aus einem Artikel von Sylke Tempel in der ”Jüdischen Allgemeinen”, der auf das Schweizer Minarettverbot Bezug nimmt (leider funzt der Link nicht, den ich damals abgespeichert habe):

Es geht doch nicht um die Frage, ob von Türmen gerufen, sondern was in Moscheen gepredigt wird. Es geht darum, unter welchen Umständen der demokratische Staat das Recht hat, Religionsfreiheit zu beschränken, wenn diese die Grundordnung verletzt. Der Bau von Minaretten verletzt kein Grundrecht, er bestätigt es. Jede Religion, das gehört zu den großen Werten des Westens, darf sich in unseren Gesellschaften zu Hause fühlen und sich selbstbewusst in der Öffentlichkeit präsentieren. Das Argument, in weiten Teilen der muslimischen Welt sei der Bau von Kirchen ja auch nicht erlaubt, reicht intellektuell keinesfalls aus. Seit wann wollen wir uns einen Staat wie Saudi-Arabien als Vorbild nehmen?

 Womit wir bei den Rechtfertigern des Referendums wären, die Volksentscheide als ‘wahre Demokratie’ verkaufen wollen. Demokratie ist weit mehr als ‘gesundes Volksempfinden’. Das Volk empfindet eben nicht immer richtig. Im 19. Jahrhundert hätte es den selbstbewussten Synagogenbau in Deutschland verhindert, 1933 hielt es einen Boykott jüdischer Geschäfte für gerechtfertigt. Dürfte sich ‘gesundes Volksempfinden’ durchsetzen, ohne in den komplizierten Prozessen einer repräsentativen Demokratie gefiltert zu werden, gäbe es in Deutschland womöglich längst ‘Kopf-ab-Urteile’ für Straftäter.

Noch ein paar passende Lesetips:

Mit Freunden wie diesen… von Miriam Shaviv;

Wie man den Extremisten die schmutzige Arbeit abnimmt von Stephen Pollard, dem Herausgeber des Jewish Chronicle; Zitat:

„Die [britische] Regierung tut so, als würde sie einen Unterschied machen zwischen dem Islamismus, der politischen Ideologie, die Ungläubige zwangsbekehren würde, und der breiten Masse des Islam, die für die westliche Gesellschaft keine größere Bedrohung ist als die Quäker.“

Wer kontrolliert Hollywood? von Joel Stein;

White Man’s Burden, worin der Haaretz-Journalist Ari Shavit drei jüdische US-Neocons (William Kristol, Charles Krauthammer und Thomas Friedman) zum amerikanischen Krieg im Irak und über weiterführende Absichten im Nahen Osten interviewt;

 Offener Brief an die weiße Rechte von Tim Wise;

The Jewish Grinch who stole Christmas von Burt Prelutzky (der mir aus der ganzen Runde der Sympathischste ist; bei ihm möchte ich mir gern vorstellen, daß er es ehrlich meint)

ORF.at: Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Ariel Muzicant fordert mehr Moscheen in Österreich.

„Schafft die weiße Rasse ab – mit allen notwendigen Mitteln“ von Noel Ignatiev

Cousin Moishes Gedanken zu Noahs bevorstehender interreligiöser Hochzeit, worin ein orthodoxer Jude seinen Cousin Noah beschwört, auf die Hochzeit mit einer Nichtjüdin zu verzichten, weil das eine Sünde sei und sein Kinder dann keine jüdischen Seelen hätten. (Auszüge daraus: „Deine Frau wird dich schließlich auch hassen, oder sollte Moshiach [der jüdische Messias] kommen, wie er es sehr bald tun wird, bitte, G-tt, mag sie eine deiner goyishen Sklaven sein, und wenn sie auf allen vieren ist und nicht wie ein Mensch gehen darf, wirst du das Tier sehen, das du geheiratet hast. […] Während dir die einfache Bedeutung bewußt ist, nämlich keine jüdischen Kinder, genauer, einem Juden ist es VERBOTEN, eine Nichtjüdin zu heiraten, und wird daher im Himmel die Strafe für dieses Vergehen erhalten. Es ist eines der sexuellen Vergehen, die auf gleicher Stufe stehen mit Unzucht und Inzest und Verkehr mit Tieren und Homosexualität. Tatsache ist, daß ein Jude ein viel fortgeschritteneres Wesen ist als ein Nichtjude, und im Grunde kann man die Dynamik hinter der Beziehung als jemand beschreiben, der ein Haustier besitzt, und aus welchen Gründen – will man einen Wachhund, eine süße kleine knuddlige Katze, oder einen simplen Fisch oder einen Vogel mit gestutzten Flügeln oder einen ausgestopften Elch an der Wand – du siehst, daß das goyishe ‘Haustier’ letztendlich eine Rolle erfüllt, und nachdem der Goy einem Juden natürlich nicht auf eine heilige Art dienen kann (wie eine Ehe im Himmel), ist der Glaube, daß das möglich ist, eine psychologische Schwäche, die eine Art von ‘Blindheit’ ist, in anderen Worten, es wäre wie wenn man sich einen Hund oder eine Katze zulegt und nicht weiß, warum… und dann ist es natürlich eine große Überraschung, wenn das Tier pupst und stinkt und eine ziemliche Last ist. Tatsächlich gibt es in der Gemeinde der Frommen fast keine Haustiere, da Tiere natürlich eine ziemlich niedrige Energie haben, und wenn ein Jude ein Tier besitzt, so ist es ein allgemeines Gesetz, daß er es nicht mit einem Goy alleine lassen darf (weil sie, wie es ihre natürliche Tendenz ist) etwas Garstiges mit dem Tier tun könnten.“)

