Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus

Wie Israel und offizielle Repräsentanten des Judentums sich der Welt darstellen

Gefunden auf Fakten-Fiktionen 2.0 (Titel von Sternbald – Original: „Hier & Jetzt“)

[…]

Brandanschläge, Hetzschriften und Apartheid:

Israel: Extremistische Gewalttaten gegen Araber nehmen zu

In Israel häufen sich die Attacken radikaler Juden auf Araber, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Freitag.

In Jerusalem wird mit Flugblättern Stimmung gegen Araber gemacht. Experten befürchten eine Gewalteskalation wegen des weiter andauernden israelisch-palästinensischen Konflikts.

„Du hast alles getan, damit deine Schwester keinen jüdischen Freund hat. Wir tun dasselbe. Falls Ihr jüdische Mädchen in den großen Einkaufszentren in Jerusalem kennen lernen wollt, dann warnen wir Euch: Das ist eine schlechte Idee. Lernt jemand in Euren Dörfern kennen“, hieß es auf einem Flugblatt. Manchmal sind dort definitive Drohungen enthalten: „In der vorigen Woche wurde ein Araber, der mit einem jüdischen Mädchen befreundet war, in ein Krankenhaus gebracht. Wir wünschen Euch nicht dieses Schicksal.“

Wie die Medien in Israel berichten, beziehen sich die Radikalen dabei auf den jüngsten Zwischenfall um einen 17-jährigen Palästinenser aus Ost-Jerusalem, der von jüdischen Teenagern brutal zusammengeschlagen wurde. Der Junge war schon klinisch tot, konnte aber von den Ärzten wiederbelebt werden.

Das Aufsehen um diese brutale Tat war dermaßen groß, dass Präsident Schimon Peres und Premier Benjamin Netanjahu sie in der Öffentlichkeit verurteilen mussten.

Die Reaktion der israelischen Spitzenpolitiker zeigt, dass die Gewalt seitens der jüdischen Extremisten zugenommen hat. Am selben Tag, als Dschamal beinahe getötet wurde, wurde in Bethlehem ein Auto mit Molotowcocktails beworfen. Alle sechs palästinensischen Insassen, darunter Kleinkinder, zogen sich schwere Verbrennungen zu.

Laut UN-Angaben ist die Zahl der Übergriffe von Juden auf Araber im Jahr 2011 um 40 Prozent gegenüber 2010 und um 165 Prozent gegenüber 2009 gestiegen.

Das Ansinnen, nicht nur der Radikalen, “unter sich zu bleiben”, ist in Israel dank fehlender Trennung von Staat und Religion (Stichwort: Zivilehe) legal:

Eheschließung in Israel

In Israel gibt es keine standesamtliche Trauung, sondern nur die religiöse Eheschließung. Ehepartner jüdischen Glaubens unterstehen in Eheangelegenheiten dem Rabbinat. Rabbiner dürfen keine Ehen zwischen Juden und Nichtjuden schließen.

Sind zwei Verlobte Angehörige zweier verschiedener Konfessionen ist eine Eheschließung in Israel nicht möglich. […]

In diesem Artikel von Ende 2011 wird etwas detaillierter auf die israelische Apartheid eingegangen:

Die israelische Apartheid

Zwei Bevölkerungsgruppen leben in einem Gebiet. Eine genießt alle Rechte, die andere ist ihrer Rechte beraubt. Das sind abscheulich undemokratische Zustände.

[…] Die Strategie des „Blocks der Getreuen“ ist klar und einfach: Die Besatzungsgrenzen nach dem Sechs-Tage-Krieg sind die für Israel geltenden Grenzen. Die Palästinenser, die in diesen Gebieten leben (soweit sie nicht geflohen sind oder vertrieben wurden), sind einem harten Regime zu unterwerfen. Dies treibt sie in die Flucht oder führt zu ihrer Vertreibung, beraubt sie ihrer Rechte und schafft eine Situation, in der diejenigen, die bleiben, nicht einmal mehr Bürger zweiter Klasse sind. Für ihr Schicksal interessiert sich niemand.