*  *  *

Wie sehr die Juden die ganze Welt (oder zumindest deren von Weißen besiedelten Teil) als ihre Heimat betrachten, geht immer wieder aus ihren Wortmeldungen hervor. Siehe zum Beispiel auch den in der Austrian Times verlinkten Fall, wo der Leiter des Jüdischen Museums in Hohenems (Vorarlberg), Hanno Loewy, im Jahr 2009 mit seiner Kritik an einem FPÖ-Wahlplakat mit der Botschaft: „Kindergeld nur für einheimische Familien“ eine Kontroverse ausgelöst hatte.

Meine Übersetzung aus dem verlinkten Artikel:

Loewy behauptete, daß das FPÖ-Plakat zwei sehr verschiedene Dinge miteinander vermischte, Geld für bedürftige Familien, wogegen niemand etwas haben könne, und Rasse, nachdem der Gebrauch des Wortes „einheimisch“ implizierte, daß Familien von in Österreich geborenen Menschen Vorrang erhalten sollten.

Er sagte, das Wort „einheimisch“ sei ein biologischer Begriff, der auf Flora und Fauna zutreffen würde, aber nicht auf menschliche Wesen.

Der Vorarlberger FPÖ-Obman Dieter Egger sagte daraufhin, Loewy solle sich als Exiljude aus Amerika nicht in die österreichische Innenpolitik einmischen, worauf ein medialer Empörungssturm über ihn hereinbrach, während die Aussage Loewys, auf die sich das bezog, weitgehend unterging (ich habe erst auf „Gates of Vienna“ davon erfahren, wo ich den obigen Link fand).

Der Erfolg der Vorarlberger FPÖ bei der Landtagswahl am 20. September konnte sich dann sehen lassen.

*  *  *

In Ergänzung dazu folgt hier die Antwort von Claus Pándi, dem Innenpolitikchef der „Kronen Zeitung“, auf eine Umfrage unter österreichischen Prominenten zum Thema „Was ist Heimat?“:

„Ich bin mir meine Heimat. Dazu brauche ich noch die Menschen, die mir nahe sind. Und Schwarzbrot. Aber das läßt sich alles irgendwie einpacken und mitnehmen.“

Über sonstige Ansichten des Herrn Pándi, „dessen Vater aus Ungarn eingewandert ist“, vor allem zum Thema  „Migranten“, kann man in diesem Interview von “biber” nachlesen. Ein Absatz daraus:

Bei der Medien.Messe.Migration haben Sie in einer Diskussion über Migranten & Medien, gemeint, dass ein Kolumnist mit afrikanischer Herkunft bei der „Krone“ nicht möglich wäre. Das ist bei uns gar nicht gut angekommen.

Ja, ich habe den Blog von der biber-Kollegin gelesen. Ich finde es aber schade, dass eine Kollegin von euch nicht versteht oder verstehen will, was ich gemeint habe. Das ist die typische Boulevard-Masche. Wenn sie bewusst die Boulevard-Masche durchziehen will ok; aber so schätze ich biber nicht ein. Und nun zu dem, was ich wirklich gemeint habe. Dass eine Kolumne mit einem schwarzen Kolumnisten in der Krone nicht funktioniert liegt nicht an mir, sondern an der Gesellschaft. Es dauert bis der autochthone Österreicher damit leben gelernt hat, dass sich die Gesellschaft verändert. Das sind die Realitäten, die man aussprechen muss. Wenn ich es ändern könnte, dann würde ich es tun. Aber das liegt im Moment nicht an mir.

„Herkunft Ungarn“ ist natürlich eine etwas unvollständige Angabe; aufschlußreich ist der Artikel „Kleiner Mann ganz groß“ im „Falter“ (http://www.falter.at/web/print/detail.php?id=1325) den ich hier auszugsweise wiedergebe (mit Dank an Submarine für den Link; fette Hervorhebungen im Text von mir):

Kleiner Mann, ganz groß

Der Krone-Redakteur Claus Pándi führt die Politiker des Landes vor – weil sie seine Macht genauso überschätzen wie er selbst

Ich bin ein Star, lasst mich hier rein! Wenn dieser wichtige Mann mit seinem Auto Einlass zum Parkplatz begehrt, sollte der Portier eigentlich sofort rausstürmen, um den Schranken für ihn zu öffnen. Dieser Meinung war zumindest Claus Pándi. Also habe er etwas die Contenance verloren, wenn der Herr am Empfang nicht flott genug zur Stelle war, erzählen Kollegen. Das bekamen wohl auch die Chefs mit. Jetzt hängt in der Portiersloge im Krone-Haus ein Schreiben der Geschäftsführung: „Der Portier ist nicht verpflichtet, den Schranken zu öffnen.“ Der Pándi-Erlass dürfte ein kleiner Denkzettel der Führungsetage für ihren Star sein – damit seine Bäume nicht zu hoch in den Himmel wachsen.

Doch Claus Pándis Bäume sind schon so hoch, dass da ein einfacher Baumschnitt nichts mehr ausrichten kann. Der Innenpolitikredakteur der Kronen Zeitung ist beim mächtigsten Medium des Landes auf einem journalistischen Egotrip, der nur schwer zu bremsen ist. Mit seiner „Politik am Sonntag“-Kolumne und seinem wöchentlichen TV-Blog ist er ein Aushängeschild des Blattes. Pándi kokettiert mit jener Rolle des Meinungsmachers für die Massen, die vergangenes Jahr mit dem Tod seines großen Vorbilds, Krone-Herausgeber Hans Dichand, frei wurde. Dessen Sohn Christoph hält sich als Chefredakteur dezent zurück; das Urgestein der Innenpolitikredaktion Peter Gnam, Ende 60, sieht neben Pándi, 44, ziemlich alt aus.

Pándi, schwarz glänzende Lockenmähne, Schlaumeierbrille, kleine Statur, ist immer jovial, immer gschaftig. Er darf im Altherrenverein jung und frech sein – zumindest für Krone-Verhältnisse. Außerdem ist er bei den Kampagnen des Blattes an vorderster Front aktiv. Derzeit ist die Abschaffung der Wehrpflicht seine Mission und SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos sein Hauptadressat. So soll Darabos seinen reformkritischen General Edmund Entacher auch wegen des Drucks seitens der Krone abgesetzt haben.

Auf Du und Du mit den Mächtigen

Die Lieblingsrolle des Politschreibers wird auch in dieser Debatte offensichtlich: Gib den Politikern was auf die Mütze!

Dabei ist Pándi nicht nur schon ewig mit SPÖ-Kanzler Werner Faymann befreundet, sondern auch auf Du und Du mit ÖVP-Vizekanzler Josef Pröll und diversen anderen Spitzenpolitikern des Landes, die sich ihrerseits mit der Krone gutstellen wollen. Pándis zweite Frau, Angelika Feigl, fügt sich ebenso perfekt in diese kleine Welt. Sie war bis vor kurzem Sprecherin Faymanns, der immer die Nähe zum einflussreichen Kleinformat gesucht hat. Das System Pándi funktioniert in diesem eigenartigen, typisch österreichischen Nahverhältnis von Politikern und Kronen Zeitung. Dieses Spiel hat Hans Dichand erfunden. Pándi interpretiert es nur neu – auf eine burschikose Art.

Wenn es um sein persönliches Leben, seine eigene Biografie geht, ist der Sohn ungarischer Flüchtlinge allerdings heikel. Privates ist kaum bekannt, und das soll auch so bleiben. Bitte nur kein Porträt, nur kein Interview, sagt er am Telefon. Das sei ihm zu eitel, das sei wirklich keine Koketterie: „Außerdem will ich lieber über andere Leute berichten und nicht über mich selbst.“ Zumindest das Zweite nimmt man ihm ab.