Die Ideologie des „Gush Emunim“ entspringt religiösen, nicht politischen Motiven. Sie beharrt darauf, dass Israel für die Juden bestimmt ist. Diesem Denken sind nicht nur die Palästinenser in den von Israel besetzten Gebieten gleichgültig. Die palästinensischen Bürger Israels werden ebenfalls diskriminiert, indem ihre Bürgerrechte beschnitten werden oder ihnen die Staatsbürgerschaft entzogen wird. Es ist eine Strategie der Landnahme und Apartheid. […]

Nur die übliche Hetze gegen die einzige Demokratie im Nahen Osten? Mal sehen…

Nukleardeal mit Südafrika: Israel soll Apartheid-Regime Atombomben angeboten haben

Israel hat offenbar versucht, dem südafrikanischen Apartheid-Regime Atomwaffen zu beschaffen. Das berichtet der britische “Guardian” auf Basis jetzt aufgetauchter Dokumente. Es wäre der erste schriftliche Beweis für die Existenz israelischer Nuklearwaffen – und damit eine politisch brisante Blamage für Jerusalem.

Wer meint, dies alles sei einzig und alleine Ausdruck des israelisch-palästinesischen Konfliktes, der sei ergänzend auf diesen Artikel von Ende Mai dieses Jahres verwiesen:

Fremdenhass: Israelis machen Jagd auf Migranten in Tel Aviv

Bei gewalttätigen Ausschreitungen in Tel Aviv haben zumeist israelische Jugendliche dunkelhäutige Einwanderer attackiert. “Schmeißt die Ausländer raus”, skandierte eine aufgebrachte Menge.

Bei einer Demonstration gegen illegale Einwanderer aus Afrika ist es in Tel Aviv zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen.

Vor allem Jugendliche schlugen Schaufensterscheiben von Geschäften ein und griffen wahllos dunkelhäutige Menschen an. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben vom Donnerstag 17 der Randalierer fest. […]

Und bei Negern hört es nicht auf:

Israel: Christliches Kloster mit Beleidigungen beschmiert

“Jesus ist ein Affe” haben Unbekannte an die Wände eines Klosters in der Nähe von Jerusalem gesprüht. Hinter der Tat werden radikale Siedler vermutet, deren Außenposten zuvor geräumt worden war

Die Täter müssen aus dem Olivenhain gekommen und über die Mauer geklettert sein, da ist sich Elias sicher.

Denn gegen halb vier sei an der Klostermauer noch niemand zu sehen gewesen, zehn Minuten später aber habe die Tür in Flammen gestanden […] An die Wände haben die Randalierer christenfeindliche Slogans und die Namen einiger jüdischer Siedlungen im Westjordanland gesprüht.

[…] In den vergangenen Jahren hat die Zahl der “Racheakte” gewaltbereiter Siedler dramatisch zugenommen. Allerdings richten sich die Anschläge meist gegen Palästinenser, immer öfter brennen Moscheen oder Autos in arabischen Dörfern im Westjordanland. Im Februar gab es erstmals einen ähnlichen Anschlag auf eine Kirche in Jerusalem. Die Wände dort waren ebenfalls mit den Namen einiger Siedlungen und dem Slogan “Tod dem Christentum” beschmiert worden. […]

Man ist auch gerne mal “besorgt”, manche meinen gar, reflexartig:

Israel verärgert über U-Boot-Deal mit Ägypten

Israel ist besorgt über die geplante Lieferung deutscher U-Boote nach Ägypten. Hintergrund ist der Machtwechsel am Nil. Deutschland will die Lieferung einstellen, wenn sich Kairo feindselig verhält.

[…] Die israelische Zeitung “Jediot Achronot” hatte am Sonntag unter Berufung auf Regierungskreise über eine “dramatische Verschlechterung der Beziehungen zwischen Israel und Deutschland” berichtet.

[…] Der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, Avi Primor, rechnet nicht mit einer wesentlichen Beeinträchtigung der deutsch-israelischen Beziehungen durch einen Verkauf deutscher U-Boote nach Ägypten.

“Diejenigen, die sich ohnehin schon über die Deutschen beschweren, werden einen neuen Anlass haben, die Deutschen weiter zu kritisieren”, sagte er. Die Kritik an solchen Waffenverkäufen in Israel sei eher reflexartig.

“Wir wollen unsere Nachbarn traditionell nicht bewaffnet sehen”, betonte der 77-jährige Diplomat, der von 1993 bis 1999 Botschafter in Deutschland war.