Der Wochenbefehl an die Politik

Es reicht ohnehin, Pándis Kolumne zu lesen, um zu wissen, wie der Mann funktioniert. Der wöchentliche Einseiter mit seinem Foto – angriffslustiger Blick, geschniegeltes Haar – ist eine kuriose Mischung aus persönlichem Tagebuch und verschwurbeltem Wochenbefehl an die heimische Politik. Pándi schreibt die Seite selbst aus dem Urlaub voll. Sein Stil ist weniger elegant als hau-drauf. Das Ganze ist gespickt mit Seitenhieben und Anspielungen, deren Sinn sich dem Leser nur in den seltensten Fällen erschließt, die aber von manchen Politikersekretären mit heiligem Ernst interpretiert werden.

Im Mai 2009 startete Pándi etwa einen Generalangriff auf den oberösterreichischen SPÖ-Gesundheitsminister Alois Stöger. Der „scheue“ Minister „werde sein Amt mehr über kurz als über lang aufgeben“, prophezeite der Journalist, „so pfeifen es die Spatzen von den Dächern“. Bundeskanzler Faymann wolle den „Stachanow der Gesundheitsreform“ sodann durch eine starke Frau ersetzen. Es war eine typische Pándi-Kolumne: wilde Gerüchte, versehen mit ein wenig historischem Angeberwissen (Stachanow), und einer klaren Botschaft: Stöger, pass auf! Passiert ist dann natürlich wieder einmal nichts. Monate später rief Pándi Stöger zu einem der „raren Hoffnungsträger in der Partei“ aus.

So funktioniert das in Pándiland: Daumen rauf, Daumen runter. Hier schreibt kein distanziert kritischer Beobachter der Mächtigen, sondern einer, der Teil des politischen Machtspiels sein will. Journalismus ist für Pándi nur ein Vehikel, ein Werkzeug, um den großen Berater spielen zu können. Selber Politiker zu sein, käme für ihn nie infrage. Aber der hohen Politik zu sagen, wo es langgeht, das macht ihm großen Spaß.

[…]

Im Zweifelsfall ein Roter

[…]

Pándi pflegt auch mit Josef Pröll oder Außenminister Spindelegger beste Kontakte. Aber der ÖVP gilt er im Zweifelsfall als Roter. Dass Pándi in seiner Kolumne boshaft die Freundschaft zwischen Niederösterreichs Landeschef Erwin Pröll und Faymann hervorhebt oder Spindelegger zum besseren Vizekanzler hochschreibt, bestätigt die Schwarzen.

Doch seit kurzem ist die Beziehung zwischen dem roten Kanzler und dem Krone-Mann erkaltet, man telefoniert nicht mehr – zumindest vorerst nicht. Pándi hatte sich nämlich in den Kopf gesetzt, im Dezember an Heinz-Christian Straches Privatreise nach Israel teilzunehmen und einen Beitrag für sein TV-Blog, sein neues Lieblingsspielzeug, darüber zu drehen. Mit Israel verbindet Pándi eine wechselvolle Beziehung. Sein Vater hat jüdische Wurzeln, er selber bezeichnet sich als Agnostiker, Israel hat er mehrmals privat bereist.

[…]

Die Feigheit der Politiker

Doch abseits solcher Irritationen hat Pándi bei seinem Spiel mit der Politik einen unleugbaren Vorteil. Die Politiker denken, sie müssen sich von ihm runterputzen lassen, weil er die Krone hinter sich hat – wer sich’s nicht mit der Zeitung verscherzen will, darf sich’s auch mit Pándi nicht verscherzen. „Sie lassen sich alles gefallen, weil sie das der Macht der Krone zu schulden glauben. Aber das ist ein völliges Missverständnis der Verhältnisse, so funktioniert die Zeitung nicht. Der Pándi ist nicht die Krone“, sagt ein langgedienter Kollege aus der Muthgasse. Die Politiker sollten einfach nicht mit dem Redakteur zum Heurigen gehen und um neue Watschen betteln, sondern etwas mehr Zivilcourage beweisen. „Sonst tanzt er ihnen nur auf der Nase herum.“ Pándi hat also nicht die große publizistische Macht – nur Politiker glauben das. Genauso, wie er selbst das gerne glaubt.

Hätte nie gedacht, daß ich einmal einen „Falter“-Artikel so schätzen würde!

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Lena Posner, Präsidentin des Offiziellen Rates schwedisch-jüdischer Gemeinden:

„Wir sind sehr bestürzt darüber, daß wir eine Partei [im Parlament] haben, die sagt, daß sie sich nur mit der moslemischen Einwanderung befaßt. Die Geschichte hat uns gelehrt, wo das hinführen kann, und dies ist nicht notwendigerweise gut für die Juden.“ (siehe hier).

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Der “amerikanische” Botschafter in Belgien Howard Gutman über den Unterschied zwischen dem “einfachen Problem” des Antisemitismus von Europäern und “dem komplexen Phänomen der Spannung, vielleicht sogar Hass” von einzelnen Mitgliedern der muslimischen Gemeinden in Europa und Juden:

1. Europäische Antisemiten: Solche Antisemiten sind Leute, die nicht nur Juden hassen, sondern auch Moslems, Schwule, Zigeuner und vermutlichen jeden, den man als Minderheit oder verschieden bezeichnen kann. Socherart Hass ist selbstverständlich bösartiger Natur und muss bekämpft werden. Wir dürfen niemals aufhören, ein Auge darauf zu haben oder ihn als Randgruppenphänomen oder das Handeln von Verrückten abtun, denn wir haben in der Vergangenheit gesehen, wie er sich aufhetzen lässt und wachsen kann. Und es ist dieser Hass, an dessen Aufdeckung, Bekämpfung und Bestrafung Anwälte wie Sie mit Wachsamkeit arbeiten können, möglicherweise auch in Zusammenarbeit mit existierenden Menschenrechtsgruppen.

2. Muslimischer Antisemtismus ist hingegen …  “komplexer und erfordert mehr Gedanken- und Analysearbeit.” Die Lösung besteht mitnichten in Aufdeckung und Bekämpfung oder gar Bestrafung sondern im “daran arbeiten, die Übertragung politischer und militärischer Spannungen des Nahen Ostens in soziale Probleme in Europa zu begrenzen.” Dazu dienen dem jüdischen Botschafter der USA Großeinladungen von 180 Moslems in den Ballsaal seiner Residenz zum islamischen Fastenbrechen.

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In der „New York Times“ habe ich neben diesem Artikel über den Kongo ein interessantes Inserat gesehen (sie wechseln die Inserate aber immer wieder durch; man muß es gegebenenfalls öfter probieren). Ich habe es aber herauskopiert, und hier ist es:

Was bereiten die da schon wieder medial vor? Und was geht das einen Rajesh Srinivasa Raghavan an, der dieses Inserat angeblich bezahlt hat? Dem Namen nach ist er weder Jude noch Palästinenser. Oder ist er etwa doch Jude? Oder jüdischer Shabbosgoy?

Da gab es doch dieses große israelische Soundso-Zentrum in Bombay, in dem bei der seineerzeitigen Terroraktion der Paki-Kommandos angeblich so viele Juden schlimm gefoltert und umgebracht wurden. Was machen die da in Indien? Soll das ihr zweites China werden? Immerhin ist Indien jetzt schon ein multiethnischer Staat mit mindestens vier oder fünf Religionen, etwa 15 Hauptsprachen und insgesamt über 300 Sprachen. Und das alles in einem Staat, der einen ganzen Subkontinent umfaßt und über eine Milliarde Einwohner hat.

Ein Traum für Broder!

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Sehr demaskierend sind die Wortmeldungen unserer „Freunde“ im Zusammenhang mit dem gegenwärtig hochkochenden „Vorhautkrieg“. Ein paar besondere Schmankerl des jüdischen Journalisten Hannes Stein zu diesem Thema hat Michael Stürzenberger in seinem beachtenswerten PI-Beitrag Hannes Stein auf Achse: “Sturm aus Scheiße” gesammelt, wovon ich hier nur dieses Spezial-Schmankerl zitiere (Hervorhebung von mir; den Rest müßt ihr selber lesen):

Post Scriptum: Ein Gutes hat der Sturm aus Scheiße, der da grade über uns hinweggeht, immerhin. Noch nie habe ich mich meinen muslimischen Brüdern und Schwestern so nahe gefühlt wie jetzt. Das wird sich beim übernächsten Terroranschlag wieder ändern, oder schon bei der nächsten Predigt von Jussuf el-Qaradawi. Aber in diesem Moment würde ich gern im tiefsten, im türkischen Kreuzberg eine Linsensuppe mit Zwiebelessig essen. Oder ein paar Türken einladen, mit mir in New York koschere Steaks zu verdrücken. Von Rindern, die vorschriftsmäßig geschächtet wurden.

Leseempfehlung! Auch bei den PI-Kommentatoren tut sich was. Da werden sich jetzt wohl etliche Schlafschafe die Augen reiben und zu erwachen beginnen.

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