… und dann wird völlig überraschend aus der Besorgnis eine Forderung:

Israel will bei deutschen Waffendeals mitreden

Panzer für Saudi-Arabien, Schiffe an Algerien: Deutschland exportiert in großem Stil Waffen in die arabische Welt. Doch Israel fühlt sich von den Nachbarn bedroht und will Medienberichten zufolge mit am Tisch sitzen, bevor Berlin solche Geschäfte erlaubt.

… und das alles vor diesem Hintergrund:

„Made and paid in Germany“: Israel bewaffnet Kieler U-Boote mit Atomsprengköpfen

Die israelische Regierung stattet in Deutschland produzierte und zu großen Teilen von Berlin finanzierte Unterseeboote mit Atomwaffen aus. Die Bundesregierung will davon nichts gewusst haben – zahlt aber weiter drauf.

Aber wir haben zumindest ein Dankeschön dafür erhalten:

Rüstungshilfe für Israel: Netanjahu lobt deutsche U-Boot-Lieferungen

In Deutschland sorgt der U-Boot-Deal mit Israel für Aufregung. Jetzt schaltet sich Ministerpräsident Netanjahu in die Debatte ein: Der israelische Regierungschef sieht die Boote als entscheidende Werkzeuge zur Selbstverteidigung seines Landes.

Man beweist auch ein hohes Maß an Flexibilität, wenn es sein muß:

Recht auf Beschneidung: Juden und Muslime demonstrieren gemeinsam

Die Debatte um die Beschneidungen von Juden und Muslime wird schärfer. Deutschland leiste sich eine weltweit einmalige Diskussion, warnen Politiker und Religionsvertreter.

[…] Die frühere Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlin, Lala Süsskind, zeigte sich bei der Kundgebung auf dem Bebelplatz erschrocken darüber, dass sich viele “inkompetente” Menschen in der Debatte geäußert hätten. “Das Ja zur Beschneidung muss in ein Gesetz gegossen werden”, forderte sie.

“Niemand wird die Beschneidungen stoppen können.”

Gleichzeitig lehnte Süsskind die Berliner Regelung ab, bis zu einem Bundesgesetz die Beschneidungen nur zu erlauben, wenn Eltern eine religiöse Begründung für den Eingriff liefern könnten. 70 Jahre nach dem Holocaust wolle sie sich nicht wieder gegenüber Behörden als Jüdin ausweisen müssen. “Sollen die Leute jetzt einen Judennachweis erbringen?”, fragte auch Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD). Der Berliner Rabbiner Tovia Ben-Chorin meinte, Beschneidungen gehörten zum Kern des Judentums.

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, sagte, die Tradition der Beschneidung werde es auch in Zukunft in Deutschland geben. “Niemand wird die Beschneidungen stoppen können”.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) erklärte am Sonntag, die Bundesregierung sei fest entschlossen, die Resolution des Bundestages für die Strafffreiheit von Beschneidungen “vollumfänglich umzusetzen”.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, kritisierte die Debatte um die Beschneidung. Nirgendwo auf der Welt werde von Kritikern des religiösen Rituals mit einer solch “schneidenden Schärfe, unerbitterlichen Härte und diesem rüden Anklageton” argumentiert wie in Deutschland, sagte er dem Nachrichtenmagazin “Focus”.

“Ich empfinde es als unerträglich, dass man uns Juden als Kinderquäler abstempelt und jüdisches Leben als ein Stück illegitim dargestellt wird”, sagte Graumann. […]

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) verurteilte auf seiner Reise nach Jordanien und Israel die Diskussion. “Ich mache mir große Sorgen um diese Debatte. Sie wird außerhalb unseres Landes in gar keiner Weise verstanden”, sagte er dem “Focus”. Es müsse klar gestellt werden, dass in Deutschland religiöse Traditionen geschützt bleiben.

[…] Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe, beklagte einen latenten Antisemitismus in Deutschland. “Ich vermisse bei manchen Deutschen in der Beschneidungsdebatte das nötige Fingerspitzengefühl”, sagte er dem “Focus”.

Und das alles, obwohl man kurz vorher noch so agierte:

Zentralrat der Juden rügt Muslime

Vorsitzender Graumann fordert die muslimischen Verbände auf, Antisemitismus zu bekämpfen. “Worte des Mitgefühls sind schön und ehrlich gemeint. Aber Taten wären auch wichtig”, sagte der Zentralratspräsident.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund.

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